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Bernau: Gedenken an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren

09. November 1938

Bernau (Barnim): Am gestrigen Abend lud das Bernauer Netzwerk für Weltoffenheit zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht 1938.

Mit Kerzen, Gesang, leiser Musik und jüdischen Gedichten gedachten etwa 70 Menschen der Verbrechen gegenüber der jüdischen Bevölkerung.

1939 entstand das letzte Foto der Bernauer Familie Schuster, der die Stolpersteine in der Bürgermeisterstraße gewidmet sind. Die Eltern sowie drei ihrer fünf Kinder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Nur die beiden jüngsten konnten in Schweden überleben.

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Nach einer kurzen Andacht und dem Aufstellen der der Gedenkkerzen an den Stolpersteinen, fand in der Galerie Bernau eine szenische Lesung statt. Gelesen wurde hier aus „Die Ermittlung“ von Peter Weiss von 1965. Grundlage für das Stück war der Auschwitzprozess gegen das Wachpersonal des Konzentrationslagers, der in Frankfurt zwischen Dezember 1963 und August 1965 stattfand. Im Zentrum des Textes stehen authentische Aussagen von Zeugen und Angeklagten.

Da der Gedenktag in diesem Jahr auf einen Freitag fällt, an dem nach der jüdischen Tradition mit Sonnenuntergang der Shabbat beginnt, der ein Tag der Ruhe und der Freude sein soll, wurde die Veranstaltung auf den Vorabend gelegt.

8. November: Netzwerk lädt zum Gedenken an die Reichspogromnacht
Foto: Pressestelle der Stadt Bernau
1939 entstand das letzte Foto der Bernauer Familie Schuster, der die Stolpersteine in der Bürgermeisterstraße gewidmet sind. Die Eltern sowie drei ihrer fünf Kinder wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Nur die beiden jüngsten konnten in Schweden überleben (Foto: privat).

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch (Reichs-)Kristallnacht oder Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Dabei wurden vom 7. bis 13. November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben.

Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. (Wikipedia)

Mit Informationen der Stadt Bernau.

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