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Rehkitze auf Feldern – Wenn das Versteck zur Todesfalle wird

Gefahr für viele Jungtiere

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Auf ins Neue Rathaus: Infos, Bilder und Videos zur Eröffnung. Beitrag
Covid-19: Alle Infos zur neuen Corona-Verordnung ab 21.10. im Land Brandenburg. Beitrag
Wetter am Freitag: Anfangs teils sonnig, später Wolken und Regen bei bis zu 17 Grad

Bernau (Barnim): Eigentlich hat der Anblick einer Landmaschine mit Mähwerk, welcher Bahn für Bahn seine Kreise zieht, fast schon etwas Romantisches.

Stehen diese Landmaschinen doch für Landleben-Idylle und gehören in unserer ländlichen Gegend zum täglichen Bild dazu.

Leider werden aber genau diese Mähwerke, die zurzeit das Heu für den Winter schneiden, zur tödlichen Waffe für gerade zur Welt gekommene Rehkitze, Junghasen und Bodenbrütende Vögel.

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Rehe verstecken ihren Nachwuchs bevorzugt im hohen Gras, was auf einer seit Jahrtausenden bewährten Überlebensstrategie beruht. So harren Wildtiere oftmals stundenlang bewegungslos auf dem Boden aus, um von Fressfeinden nicht bemerkt zu werden. In der Regel bleiben die Mütter in der Nähe, um in Notsituationen einschreiten zu können, jedoch ist eine Landmaschine aus Sicht der Rehe keine wirkliche Gefahr. Und so sterben laut PETA jedes Jahr ca. 100.000 Tiere einen qualvollen Tod.

Auch rund um Bernau sind dieser Tage zahlreiche Landmaschinen unterwegs, um mit der Heuernte zu beginnen und das hochgewachsene Gras zu schneiden. Und so musste unsere Leserin Franziska am Freitagabend eine traurige Entdeckung machen.

Während eines Spazierganges mit ihrem Hund, entlang der A11 in der Nähe des S-Bahnhofes Friedenstal, bemerkte sie eine suchende Ricke. Sofort kam ihr beim Anblick des gemähten Feldes der schreckliche Gedanke, dass dort ein verletztes Rehkitz liegen könnte, welches vielleicht Hilfe benötigt. Umgehend machte sie sich auf die Suche und fand bereits nach kurzer Zeit, ein sehr schwer verletztes Jungtier, welches noch am Leben war.

Da das Feld bereits in den frühen Morgenstunden gemäht wurde, lag das Tier vermutlich den ganzen Tag in der prallen Sonne und kämpfte um sein Leben, die schlimmen Bilder wollen wir Euch hier ersparen. Leider waren die Verletzungen so massiv, dass der herbeigerufene Jäger das Jungtier nur noch von seinen Leiden erlösen konnte. (Foto zeigt schwer verletztes Rehkitz am Freitag in Bernau – Quelle: privat – Franziska)

Bernau - Barnim - Rehkitz

Doch was können Landwirte tun, um diesen grausamen Zustand zu beenden? Laut PeTA sind Landwirte dazu verpflichtet den zuständigen Jagdausübungsberechtigten im Vorfeld zu informieren und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um den Tod dieser Tiere zu verhindern.

Zudem verstößt das liegen lassen und der damit einhergehende Tod des Wildtieres gegen das Tierschutzgesetz und stellt eine Straftat dar. Um dies zu verhindern haben sich deutschlandweit Gruppen zusammengefunden, die den Landwirten helfen, die betroffenen Wiesen nach Jungtieren abzusuchen.

Auch finden sich immer mehr Drohnenpiloten, die mit ihrer Technik die Jungtiere aus der Luft aufspüren und für die Zeit des Mähvorgangs in Sicherheit bringen. Dies funktioniert zum Bespiel mit einer Wärmebildkamera. Im nu ist solch ein Feld überflogen und kann darüber Auskunft geben, ob sich schutzsuchende Jungtiere im Feld befinden. Wie uns Drohnenpilot Dennis Brücke von “Fotos aus der Luft” mitteilte, sei morgens zwischen 3 und 7 Uhr die beste Zeit dafür, da sich die Körpertemperatur noch stark von der Außentemperatur unterscheidet.

Auch in unserer Region ist der Einsatz einer Drohne für diesen Zweck möglich, alle Infos hierzu findet ihr unter: https://www.fotoausderluft.de/rehkitzrettung-in-brandenburg/

Bernau , Barnim

Wer nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sein möchte, hat immer noch zahlreiche Möglichkeiten, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. So rät die Deutsche Wildtier Stiftung dazu auf, die betroffene Wiese bereits einen Tag vor der Mahd mit Plastiktüten oder Geruchsbänder zu bestücken, um das Wild zu vergrämen. Zudem können die Flächen durch einen örtlich ansässigen Jäger im Vorfeld mit einem Vorstehhund abgesucht werden. Die gefundenen Jungtiere werden dann in einem benachbarten Feld oder einer Hecke abgelegt, die Muttertiere finden sie dort sicher wieder.

Ein Zusammenstoß zwischen Tieren und Menschen lässt sich wohl nie ganz verhindern aber es sollte doch alles menschenmögliche getan werden, um solche Vorfälle zu vermeiden.

Wer sich nun intensiver mit dem Thema beschäftigen oder sich gar einer Wildtierrettungsgruppe anschließen möchte, findet unter: https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/reh-stoppt-den-maehtod zahlreiche Infos und Kontakte.

Titelbild: Dennis Brücke – Rehkitzrettung / “Foto aus der Luft”


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