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Urlauber aus Bernau seit fast 14 Tagen in einem Hotel in Peru eingesperrt

20 Urlauber sitzen fest

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Bernau (Barnim): Eigentlich hatten sich eine Bernauer Familie und andere Reisende auf einen Traumurlaub in Peru gefreut. In großer Erwartung traten sie ihre Rundreise am 07. März 2020 an.

Vor gut drei Wochen gab es weder offizielle Reisewarnungen, noch war abzusehen, wie sich die Lage rund um Covid-19 entwickeln wird. In Peru gab es Anfang März nicht eine gemeldete Corona-Infektion.

Die ersten Tage gestaltete sich die Reise wie beinahe jeder andere vergleichbare Urlaub auch. In der Gruppe mit anderen Urlaubern, lernten Sie Land und Leute kennen und fern der Heimat genossen sie das milde Wetter und die wunderschöne Region des peruanischen Andenhochlandes.

Eine plötzlich Wende nahm der Urlaub dann am 15. März 2020. Ohne Vorankündigung und für viele überraschend, rief der peruanische Präsident Martín Alberto Vizcarra Cornejo den landesweiten Notstand aus. Dies hatte zufolge, dass die Bernauer Urlauber mit etwa 20 anderen deutschen Touristen von einem Tag auf den anderen in einem Hotel in der Stadt Cusco festsaßen.

Auch wenn die Unterkunft vergleichsweise komfortabel ist, so machten sich nach einigen Tagen die Sorgen breit. Viele fragten sich wie sie wann nach Hause kommen oder sorgten sich um ihr Geld. An den ersten zwei, drei  Tagen durften die Urlauber noch das Hotel alleine oder zu Zweit verlassen. So etwa um ein wenig einzukaufen oder Geld abzuheben. Seit dem 19. März darf das Hotel nun überhaupt nicht mehr verlassen werden.

Eingänge zum Hotel verschlossen

Wie uns Familienmitglieder berichten, sind die Eingänge verschlossen und werden von Polizei überwacht. Eine nur schwer vorstellbare Situation, verbunden mit Sorgen und Ängsten der Urlauber.

Neben der Ungewissheit und der ohnehin schon schwierigen Lage, müssen sich die Urlauber zudem noch um ihr tägliches Essen sorgen. Das Frühstück scheint zwar gesichert, aber hinsichtlich des Mittagessens, das die Urlauber (noch) bekommen, gab es vor einigen Tagen große Diskussionen, weil es eingestellt werden sollte. Für das Abendessen sind die Reisenden von Anfang an selbst verantwortlich. Hierfür können Sie an der Rezeption Einkaufslisten und Geld abgeben. Um Letzteres sorgen sich vor allem die jüngeren Reisenden. Ihnen geht langsam aber sicher das Geld aus, denn seit einigen Tagen müssen Unterkunft und Verpflegung nunmehr komplett selbst gezahlt werden. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 40-45 US-Dollar pro Tag und Person.

Situation von Tag zu Tag schwieriger

Die nach und nach zunehmenden Beschränkungen, gepaart mit der Ungewissheit, wann das alles ein Ende haben wird, belasten alle Gruppenmitglieder mittlerweile nervlich sehr. Wie uns eine Tochter nach dem Kontakt mit ihren Eltern aus Bernau berichtete, vergeht mittlerweile kaum ein Tag, an dem nicht ein Gruppenmitglied in Tränen ausbricht. Viele haben zu Hause zudem noch Stress mit ihren Arbeitgebern, weil sie ihren Urlaub überziehen.

Auch die Situation unter der Reisegruppe wird von Tag zu Tag schwieriger. Anfangs konnten sie Frühstück und Mittagessen noch gemeinsam im Speiseraum des Hotels einnehmen, was angenehm war, da sich die Gruppe dabei nicht nur zum Essen, sondern auch zum Plaudern traf. Eine nicht zu unterschätzende Komponente, wenn man eingeschlossen ist. Seit einigen Tagen ist nun auch das verboten. Alle müssen ihre Mahlzeiten in ihren jeweiligen Zimmern einnehmen. Etwas Gemeinsamkeit bietet aktuell nur noch ein Flur oder ein kleiner offener  Innenhof.

Wie uns ein Familienmitglied schilderte, gebe es seit einiger Zeit Kontakt zum Auswärtigen Amt in Deutschland. Allerdings sind hier seitens der dortigen Touristen, kaum positiven Dinge zu berichten. Von der vermeldeten Rückhol-Aktion aller Touristen aus dem Ausland ist in Cusco zudem nichts zu spüren. Viele fühlen sich hilflos und von der deutschen Regierung alleingelassen. Mit jedem neuen Formular dass sie inzwischen mehrmals ausfüllen mussten, stieg die Hoffnung auf eine schnelle Heimreise. Auch wenn sie diese selbst bezahlen müssen. – Nach Angaben der Familie, werden für die Rückhol-Aktion zwischen 800 und 1.000 pro Person berechnet.

Wie es mit den Urlaubern weitergeht ist aktuell ungewiss. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch: Bis Ende nächster Woche sollen laut Auswärtigem Amt alle Deutschen aus Peru herausgeholt werden.

Wir danken Linda für die vielen Infos und das Gespräch und wünschen allen Menschen vor Ort alles gute sowie eine schnelle Heimkehr.

Wie das Auswärtige Amt auf der eigenen Homepage mitteilt, stellen die Rückholungen eine gigantische Aufgabe dar.

“Wir haben angefangen mit Ländern, wo besonders viele Touristen sind: Marokko, Ägypten mit 35 000 Urlaubern, die Philippinen, als nächstes kommen Thailand und Südafrika. Dort ist die Aktion zwar sehr umfangreich, aber logistisch relativ einfach. Schwieriger wird es bei den Ländern, die nur kleine Gruppen von versprengten Abenteuerurlaubern haben. Wir können nicht nur zehn Leute irgendwo abholen, sondern versuchen regional Gruppen zu bilden. Zum Beispiel werden die Touristen von den pazifischen Inseln in Neuseeland zusammengezogen und dann ausgeflogen. Je versprengter die Touristen in einzelnen Ländern sind, desto schwieriger wird das.”

Gibt es Länder, aus denen deutsche Touristen gar nicht mehr wegkommen?

“Im Grunde sind viele Länder erleichtert, wenn die Touristen abfliegen. Sie können sie auf Dauer dort nicht halten, sie wollen ja auch ihre Hotels schließen. Aber sie haben hohe Hürden dafür aufgebaut, wie manche Länder in Südamerika, die die Flughäfen komplett geschlossen haben. Das hat uns beispielsweise in Peru vor große Probleme gestellt, weil dort nur noch ein Militärflughafen mit geringen Abfertigungskapazitäten zur Verfügung stand.”

Wie lange wird die Aktion noch dauern?

“Ich bin sicher, dass wir zwei Wochen noch sehr intensiv damit beschäftigt sind und dann werden Einzelfälle bleiben, die schwer zu lösen sind.”

Quelle: Frank Hartmann, Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amts, im Interview mit der DPA zu den Hilfsmaßnahmen für gestrandete Urlauberinnen und Urlauber. Link

 

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