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Bernau: Hunderte Bäume werden zur Zeit in Waldfrieden gefällt

Bernau: Seit Tagen frisst sich ein Holzvollernter mit aller Kraft durch den Wald an der Bernauer Fritz-Heckert-Straße. Hunderte Bäume wurden bereits durch den Harvester gefällt, entastet und zugeschnitten. Teilweise sieht der Wald durch Fahrspuren und herumliegendes Holz und Äste ziemlich Wüst aus.

Grund für die teils umfangreichen Waldarbeiten, die auch forstwirtschaftlichen Zwecken dienen, ist die Sanierung des Umfeldes des Bauhaus-Denkmals. ( am Teich und der Fritz-Heckert-Straße) Dies soll in die Weltkulturerebnliste der UNESCO aufgenommen werden. Hierzu wurden bereits in den letzten Monaten zahlreiche Arbeiten vorgenommen. So verschwand bereits das alte Gebäude neben dem Barnim Gymnasium und rund um den Teich wurde das Gelände teils aufgearbeitet.

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„Durch insgesamt fünf Maßnahmen soll der Außenbereich der ehemaligen Bundesschule des Deutschen Gewerkschaftsbundes denkmalgerecht saniert werden. Mit insgesamt 1,2 Millionen Euro fördert das Bundesbauministerium die Umgestaltung in diesem Bereich.

In der Verwaltungsvorlage 6-565 sind die einzelnen Maßnahmen im Detail aufgeführt:

Maßnahme 1: Sanierung der Zufahrt Wandlitzer Chaussee / Fritz Heckert Straße

Mit der Sanierung des Bereiches Zufahrt von der Wandlitzer Chaussee / Fritz-Heckert-Straße soll die Herstellung eines denkmalgerechten Umfelds zur Bundesschule erzielt werden. Derzeit wird auf der Waldseite des Fritz-Heckert-Straße senkrecht zur Fahrbahn im unbefestigten Randbereich des Waldes geparkt. Denkmalpflegerisches Ziel ist die Wiedergewinnung des zusammenhängenden Waldsaumes, der auf der Ostseite als straßenbegleitender naturgeprägter Landschaftsraum zur Bundesschule führen wird. Die Bestandsbäume werden in die Pflanzung integriert; Wildaufwuchs muss gerodet werden. Die Ansaat erfolgt mit Magerrasen. Der Waldstreifen zieht sich bis zum Garagenkomplex vor; in diesem Bereich werden die Fahrbahnflächen entsiegelt.

Bernau: Hunderte Bäume werden zur Zeit in Waldfrieden gefällt
Foto: Bernau LIVE

Die Maßnahme beinhaltet weiterhin eine 1m breite Erweiterung der Fahrbahn mit Betonhochbordbegrenzung und Sickerflächenzuläufen, die im Abstand von jeweils 10m eingebaut werden. Die dahinter liegende Fläche dient der Entwässerung der Fahrbahn (Muldenanlage). Der Waldbereich schließt sich an.

Mit der Herstellung des Waldsaumes und der Hochbordanlage wird das Parken im Waldbereich verhindert. Durch die Verbreiterung der Fahrbahn auf 5,50m wird jedoch das Längsparken am westlichen Fahrbahnrand der mit Wohnhäusern bebauten Seite für die Anlieger ermöglicht wird. Als Ersatz für die am Waldrand wegfallenden Stellflächen können dann 44 Fahrzeuge am Fahrbahnrand stehen.

Durch die Entsiegelung der Flächen vor den Garagen muß die dort befindliche Regenentwässerung abgerissen werden. Dafür wird ein neuer Regenkanal DN 300 über 3 Haltungen mit einer Länge von insgesamt 85m in einen Puhl westlich der Fritz-Heckert-Straße geführt. Die Anlage ist in südliche Richtung erweiterbar. Die Dimensionierung des Kanaldurchmessers entspricht den Mindestanforderungen und ist durch die mögliche Erweiterung nicht erhöht worden.

Maßnahme 2: Rückbau Einfahrtsbereich und Anlegen eines Platzbereichs

Im Rahmen der Abrissmaßnahme Mensa werden auch der Abbruch der Toranlage und des Wachhauses aus den 1950-60er Jahren durch den BLB veranlasst. Der Denkmalwert der Anlagen gilt als gering. Lediglich die Mauerscheiben bleiben bestehen und werden auf ihre rechteckige Grundform zurückgeführt. Sie bilden den Übergang vom Straßenraum der Fritz-Heckert-Straße zum Campus. Hinter der Mauerscheibe am westlichen Fahrbahnrand wird ein 10,50 x 4m breiter Platz eingerichtet. Er dient als Verweilfläche und wird mit einer Informationstafel, Bänken, Fahrradständern und Abfallbehälter ausgestattet. Die Befestigung erfolgt analog den Gehwegflächen im Campusbereich mit einem 30cm Gesamtaufbau, Oberfläche Mosaikpflaster.

