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Was kann ich tun? Wer hilft mir? „Aufwind“ berät Pflegende zu Demenz

Tag der Pflege am 12. Mai

Bernau / Eberswalde: Was sollte man über Demenzerkrankungen wissen? Wie kann ein Leben mit Demenz in der Familie besser bewältigt werden? Welche Betreuungs- und Entlastungsmöglichkeiten, welche neuen Wohnformen existieren, wenn die Familie an Grenzen kommt? Was lässt sich durch die Pflegeversicherung finanzieren?

Diese und andere Fragen beantwortet eine Kursreihe für Angehörige. Diese findet unter der Überschrift „Hilfe beim Helfen“ vom 18. Mai bis 6. Juli in der Begegnungs- und Beratungsstätte „Aufwind“ in der Eberswalder Eisenbahnstraße 84 statt. Immer mittwochs von 16 bis 18 Uhr informieren dort Expertinnen und Experten über familienentlastende Angebote im Umgang mit Demenzerkrankten.

Dazu sagt Beatrice Bruch, Koordinatorin Pflege vor Ort / Begegnung und Beratung „Aufwind“ der  Hoffnungstaler Stiftung Lobetal:

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„Die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen stellt für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Die einhergehenden Verhaltensveränderungen im emotionalen und sozialen Verhalten belasten das familiäre Zusammenleben mehr und mehr. Die psychische und seelische Belastung wird durch die zunehmende körperliche Pflege noch verstärkt.“

Deshalb rät sie: „Eine gute Beratung im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit ist immer zu empfehlen, da schon vor dem Eintritt einer Erkrankung Vorsorgemaßnahmen getroffen werden können. Wenn die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, ist eine neutrale Pflegeberatung in den Pflegestützpunkten anzuraten. Hier gibt es auch Vermittlung zu möglichen Selbsthilfegruppen, weiteren Beratungsangeboten, Schulungsangeboten, Entlastungs- und Betreuungsangeboten sowie pflegerischen und sozialen Dienstleistern.“  Wichtig sei, sich selbst Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen: durch die Einbindung professioneller Dienstleister im Rahmen der Grundpflege, durch Begegnungs- und Betreuungsangebote für den zu Pflegenden, zum Beispiel in einer Tages- oder Begegnungsstätte, oder durch alltagsunterstützende Angebote mit Begleitung, die es ermöglicht, dass der pflegende Angehörige etwas Zeit für sich hat, um durchzuatmen, Kraft zu schöpfen und den Alltag zu organisieren.

Termine und Themen der Kursreihe für Angehörige

Mittwoch, 18. Mai 2022

Wissenswertes über Demenzerkrankungen

Herr Tilmann Lilienfein, Facharzt für Neurologie, Eberswalde

Mittwoch, 25. Mai 2022

Menschen mit Demenz verstehen

Frau Ulrike Kaufmann, Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg

Mittwoch, 1. Juni 2022

Vorsorge treffen

Herr Mathias Krebs, Rechtsanwalt

Mittwoch, 8. Juni 2022

Den Alltag leben – ein neues Miteinander finden

Frau Beatrice Bruch, Beratungs- und Begegnungsstätte „Aufwind“

Mittwoch, 15. Juni 2022

Pflegeversicherung und Entlastungsangebote

Frau Katrin Severin, Pflegestützpunkt Templin

Mittwoch, 22. Juni 2022

Pflege von Menschen mit Demenz

N.N.

Mittwoch, 29. Juni 2022

Die Lasten teilen

Frau Cordula Gleich, Pflegedienstleitung Tagespflege Ahrensfelde

Mittwoch, 6. Juli 2022

Ein neues Zuhause finden

Frau Birgitta Neumann, Vorsitzende Leben wie ich bin – Selbstbestimmtes Wohnen für

Menschen mit Demenz e. V.

