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Hoffnungstaler Stiftung Lobetal: Hospizarbeit und Sterbebegleitung

Ausbildung zum Sterbebegleiter im Ehrenamt

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Bernau (Lobetal): Der Monat November ist traditionell verbunden mit dem Gedenken an verstorbene Menschen.

Damit kommen auch die Hospizarbeit und die Sterbebegleitung in den Fokus der Öffentlichkeit. Dazu passend: Die Ambulanten Hospizdienste bieten Kurse für ehrenamtliche Sterbebegleiter an.

Paula Conrad (28) hat diese Ausbildung im ‚Ambulanten Lazarus Hospizdienst‘ der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal im September begonnen. Sie erzählt ihre Geschichte und steht auch für ein Interview zur Verfügung.

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Paulina Conrad ist eine junge Frau. Sie lernt, wie man sterbende Menschen begleitet.

Wie alt bzw. jung muss ein Sterbebegleiter sein? Stellt man diese Frage, so werden die meisten Befragten antworten: Vielleicht 60 oder 70 Jahre. Und fragt man weiter: Wie alt sollte man sein? Dann wird die Antwort zumeist lauten: Man sollte zumindest über ausreichend Lebenserfahrung verfügen.

Paulina Conrad ist da ein wenig anderer Meinung. Sie ist 28 Jahre alt und hat im September die Ausbildung zur Sterbebegleiterin im Ambulanten Lazarus Hospizdienst der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal begonnen. Für sie spielt das Alter einer Sterbebegleiterin nur bedingt eine Rolle. „Das ist relativ“, sagt sie. „Sicher hat man, wenn man älter ist, schon mehr Erfahrungen gemacht mit dem Verlust nahestehender Menschen als ein junger Mensch.“ Doch sie fügt hinzu: „Viel ausschlaggebender ist, welche persönliche Einstellung ich zum Thema ‚Tod und Sterben‘ habe. Es gibt viele ältere Menschen, die sich damit noch gar nicht auseinandergesetzt haben. Und es gibt junge Erwachsene, die sich intensiv damit beschäftigen.“

Bei Paulina Conrad war es so, dass sie mit 25 Jahren ihre Mutter verlor. Das Thema Sterben und Tod war ihr fremd. Es hat sie sehr unvorbereitet getroffen. Drei Monate war sie an der Seite ihrer Mutter. „Ich habe im Nachhinein reflektiert, was mir geholfen hat. Es war vor allem die Unterstützung durch einen Seelsorger im Krankenhaus. Das war für mich enorm wichtig.“ So konnte sie mit einem Menschen reden, der nicht innerhalb des Familien- und Freundeskreises betroffen war. Für Frau Conrad war dies eine große Unterstützung.

Inzwischen weiß sie, dass viele Angehörige in einer ähnlichen Situation auf sich gestellt sind. Sie haben Niemanden, mit dem sie sich austauschen können, der Mut macht oder die Dinge sortiert. Auch Menschen, die Abschied nehmen, sind oft alleine. „Das war einer der Gründe, weshalb ich mich entschlossen habe, den Kurs zur Sterbebegleitung zu besuchen“, berichtet Frau Conrad.

Wenn sie im Freundeskreis davon erzählt, dann ist der Redebedarf groß: „Viele sagen, dass sie das nicht könnten. Sie fragen, wie ich darauf gekommen und ob es das Richtige für mich sei. Sie verstehen es dann aber aufgrund meiner eigenen Erfahrung.“ Andere bringen ihr großen Respekt entgegen. Die meisten sind neugierig. Sie wollen wissen, was sie in den Kursen lernt.

Sie erzählt dann von Übungen, die zeigen, wie man sich als Betroffene fühlt oder als Helfende oder wie es ist, wenn man sich durch Sprache nicht mehr mitteilen kann. „Das waren sehr intensive Erfahrungen. Mir wurde klar, was es für die Begleitung bedeutet, wenn keine verbale Kommunikation mehr möglich ist, aber auch wieviel über nonverbale Kommunikation geschehen kann.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses lernen über ihre Ängste zu sprechen, darüber ob man Dinge richtig oder falsch machen kann. Sie spüren, wie es ist, wenn man in einem Bett liegt und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist.

Für diejenigen, die überlegen, einen Kurs zur Lebensbegleitung im Sterben zu beginnen, sei es wichtig, keine Berührungsängste mit Menschen zu haben, die pflegebedürftig sind. Ebenso sei es hilfreich, sich klar zu machen, was diese Arbeit umfasst, auch zeitlich. „Wichtig ist, nicht naiv an die Sache heranzugehen. Es ist ein besonderes Engagement. Es reicht nicht aus, das Thema spannend zu finden.“ Sicher sei oft eine eigene Betroffenheit gegeben, aber es sollte schon ein gewisser Punkt im Bearbeitungsprozesses erreicht worden sein.

Paulina Conrad fällt es nicht schwer über Sterben und Tod zu sprechen. In der Gesellschaft sei es schon anders. „Vieles findet hinter verschlossenen Türen statt, auch in der Familie und bei Verwandten“, findet sie. Viele seien gehemmt mit trauernden Menschen umzugehen. Sie macht Mut, keinen Bogen um das Thema zu machen. „Ich glaube nichts zu sagen ist schlimmer als irgendetwas zu sagen.“  Sterben, Tod und Trauer gehören zum Leben. Paulina Conrad weiß, wovon sie spricht.

Hintergrund: Ausbildung zum Sterbebegleiter

Das Ambulante Lazarus Hospiz der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal bietet regelmäßig Kurse zur Sterbebegleitung an. Der Kurs umfasst ein halbes Jahr mit monatlich zwei Treffen.  Er beginnt im März 2019. Kosten: Es wird eine Kaution von 250 Euro erhoben, die nach zwei Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit zurückerstattet wird. Anmeldungen werden jetzt schon entgegengenommen bei Lydia Röder, 030-46705-276, lazarushospiz-l.roeder@lobetal.de.

Der Kurs vermittelt Grundinformationen zur Hospizarbeit. Übungen und Trainings geben Sicherheit in der Sterbebegleitung, Meditationen unterstützen das ganzheitliche Lernen. Bezug wird genommen auf eigene Erlebnisse, die in Fallbeispielen besprochen werden. Voraussetzung zur Teilnahme sind eine positive Haltung zur Hospizidee, Fähigkeit zur Empathie und Wertschätzung sowie die Offenheit, Sterbende Menschen nachhaltig zu begleiten.

Ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit gibt die Chance, einer sinnstiftenden, persönlich bereichernden Tätigkeit nachzugehen. Ehrenamtliche können so ihrem Mitgefühl Ausdruck verleihen und in Kontakt mit Gleichgesinnten und Menschen kommen, die sich über Zuwendung und Einsatzbereitschaft freuen.

Quelle: Hoffnungstaler Stiftung Lobetal / Foto: Pixabay – truthseeker08 – CC0 

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