Derzeit wird die Fläche hinter der Mensa als Müllstandort der Handwerkskammer Berlin genutzt, da die Handwerkskammer selbst auf ihrem Gelände keine Möglichkeiten zur Unterbringung hat. Mit Abriss der Mensa und Umgebungsflächen musste ein Ersatzstandort gefunden werden. Der in der Entwurfsplanung dargestellte Müllstandort hinter der Platzfläche ist noch nicht gesichert, da am neuen Parkplatz eine weitere Müllstandsfläche für Großraumcontainer entstehen soll (siehe Maßnahme 3). Es ist beabsichtigt, einen gemeinsamen Standort zu finden.

Maßnahme 3: Umgestaltung des Hannes-Meyer-Campus

Bernau Waldfrieden: Kleine Sperrung in der Nähe des Bauhaus Denkmal
Foto: Bernau LIVE / Archivbild

Im direkten Umfeld des Meyer-Wittwer-Baus ist es das Ziel, die Einbindung der Baukörper in einen naturgeprägten Landschaftsraum wieder zu verdeutlichen und die ursprüngliche gestalterische Qualität im Straßenbereich wieder zu gewinnen.

Die Fahrbahn führt von der Einfahrt in einer Breite von 5,25m bis zum Rondell. Vor dem Eingang zum Meyer-Wittwer-Bau wird die Betonfläche in ihrer ursprünglichen Gestalt mit einer grünen Mittelinsel in Originalgröße und -format wieder hergestellt. Der Fahrbahnaufbau (Gesamtdicke für Belastungsklasse 1,8 = 51cm) erfolgt nach historischem Vorbild zweischichtig in Beton. Parallel werden mit Hochborden von der Fahrbahn getrennt beidseits 3m breite Gehwege in Mosaikpflaster angelegt, wobei der östliche Gehweg bereits vorhanden ist und an die Borde angearbeitet wird.

Die Beleuchtung wird erneuert.

Gegenüber dem Meyer-Wittwer-Bau soll ein neues Besucherzentrum entstehen (nicht Bestandteil dieser Planung). Die Fläche zwischen dem Standort Besucherzentrum, dem Schulgebäude und dem westlichen Gehweg wird mit großformatigen Betonplatten befestigt. Der Platz wird mit Bäumen, Bänken, Fahrradständern und Papierkörben ausgestattet.

Für die Entwässerung der befestigten Flächen wird der vorhandene Regenwasserkanal genutzt. Über Straßenabläufe und den vorhandenen Kanal wird das Regenwasser um den gesamten Gebäudekomplex herum bis zum kleinen Waldsee geleitet.

Hinter dem Standort für das Besucherzentrum soll ein Parkplatz entstehen, um das Campusgelände von der dauerhaften Pkw-Nutzung freizustellen. Auf der Grundlage der Stellplatzsatzung der Stadt Bernau bei Berlin werden für die Aula im Meyer-Wittwer-Bau, das Wohnheim und die Wohnungen insgesamt 62 Stellflächen + 2 Behindertenstellflächen eingerichtet. Zusätzlich werden entsprechend der Konzeption im Masterplan 2 Busstellflächen hergestellt. Die Stellplätze sollen vorwiegend künftigen Besuchern des Bauhausdenkmals zur Verfügung stehen.

Busstellplätze und Fahrbahn werden mit Asphalt befestigt (Gesamtdicke für Belastungsklasse 1,8 = 51cm) .

Die Stellplätze selbst werden mit Rasenfugenpflaster mit Abstandhaltern befestigt (Gesamtdicke für Belastungsklasse 1,8 = 41cm).

Im Auftrag des Brandenburgischen Landesbetriebes werden in diesem Bereich die 3 Bestandsbauten abgerissen. Zur Entstehungszeit des Bauensembles war hier Wald; der Bereich stellte das grüne Pendant zum Gebäude dar, weshalb die freigestellte Fläche dann mit Kiefern wiederaufgeforstet wird. Bestandsbäume werden in die Pflanzung integriert.

