Zwischen Räumpflicht und Ressourcenlimit: Brandenburgs Winterdienst-Bilanz
Winter-Saison 2025 / 2026
Bernau – Brandenburg: Während die Sehnsucht nach dem Frühling derzeit kaum Raum für Gedanken an Eis und Schnee lässt, zieht der Landesbetrieb Straßenwesen zum heutigen Stichtag einen endgültigen Schlussstrich unter das Winterhalbjahr.
Mit dem offiziellen Ende der Winterdienstsaison am heutigen 15. April 2026 steht fest: Die vergangenen Monate waren ein Kraftakt. Der Landesbetrieb blickt auf eine Bilanz zurück, die zwar die Sicherheit auf Brandenburgs Straßen bestätigen kann, aber auch die Grenzen von Material und Infrastruktur aufzeigte. Trotz massiver Wintereinbrüche zu Beginn des Jahres 2026 konnte die Verkehrssicherheit auf den rund 6300 Kilometern des brandenburgischen Bundes- und Landesstraßennetzes weitgehend stabil gehalten werden.
Der Vorstandsvorsitzende des Landesbetriebs, Mike Koehler, führt den Erfolg primär auf die hohe Einsatzbereitschaft der rund 1000 Beschäftigten in den 33 Straßenmeistereien zurück und spricht diesbezüglich ausdrücklich seinen Dank aus. In einem Drei-Schicht-System (03:00 bis 22:00 Uhr) gelang es, auch kritische Phasen mit hoher Verkehrsdichte sowie die 1.700 Kilometer innerörtlichen Verbindungen zu betreuen. Die Logistik stützte sich dabei auf einen Fuhrpark von 250 Fahrzeugen, wobei verstärkt auf moderne Feuchtsalz-Technologien (FS 30) und präventive Sole-Ausbringung gesetzt wurde.
Kritischer Blick auf Salzverbrauch und Materialbelastung
Hinter den Erfolgsmeldungen verbirgt sich jedoch eine Saison der Extreme, die Schwachstellen in der Materialschlacht offenlegte:
- Verdoppelter Salzverbrauch: Mit rund 50.800 Tonnen Streusalz lag der Bedarf mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt der letzten vier Jahre (ca. 25.000 Tonnen). Diese enorme Menge zwang den Betrieb dazu, Salzbestände deutschlandweit nachzubestellen und Lieferungen zeitweise nach Priorität zu steuern – ein Hinweis auf die ökologische und ökonomische Last extremer Frostperioden.
- Verschleiß der Infrastruktur: Die häufigen Frost-Tau-Wechsel hinterließen deutliche Spuren. Der Landesbetrieb räumt ein, dass die Zahl der Schlaglöcher und Straßenschäden massiv zugenommen hat. Die Verkehrssicherheit kann vielerorts derzeit nur durch provisorische Reparaturen mit Kaltmischgut oder einschränkende Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen aufrechterhalten werden.
Ausblick: Die Vorbereitung beginnt sofort
„Mit Abschluss der Winterdienstsaison 2025/2026 starten die Vorbereitungen für die kommende Saison. Der Betriebsdienst beginnt bereits jetzt, die Salzhallen wieder aufzufüllen. So wird sichergestellt, dass auch bei früh einsetzender Winterwitterung die Straßen geräumt und gestreut werden können. Daneben werden vorbereitende Maßnahmen, wie Fahrsicherheitstrainings durchgeführt und die Einsatzfähigkeit von Fahrzeugen und Technik sichergestellt. In den nächsten Monaten wertet der Betriebsdienst die Erfahrungen des letzten Winters aus, um sich auf die nächste Saison vorzubereiten“, so der Landbetrieb Straßenwesen.
Quelle(n): Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg.
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