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“Europäische Tag des Notrufs 112” – auch in der Barnimer Leitstelle

Täglich 300 Notrufe in der Leitstelle NordOst

Bernau / Barnim: Gemeinsam mit dem Europäischen Parlament und dem Rat der Europäischen Union hat die EU-Kommission den 11. Februar zum „Europäischen Tag des Notrufs 112“ erklärt.

Der europaweite Notruf 112 wurde 1991 eingeführt um – zusätzlich zu den nationalen Notrufnummern – eine einheitliche Notrufnummer in allen EU-Mitgliedstaaten verfügbar zu machen. Der “Notruftag 112” steht für den “11”. Februar und die “2” für den Monat. Um auf den Tag des Notrufes aufmerksam zu machen, twittert z.B. die Berliner Feuerwehr am heutigen Freitag 12 Stunden lang ihre Einsätze und Infos zur Feuerwehr.

Seit Dezember 2008 sind die Notrufdienste aus allen Fest- und Mobilfunknetzen überall in der Europäischen Union gebührenfrei unter der einheitlichen Notrufnummer 112 erreichbar. In Deutschland führt die 112 immer in die örtlich zuständige Leitstelle von Rettungsdienst und Feuerwehr, im europäischen Ausland kann der Anruf auch an die Polizei oder eine andere Vermittlungsstelle weitergeleitet werden.

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Wie wichtig Aufklärung im Bereich Notruf ist, wissen die Mitarbeitenden der Integrierten Regionalleitstelle NordOst (IRLS NordOst) in Eberswalde nur zu gut. Sie bilden in den Landkreisen Barnim, Uckermark und Oberhavel das Bindeglied zwischen Notfallort und Rettungskräften. Wer die 112 wählt, landet direkt bei ihnen.

„Wo genau ist der Notfallort?“

„Notruf Feuerwehr/Rettungsdienst – Wo genau ist der Notfallort?“ – So beginnt Einsatzsachbearbeiter Mike Hameister, einer von insgesamt 50 Mitarbeitenden der IRLS NordOst, jeden Notruf. Am Beispiel des folgenden Szenarios wird ersichtlich, wie lebensrettend diese drei Ziffern sein können:

Ein 60-jähriger Mann klagt am Samstagabend im Beisein seiner Familie am Esstisch in einem Barnimer 300-Seelenort über Schmerzen in der Brust. Plötzlich wird er bewusstlos und fällt vom Stuhl auf den Boden. Die Tochter wählt geistesgegenwärtig sofort den Notruf 112. Mike Hameister hebt ab und macht sich anhand einer gezielten Befragung ein genaues Bild von der Situation am Einsatzort. Während er noch mit der Anruferin die letzten Fragen klärt und bereits lebensrettende Maßnahmen wie die Telefonreanimation einleitet, sind Rettungswagen und Notarzt bereits durch ihn parallel alarmiert worden. Nun bleiben die Einsatzsachbearbeiterinnen und -sachbearbeiter, wie auch in diesem Fall, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes am Telefon und begleiten die Anrufer durch diese sehr schwere Situation.

Leitstelle NorOst EberswaldeMike Hameister, 43 Jahre, ausgebildeter Rettungsassistent, ist seit dem Jahr 2017 in der IRLS NordOst tätig und ehrenamtlicher KATRETTER.

KATRETTER leisten wichtige Ersthilfe

Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand oder bei Bewusstlosigkeit ist eine schnelle, professionelle medizinische Hilfe oft lebensentscheidend. Seit beinahe einem Jahr können Mike Hameister und seine Kolleginnen und Kollegen zusätzlich zum boden- und/oder luftgebundenen Rettungsdienst auch die sogenannten KATRETTER alarmieren. Über die Standortangabe ihres Smartphones werden die ehrenamtlichen Retterinnen und Retter, die sich in unmittelbarer Einsatznähe befinden und aufgrund ihres beruflichen Kontextes aus Bereichen wie Rettungsdienst, Feuerwehr, THW, Polizei oder anderen Hilfsorganisationen über eine medizinische Grundausbildung verfügen, lokalisiert.

Zwei dieser KATRETTER finden sich wenige Minuten nach der Alarmierung beim Bewusstlosen ein: Sie setzen die bereits durch die Leitstellenmitarbeitenden begonnene Wiederbelebung qualifiziert fort – und zwar bis zum Eintreffen der Rettungskräfte.

Der 60-jährige Mann überlebt Dank der gut funktionierenden Rettungskette und hat sich mittlerweile vollständig von seinem gesundheitlichen Vorfall erholt. So oder so ähnlich können viele Geschichten geschrieben werden.

Notruf 112, eine Nummer fürs Leben

Durchschnittlich laufen 300 Notrufe täglich über die europäische Notrufnummer 112 in der IRLS NordOst ein. Allein im vergangenen Jahr resultierten daraus 95.760 Einsätze – davon bezieht sich der Großteil mit ca. 70.000 Einsätzen auf einen rettungsdienstlichen Hintergrund –, in denen die Frauen und Männer am Notruf umgehend Maßnahmen einleiten, Rettungskräfte zu Einsatzstellen entsenden und der Bevölkerung helfend zur Seite stehen konnten.

Weitere Informationen zum Notruf von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie dem KATRETTER-System finden Sie auf der neu gestalteten Internetseite www.leitstelle-nordost.de.

Regionalleitstelle NordOstBlick in die Eberswalder Leitstelle

Verwendete Quellen: Landkreis Barnim, Europäische Kommission, Wikipedia

 

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