Die grüne Insel in der Wendestelle wird der historischen Größe angepasst und damit kleiner. Die Grünfläche wird ohne Bord optisch eben in die Betonfläche integriert. Die alte Beleuchtung wird abgebrochen; an den historisch belegten Standorten werden die zwei Fahnenmasten wieder aufgebaut.

Maßnahme 4: Einbau einer Pergolenanlage im Außenbereich

Zwischen dem Hauptflügel der Schule und den früheren Garagen (heute hinter dem Verbindungsbau “Hörnchen”) sah Meyer eine Pergolenanlage mit Platanen vor. Es handelte sich um eine sehr schlichte Holzkonstruktion, an deren Pfosten die Platanen hochwuchsen. Die Anlage war rasterförmig aufgebaut; einziges Zeitzeugnis ist die heute mit mehreren Metern Umfang ausgewachsene Platane (Naturdenkmal), die in die neue Pergolenanlage zu integrieren ist.

Dem historischen Vorbild entsprechend wird die Pergola als verschraubte Bohlenkonstruktion aus Kiefernholz mit Unterzügen und Pfostenauflagern gebaut. Neuzeitlich sind lediglich die Pfostenschuhe, die (da im Boden gelegen) nicht sichtbar sind.

Die Platanen werden in einer dafür bestimmten Sorte gepflanzt; die Kronenansätze liegen unter der Pergolenauflage, so dass die Verzweigung um die Knotenpunkte ansetzt.

Im Bereich der vorhandenen Platane wird der Überstand der Pergola verlängert, so dass erkennbar bleibt, wie die Pergola in diesem Bereich fortgeführt wurde.

Maßnahme 5: Umgestaltung des landschaftlichen Bereiches um den See

Bernau: Hunderte Bäume werden zur Zeit in Waldfrieden gefällt
Foto: Bernau LIVE

Der Waldsee und die hügelige Landschaft waren das von Hannes Meyer eingesetzte planerische Mittel zur Konzeption der Außenanlagen. Ohne großartige Geländemodellierungen wurde das Schulgebäude mit den Lehrerhäusern ins Gelände “geschoben”. Der dadurch entstandene Höhenversprung im Außenbereich ist durch eine terrassenförmige Anlage (Grünbereich zwischen See und Schulkomplex) ausgeglichen worden.

Zur Entstehungszeit war der Wald um den See noch aufgestockte Fläche, wuchs jedoch bis heute kräftig auf, so dass die Sicht zwischen See und Schulkomplex zunächst gestört war. Durch die Bernauer Stadtforst wurden umfangreiche Pflegemaßnahmen im Wald durchgeführt, die sich auf die Herausnahme der nichteinheimischen Gehölze (und damit nicht der Intention Meyers entsprechend) konzentrierte. Weitere Gehölze sollen nicht entnommen werden, da die historischen Sichtachsen wieder hergestellt sind. Das kleine Pumpenhäuschen im Wald ist heute ohne Funktion und wird abgerissen.

Als problematisch weist sich der Wasserstand des Waldsees auf. Dieser ist in den vergangenen Jahren stark zurück gegangen. Das Gewässer ist ein Teil einer Gewässerkette, die vom Grundwasser gespeist ist und Schwankungen im Schichtenwasser unterliegt. Die anderen Pfühle sind bereits trocken gefallen. Auch wenn das anfallende Regenwasser über Zuleitungen in den Waldsee eingeleitet wird, kann der sinkende Schichtenwasserstand nicht ohne Weiteres ausgeglichen werden, da das Wasser auch seitlich versickert. Vom BLB wurde bereits eine Sanierungsmaßnahme am See umgesetzt, die den Wasserstand wieder auf das ursprüngliche Maß bringen sollte. Diese Maßnahme blieb leider erfolglos. Um den See in Zeiten mit niedrigem Wasserstand vor dem Umkippen zu bewahren, soll ein Teichbelüfter zum Einsatz kommen.

Weitere Überlegungen zur Rettung des Waldsees müssen an das Projektende gestellt werden, da im Rahmen der Fördermaßnahme zunächst keine Mittel bereit stehen.

Leider gibt es keinen historischen Beleg dafür, dass die von Hannes Meyer im Entwurf dargestellten Staudenflächen am Waldsee hergestellt wurden. Dennoch war dies planerisches Mittel und hat damit Denkmalbezug. Am Durchgangsweg Caféteria – Waldsee werden Flächen mit Waldstauden angelegt. (Quelle Stadt Bernau – Verwaltungsvorlage 6-565)

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