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Dampfschiffe am Finowkanal auf den Weg nach Eberswalde

"BEACH AND BOAT" in Eberswalde

Bernau / Eberswalde: Zahlreiche Dampfschiffe sind in diesen Tagen unterwegs um in aller Ruhe nach Eberswalde zu tuckern.

Gestern passierten sie aus Liebenwalde kommend den Finowkanal und legten einen kurzen Zwischenstopp an der Schleuse in Zerpenschleuse / Ruhlsdorf ein. 

„Seit hundert Jahren erleben Sie auf dem Finowkanal wieder Boote mit Dampfmaschinen, Schornsteinen und Dampfpfeifen“, heisst es in der Ankündigung des Deutschen Dampfbootvereins e.V.

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„Die Gäste kommen aus verschiedenen Regionen in Deutschland und der Schweiz. Unsere Mitglieder und Finowkanal-Paten möchten den Gästen die Schönheit des Finowtals zeigen und ihnen die Bedeutung dieser Region aus der Pionierzeit der deutschen Industrialisierung nahebringen.“

Den Abschluss der außergewöhnlichen Tour bildet die „BEACH AND BOAT“ an der Stadtpromenade in Eberswalde am morgigen Donnerstag von 16-19 Uhr.

Um 16 Uhr findet die Begrüßung und Einfahrt der Dampfboote mit anschließenden Dampfbootfahrten für jedermann auf dem Finowkanal statt. Begleitet wird der Nachmittag mit Musik von Alexander Peppler und feinste Beats aus der Heimat.

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In Zerpenschleuse waren folgende Boote dabei

Penelope

Ein sehr schönes Boot komplett aus Holz. Es gehört einem schweizer Dampfbootfreund, ist auf dem Zürichsee beheimatet und und wurde von Eigner in der Zeit 2001 bis 2007 komplett selbst gebaut. Der Dampfkessel kommt aus England und hat ca. 60 Liter Wasserinhalt. Gefeuert wird mit Kohle und/oder Hartholz (z. Buche). Die Einzylinder Dampfmaschine hat ca. 4 PS und hat natürlich – wie in allen anderen Booten auch – eine Umsteuerung für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Ein solches Boot erreicht eine Geschwindigkeit von ca. 7 bis 8 Knoten, das entspricht etwa 12 km/h.

Seraphine

Das Boot hat einen großen GFK-Rumpf und einen Holz Innenausbau in Mahagoni. Bauzeit ist in den Jahren um die Jahrhundertwende. Auch dieses Boot kommt aus der Schweiz. Der große Rauchrohrkessel kann mit Kohle und/oder Holz befeuert werden. Die Zweizylinder Dampfmaschiene ist vom Typ Stuart 6A; dieser Maschinentyp findet sich in zahlreichen Dampfbooten und ist sehr beliebt unter den Dampfbootfreunden, weil sie noch heute als Gussteile-Bausatz von der Fa. Stuart geliefert wird und von versierten Dampfbootenthusiasten gebaut werden kann. Wie alle Dampfboote hat auch die Seraphine einen Dampfkondensator unter dem Rumpf im Wasser; der Abdampf wird nicht – wie z.B. bei Lokomotiven – in die Luft geblasen, sondern in diesem Kondensator abgekühlt und so wieder zu Wasser, das dem Wasser-Dampf-Kreislauf zugeführt werden kann; damit haben die Dampfboote nahezu keinen Wasserverbrauch, also einen geschlossenen Wasserkreislauf.

Min Deern

Dieses Dampfboot hat den sehr beliebten GFK-Rumpf der Fa. Elliot. Bauzeit des Bootes ca. 2005 bis 2008. Die Zweizylinder-Dampfmaschine ist von einer ganz besonderen Bauart mit nach oben wirkenden Kolbenstangen und sehr langen nach unten an den Zylindern vorbeigführten „Pleuelstangen“; sie läuft äußerst geschmeidig und ruhig. Die Maschine wurde vom Eigner selbst aus einem Bausatz mit einigen Modifikationen zusammengebaut. Das Boot ist an der Eider in Norddeutschland beheimatet.

Nepomuk

Der Rumpf ist aus GFK und wurde 2006 in Polen gefertigt. Das Boot hat einen recht großen Dampfkessel mit knapp 90 Liter Wasserinhalt und auch eine recht kräftige Dampfmaschine von ca: 5 PS. Der Ausbau zu einem Wohnboot erfolgte durch den Eigner und hat eine komplette Wohneinrichtung mit Schlafbereich, Wohnbereich, Küche, Bad und Toilette. Das Boot hat derzeit kein ausgewiesenes Heimatgewässer, ist aber in Deutschland zugelassen. Die Eignerfamilie unternimmt regelmäßig weite Urlaubsfahrten mit dem Boot, die auch bis in die Ostsee mit küstennahen Touren führen.

Prometheus

Auch dieses Boot hat den bekannten Elliot-GFK-Rumpf, wurde aber schon Ende der 80ger Jahre gebaut. Es hat einen großen Dampfkessel mit ca. 100 Liter Wasserinhalt und eine sehr kräftige Dampfmaschine mit 2 Zylindern in V-Anordnung und ca. 10 PS. Damit ist dieses Boot eines der kräftigsten und schnellsten im Deutschen Dampfbootverein. Die Heimat des Bootes sind die Gewässer rund um Xanten am Niederrhein.

Sunrise

Der Holzrumpf des Bootes wurde vom Eigner selbst in einer sehr aufwändigen Leistenbauweise angefertigt. Der Dampfkessel ist ein Wasserrohrkessel, wobei sich das zu erhitzende Wasser in mehreren langen Rohwendeln befindet; dabei ist die im Kessel befindliche Wassermenge vergleichsweise gering, hier ca. 15 bis 20 Liter; das hat den Vorteil, dass Anheizen relativ zügig geht, aber andererseits muss der Wasserstand ständig sehr genau kontrolliert werden, damit der Kessel nicht „trocken gefahren“ wird. Die Einzylindermaschine wurde vom Eigner ebenfalls komplett selbst konstruiert und gebaut.

Liberty Belle

Derzeit der einzige kleine Raddampfer in unserem Bootsregister. Ursprünglich in der 80er Jahren mit einem Holzrumpf gebaut, wurde das Boot 2005 vom derzeitigen Eigner völlig neu aufgebaut. Das Boot hat eine liegende Zweizylinder-Dampfmaschine, die die beiden Seitenräder über eine gemeinsame Kurbelwelle antreibt. Das Boot kommt aus der Schweiz und ist am Vierwaldstättersee beheimatet. Auch dieses Boot besitzt einen Wasserrohr-Dampfkessel mit ca. 17 Litern Wasserinhalt. Der Hund ist übrigens ständiger Begleiter auf dem Boot und wir kennen das Boot gar nicht ohne ihn.

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Quelle: Ernst Biemer – Mitglied im Vorstand des Deutschen Dampfboot-Vereins

 

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