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Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag in Bernau und Panketal

In Gedenken

Bernau / Panketal: Am gestrigen Sonntag fanden anlässlich des Volkstrauertages zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt. So unter anderem auch im Bernauer Ortsteil Ladeburg und Panketal statt.

Mit Kranzniederlegungen wurde an den jeweiligen Ehrenmalen an die Gefallenen des 1. Weltkrieges, an die Opfer des Nationalsozialismus und allen Opfern von Gewalt gedacht.

Vertreter der Stadt Bernau, so unter anderem Ladeburgs Ortsvorsteher Jens Thaute, Bernaus Dezernent für Bau-, Gebäude-, Stadtplanungs- und Infrastrukturangelegenheiten, Jürgen Jankowiak sowie zahlreiche Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, der Vorstand des Heimatvereins Ladeburg sowie Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ladeburg legten Blumen und Kränze nieder und gedachten mit teils mahnenden Worten den Gefallenen der Weltkriege und den Opfern von Gewalt.

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Es war der erste Volkstrauertag seit Beginn des Ukrainekrieges und so standen die Worte der Rednerinnen und Redner im Schatten der aktuellen Kriegsgeschehnisse.

Jürgen Jankowiak erinnerte in seiner Rede, dass der Volkstrauertag ursprünglich bereits vor genau 100Jahren dem Gedenken der gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges galt. „Obwohl der Erinnerung an das Leid des Krieges noch frisch waren, kam es nur wenige Jahre später zum 2. Weltkrieg. Dieser brachte noch mehr Leid, noch mehr Opfer und am Ende den Einsatz von Nuklearwaffen mit sich. Damit sollte eigentlich eine ausreichende Warnung an die Menschheit ergangenen sein, Kriege unbedingt zu vermeiden. Doch leider scheint dies in diesem Jahr in Vergessenheit zu geraten, wie eine dunkle Wolke über uns allen, schwebt das aktuelle Kriegsgeschehen in Ost-Europa. Wir machen nun Erfahrungen, die wir glücklicherweise lange nicht machen mussten und hoffen, dass diese dunkle Wolke uns nicht direkt trifft. Zum Entsetzen über das Grauen, das der Krieg mit sich bringt, kommen dessen Begleiterscheinungen und wir müssen uns mit Themen befassen, die wir lange überwunden glaubten.

Menschen fliehen zu uns, Lebensmittel und Energie verteuern sich enorm und in verschiedenen Bereichen haben wir mit Versorgungsschwierigkeiten zu rechnen. Vor kurzem haben wir das noch nicht für möglich gehalten. Unsere Wirtschaft gerät in Bedrängnis, es sind dies die unvermeidlichen Begleiterscheinungen eines Krieges und wir hoffen, dass es uns nicht noch stärker treffen wird und wir nicht in das unmittelbare Kriegsgeschehen verwickelt werden. Der ärgste Feind des Friedens ist das Vergessen, heißt es. Damit das Vergessen sich nicht breit machen kann, gibt es Mahnmale, wie dieses in Ladeburg. Sie können aber nur Symbol sein, ihre Aussage muss durch uns gelebt werden. Angesichts der Toten zweier Weltkriege und der damit verbundenen Mahnung, können wir uns im Kleinen, in unserem unmittelbaren Umfeld darum bemühen, das anzuwenden was im großen Maßstab derzeit leider nicht gelingt. Den Respekt vor dem anderen zu bewahren, dessen Grenzen zu respektieren, seine Ängste mitzudenken, ihm nicht vorschnell schlechte Absichten zu unterstellen und vor allem nicht aufhören das Gespräch zu suchen.“

Auch Pastorin Michaela Fröhling erinnerte mit ihren Worten an die vielen Opfer der beiden Weltkriege und dem Leid der Überlebenden, die mit dem Verlust ihrer Liebsten weiterleben und zur Normalität finden mussten. „Und so zieht sich das Leid durch Familien und Generationen und was bleibt ist die Erinnerung, welche durch die Erzählung lebendig bleibt und der Trauer Raum einräumt. Durch das Erinnern werden wir gesund, hoffnungsvoll und mutig für die Gegenwart. Die Nächstenliebe und das Mitgefühl sind gerade jetzt so sehr wichtig, um mit dem anderen in Kontakt zu treten und ihn neu Sehen zu lernen. Der Gesellschaft offen gegenüberzutreten und Mauern zu überwinden“.

Musikalisch wurde die Gedenkveranstaltung in Ladeburg vom Gesangsverein Teutonia sowie vom Posaunenchor Lobetal begleitet.

Nicht weniger nachdenklich kam man bereits am frühen Sonntagvormittag am Mahnmal in Schwanebeck zusammen. Zu der Gedenkveranstaltung hatten alle Parteien der Gemeinde Panketal, außer der AFD aufgerufen, um ein klares Zeichen gegen rechte Gruppierungen zu setzten. So heißt es in der Einladung der SPD Barnim, „Das Gedenken wird durch AfD und weiteren Gruppierungen des neonazistischen Spektrums missbraucht zur Verherrlichung nicht demokratischen Deutsch- und Soldatentums. Dem wollen wir ein deutliches ziviles Zeichen entgegensetzen.“

Nach Meinung einiger Besucher nutzte die AFD Panketal den Volkstrauertag in den letzten zwei Jahren als Heldengedenktag und scharrte bis zu einhundert Gäste, unter anderem aus dem rechten Milieu um sich herum. Wie uns Panketals Bürgermeister Maximilian Wonke vor Ort erzählt, ist ein Heldengedenktag, aus seiner Sicht unangebracht. „Im Krieg gibt es keine Helden, es gibt immer nur Menschen, zumeist Männer, die instrumentalisiert werden und im Selbstverteidigungsmodus um ihr eigenes Leben kämpfen. Niemand möchte in Flugzeugen, Bunkern oder Gräben sitzen, sondern eigentlich möchten alle nur nach Hause und in Frieden mit ihrer Familie leben.“

Zu der Gedenkveranstaltung in Schwanebeck kamen neben Vertretern der Gemeinde auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Simona Koß und Peter Vida, Fraktion BVB / FREIE WÄHLER und Mitglied des Landtages Brandenburg.

Auch sie erinnerten in ihren Redebeiträgen der Opfer beider Weltkriege und widmeten sich dem aktuellen Kriegsgeschehen in der Ukraine. Peter Vida appellierte zudem daran, „dass der Volkstrauertag nicht nur ein Gedenktag für die Toten ist, sondern ein Tag an dem uns bewusst werden muss, dass Menschlichkeit, Frieden und Aussöhnung die Werte sind, für die wir gemeinsam einstehen müssen. An vielen Orten Deutschlands werden Kränze niedergelegt und so ist der Volkstrauertag ein Tag der Mahnung, um deutlich zu machen, welch schützenswerte Güter Leben und Menschenwürde sind. Und gerade deshalb ruft dieser Tag dazu auf, zur Achtung vor jedem einzelnen Menschen und vor jedem einzelnen Leben zu haben. Denn nur so können wir ein friedliches und von Respekt getragenes Miteinander sicherstellen“.

 

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