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Schönower Heide: Sorge um Müll, Vandalismus, Partys, Massentourismus

Naturparadies ist in Gefahr

Bernau (Schönow): Die Schönower Heide zählt zu den schönsten und schützenswertesten Bereichen in und um Bernau bei Berlin.

Viele Menschen, insbesondere auch der Schönower Heideverein, kümmern sich liebevoll um den Erhalt des Naturschutzgebietes. Blöd nur, wenn beinahe täglich Vandalismus auf der Tagesordnung steht. Wir haben uns zum gestrigen Welttag des Naturschutzes auf den Weg durch die Heide gemacht.

Der ehemalige Truppenübungsplatz, der 1991 wieder in den Besitz der Berliner Forsten übergegangen ist, sollte erst als Waldfläche umgebaut werden. Glücklicherweise entschied man sich damals anders und kultivierte das Gelände in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Barnim zu einer wundervollen Heidelandschaft und damit zu einem wichtigen Biotop zur Erhaltung der Biodiversität.

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Der mühevolle Erhalt des vorhandenen Biotopes bringt zahlreiche Tierarten mit sich und zeigt, dass sich seltene Lebewesen, wie der Ziegenmelker und der Wiedehopf so stark vermehren, dass sie bereits auf angrenzende Gebiete, wie die Hobrechtsfelder Rieselfelder ausweichen mussten. Dies sei besonders unter dem vorherrschenden extremen Besucherdruck, welcher sich vor allem durch die Pandemie entwickelt hat, etwas Besonderes., so Dr. Peter Gärtner, Leiter des Naturparks Barnim in einem Gespräch mit Bernau LIVE. Die Schönower Heide hat sich zu einem Ort der Erholung, der Artenvielfalt und einem Ort mit hohem Erlebniswertes entwickelt und darauf kann man stolz sein, so Dr. Gärtner weiter

Doch das Naturparadies ist in Gefahr. Die Schönower Heide leidet zunehmend unter Vandalismus gegenüber der Beschilderung und den Erholungsplätzen, wilden Partys und einer zunehmenden mutwilligen Zerstörung der Natur.

Um einen umfassenden Überblick zu geben, lud am gestrigen Nachmittag die Vereinsvorsitzende des Schönower-Heide-Vereins, Beate Kerkhofer, zu einem gemeinsamen Rundgang ein. Neben Bernau LIVE waren hierzu auch Dr. Peter Gärtner, Leiter des Naturparks Barnim und Ingmar Peuße, Revierförster der Berliner Forsten eingeladen.

Der Schönower-Heide Verein kümmert sich seit 15 Jahren mit viel Engagement und Herzblut um das 533 ha große Naturschutzgebiet. Umso schwerer fiel es der sonst so strahlenden Vereinsvorsitzenden, von ihrem Sorgenkind zu berichten.

Die Schönower Heide leidet aktuell unter zwei Problemen. Zum einen hat sich der Besucherstrom während der Pandemie massiv erhöht. Immer mehr Menschen haben das Naherholungsgebiet für sich entdeckt und genießen oft mit Freunden oder der Familie das Naturparadies. Hierbei wird oftmals die Picknickdecke, der Einmalgrill oder das Sandspielzeug mitgebracht. Auch für Hochzeitsfotografen oder Filmschaffende ist die Heide ein Motivhighlight, doch die guten Motive liegen oftmals abseits der Wege und sollten eigentlich nicht betreten werden.

Dann gibt es noch die „Freizeitsportler“, die sich Fahrradstrecken durch die Heide bauen, mit ihren Pferden durch den Sand galoppieren oder mit dem Quad über die Hügel springen. Jedes für sich mag in dem Moment nicht schlimm erscheinen aber alles Zusammen zerstört auf lange Sicht diesen einzigartigen Lebensraum.

Ein anderes Problem ist die zunehmende Nutzung der Heide als Party- und Freizeit-Location. Erst vor kurzem berichteten wir über eine Illegale Techno-Party in der Schönower Heide, welche durch die Polizei friedlich beendet werden konnte.

Die neue Aussichtsplattform, welche erst vor wenigen Wochen eröffnet wurde, ist bereits ebenfalls dem Vandalismus zum Opfer gefallen und muss regelmäßig von umherliegendem Partymüll befreit werden. Auch der Fledermausbunker, in welchem 5 bis 6 verschiedenen Fledermausarten Unterschlupf finden, wurde in der Vergangenheit mehrmals aufgebrochen und als Freizeitraum umgestaltet. Nun wird der Bunker für jedermann unzugänglich gemacht. Des Weiteren werden in den Abendstunden Lagerfeuer entzündet und immer öfter werden Bäume gefällt, um daraus Baumhäuser und Tipis zu bauen.

Um diesen zwei umfangreichen Themenfeldern entgegenzuwirken, wurden bereits beim gestrigen Rundgang mehrere Maßnahmen besprochen. So sollen Verhaltensregeln in Form von Infotafeln entlang der Wegstrecke angebracht werden. Um die Freiflächen besser zu schützen, soll die Beweidung durch Wildtiere ausgebaut werden. Und auch die Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Barnim werden zukünftig ein Auge auf die Heide haben.

Auch unser Beitrag soll ein bisschen darauf aufmerksam machen, dass es sich bei der Schönower Heide nicht um eine künstlich angelegte Parkanlage handelt, sondern um ein Naturschutzgebiet mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenvielfalt, die es rigoros zu schützen gilt. Insofern möchten wir an eure Vernunft appellieren eueren Beitrag dazu zu leisten, dass uns dieser wundervolle Ort noch lange erhalten bleibt.

Wir bedanken uns für die Einladung und werden das Thema weiter verfolgen.

Wer Lust hat, sich die Schönower Heide einmal genauer anzusehen, dem empfehlen wir eine Führung mit dem Schönower–Heide-Verein. Während eines zweistündigen Spazierganges erfahrt ihr alles Wissenswerte über und um die Heide. Info.

Fotos: Bernau LIVE

Bilder Vandalismus

 

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