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Bienen- und Wespenstiche: wirkungsvolle Erste- Hilfe- Maßnahmen

Info des Helios Klinikum Berlin-Buch

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Bernau / Barnim: Bienen und Wespen gehören zum Sommer dazu wie die Sonne – und sind außerdem wichtige Bestandteile unseres Ökosystems.

Sie sind sozusagen die natürlichen Regulatoren der Natur und übernehmen neben dem Bestäuben von Blüten auch die Bekämpfung von Schädlingen. Kommt es zwischen den fliegenden Insekten und uns Menschen jedoch zu einem Zusammenstoß, endet dieser oft mit einem schmerzhaften Stich.

Wie Sie mit einfachen Hausmitteln erste Abhilfe schaffen und was Sie im Notfall einer allergischen Reaktion tun sollten, erfahren Sie in unserem heutigen Beitrag.

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Eine unachtsame Bewegung und schon ist es geschehen – Bienen und Wespen stechen schnell zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Viele Menschen versetzt dies in Panik. Schließlich gehen mit dem schmerzhaften Einstich meist unangenehme Rötungen und Schwellungen einher. Noch dazu leiden rund 20 % der Deutschen an einer übersteigerten örtlichen Reaktion auf Insektengift. Bei 5 % der Betroffenen treten sogar Ganzkörperreaktionen wie Ausschlag, Atemnot oder Herz-Kreislauf-Reaktionen auf.

„Viele Menschen versetzen die Stiche von Insekten in Panik. Dazu besteht erst einmal aber kein Grund. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und schnell, aber besonnen zu reagieren. Bei Stichen im Mund oder einer bekannten Allergie gegen Bienen- oder Wespengift sollte im Zweifel der Rettungsdienst gerufen werden, insbesondere wenn sich ihr Zustand verschlechtert“, erklärt Prof. Dr. med. Christian Wrede, Chefarzt des Notfallzentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch.

In den meisten Fällen können einfache Hausmittel wie Zwiebelsaft oder auch das Kühlen der Einstichstelle eine schnelle, erste Abhilfe schaffen. Einige Tipps, wie Sie sich im Fall eines Wespen- oder Bienenstichs verhalten sollten, haben wir Ihnen in den folgenden Abschnitten zusammengetragen.

Vorsorge: so vermeiden Sie es, gestochen zu werden

  • Unser Experte Prof. Wrede rät: „Wespen und Bienen sollten sie weder schlagen noch anpusten. Die schnellen Bewegungen machen die Tiere aggressiv.“
  • Decken Sie Lebensmittel im Freien ab und achten Sie darauf, nicht direkt aus offenen Dosen oder Flaschen zu trinken.
  • Wischen Sie sich und Ihren Kindern nach dem Essen und Trinken die Hände und den Mund ab und entfernen Sie Essensreste vom Tisch oder der Tischdecke am besten sofort.
  • Lenken Sie die Tiere ab: platzieren Sie eine Ablenkfütterung z.B. in Form von reifen Trauben einige Meter entfernt von Tisch oder Buffet.

Schon gewusst? Starke Duftstoffe wie Parfum oder parfümierte Cremes gaukeln süße Nahrung vor und ziehen die fliegenden Insekten an. Ätherische Öle wie durch Duftpelargonien oder Nelkenöl sollen die Insekten fernhalten.

Erste Hilfe: was hilft bei einem Wespenstich?

  • Nach dem ersten Schreck gilt es erst einmal, sich zu beruhigen. Setzen Sie sich und kühlen Sie die Einstichstelle mit Kältekompressen oder Eiswürfeln, dies lindert die Schmerzen und den Juckreiz.
  • Bei Bienenstichen kann der Stachel mit anhängender Giftblase in der Haut verbleiben. Entfernen Sie diesen rasch mit einer Pinzette oder durch Beiseiteschieben mit dem Fingernagel, ohne die Giftblase zu entleeren.
  • Ebenfalls helfen können Hausmittel wie eine Scheibe Zitrone oder ein Stück rohe Zwiebel, die Sie für ein paar Minuten auf den Stich pressen. Um das Gift zu neutralisieren, kann Hitze, z.B. durch einen sogenannten Stichheiler, helfen.
  • Um den Juckreiz zu lindern, können Sie in der Apotheke zusätzlich rezeptfreie Gels oder Cremes kaufen.

Besondere Vorsicht: Insektenstiche im Mundraum

Ein Wespen- oder Bienenstich im Mundraum ist ganz besonders unangenehm. Aber auch hier gilt: Ruhe bewahren und folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Bei Symptomen wie einer geschwollenen Zunge, einem geschwollenen Hals oder Atemnot rufen Sie sofort den Notarzt (Telefon 112).
  • Ist der Stachel im Mund, an der Lippe oder der Zunge zu sehen, kann eine andere Person ihn vorsichtig entfernen. Wenn dies nicht schnell und einfach möglich ist, sollte aufgrund der Gefahr einer zunehmenden Schwellung der Luftwege keine weiteren Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes unternommen werden.
  • Im Falle eines Atemstillstandes müssen Wiederbelebungsmaßnahmen bis zum Eintreffen des Notarztes vorgenommen werden.

Schon gewusst? Wurden Sie im Mundraum von einer Biene oder einer Wespe gestochen, sollten Sie auf keinen Fall etwas trinken, sondern am besten vorsichtig Eiswürfel lutschen oder eiskalte Halsumschläge anlegen, um die Schwellung zu lindern.

Mit Bedacht handeln: Vorsichtsmaßnahmen für Allergiker

Wenn Sie allergisch auf Insektenstiche reagieren und von Ihrer Allergie wissen, ist es ratsam, immer ein Notfallset bei sich zu tragen. Für Kinder gibt es zudem spezielle Notfallarmbänder, die Ersthelfer auf die Allergie gegen Insektengifte aufmerksam machen. Dennoch sollte im Notfall immer der Rettungsdienst gerufen werden, da weitere Reaktionen des Körpers auch nach einer Medikamentengabe nicht vorhersehbar sind. In den ersten Momenten nach dem Stich gilt aber erst einmal der Grundsatz:

Atmung sichern, Kreislauf stabilisieren und den Krankenhaus-Transport organisieren.

„Symptome wie Schweißausbrüche, Schwindel und Übelkeit deuten auf eine allergische Reaktion hin“, bestätigt Prof. Wrede und ergänzt: „Schlimmstenfalls kann die betroffene Person auch bewusstlos werden und einen Atem- sowie Kreislaufstillstand erleiden. Dann muss unbedingt und ohne Zögern der Notruf 112 verständigt werden.“

Schon gewusst? Ob Sie tatsächlich gegen das Gift von Bienen- oder Wespenstichen allergisch sind, können Sie während eines stationären Krankenhausaufenthaltes feststellen lassen. Im Rahmen unterschiedlicher Tests mit verschiedenen Konzentrationen des Gifts werden die Reaktionsschwelle Ihres Körpers und Ihre Herz-Kreislauffunktionen überwacht.

Reagieren Sie allergisch, kommt es, wie bei anderen Allergien auch, zu einer übersteigerten Immunreaktion auf die Stoffe, die normalerweise keine Gefahr für den Organismus darstellen. Ziel dieses Verfahrens ist es, die Allergie gegen Insektengifte entweder zu diagnostizieren oder auszuschließen und entsprechende Vorsorge-Maßnahmen wie die Bestückung mit einem Notfallset oder auch der Durchführung einer Hyposensibilisierungs-Behandlung zu veranlassen.

Redaktion und mit freundlicher Empfehlung: Helios Klinikum Berlin-Buch

 


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