Anmeldungen und Anfragen:

Beatrice Bruch & Sandra Santos

Begegnung und Beratung “ Aufwind “ / Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

Eisenbahnstraße 84, 16225 Eberswalde

Tel: 03334 20595, Mobil: 0151 26906718, Mail: aufwind@lobetal.de

Die Informationsreihe zu medizinischen, rechtlichen, praktischen und finanziellen Fragen wird in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Demenz des Landes Brandenburg veranstaltet und von der Barmer Pflegekasse unterstützt. Versicherte aller Kassen können die Kurse kostenfrei besuchen. Es ist nach Absprache möglich, an Demenz erkrankte Angehörige im Eberswalder Veranstaltungsort während der Konsultationen betreuen zu lassen.

Im Land Brandenburg schätzt man, dass rund 70.000 Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen sind. Zwei Drittel von ihnen leben zu Hause und müssen dort zumeist rund um die Uhr betreut werden.

Mehr Unterstützung für pflegende Angehörige, als man denkt!

Interview mit Beatrice Bruch, Koordinatorin Pflege vor Ort / Begegnung und Beratung „Aufwind“ der  Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

Was ist das Besondere an Demenz?

Demenz ist eine der häufigsten Krankheiten im Alter. Aber auch jüngere Menschen können daran erkranken. Das Besondere ist, dass bei der Demenz viele verschiedene Symptome zusammentreffen. Das Denk- und Erinnerungsvermögen, die Fähigkeit, sich zu orientieren oder angemessen zu reagieren, gehen verloren, ebenso die Alltagskompetenz. Der Unterstützungsbedarf im Alltag nimmt enorm zu. Es kommt zunehmend zu Veränderungen im emotionalen und sozialen Verhalten, was das Zusammenleben mit den Angehörigen und dem sozialen Umfeld erschwert.  Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung. Durch verschiedene Therapieansätze kann der Krankheitsverlauf aber verzögert werden.

Vor welcher grundsätzlichen Herausforderung stehen Angehörige von demenziell erkrankten Menschen?

Die Pflege eines an Demenz erkrankten Menschen stellt für alle Beteiligten eine besondere Herausforderung dar. Für Angehörige, die selbstverständlich noch stärker emotional betroffen sind, ist es mehr als kräftezehrend. Denn die Demenzerkrankung verändert das Leben des Betroffenen und hat auch zunehmend Auswirkungen auf das soziale Umfeld, vor allem auf die Familie und die engsten Angehörigen. Was an einem Tag noch möglich war, kann am nächsten schon unmöglich sein. Durch den Verlust der kognitiven Fähigkeiten und der Kompetenzen im Alltag wird der Bedarf an Unterstützung durch die Angehörigen mit zunehmendem Krankheitsverlauf immer höher. Auch die einhergehenden Verhaltensveränderungen im emotionalen und sozialen Verhalten belasten das familiäre Zusammenleben mehr und mehr. Vielen pflegenden Angehörigen fällt es sehr schwer, die Wesensveränderungen des Angehörigen zu verstehen und zu akzeptieren. Die psychische und seelische Belastung wird durch die zunehmende körperliche Pflege noch verstärkt. Der Verbleib in der Häuslichkeit ist aber dennoch ein großer Wunsch vieler pflegender Angehöriger.

Pflegebedürftigkeit kann teuer werden. Dennoch gibt es vermutlich mehr Unterstützung, als man denkt.

Bei Pflegebedürftigkeit bietet die Pflegeversicherung viele Leistungen an, die genutzt werden sollten, um  den Verbleib in der Häuslichkeit zu ermöglichen, pflegende Angehörige zu entlasten oder auch Teilhabe zu erfahren. Wenn der Unterstützungsbedarf zu hoch ist und ein Verbleib in der Häuslichkeit nicht mehr ermöglicht werden kann, dann ist auch eine anteilige Finanzierung im Rahmen der vollstationären Versorgung möglich. Zu diesen Leistungen beraten die Pflegekassen und der Pflegestützpunkt. Auch können Leistungen im Rahmen der „Hilfe zur Pflege“  geltend gemacht werden.

Was raten Sie Angehörigen von zu Pflegenden, um ausreichend Mittel für die Pflege zu erhalten?

Eine gute Beratung im Vorfeld von Pflegebedürftigkeit ist immer zu empfehlen, da schon vor dem Eintritt einer Erkrankung Vorsorgemaßnahmen getroffen werden können. Wenn die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist, ist eine neutrale Pflegeberatung in den Pflegestützpunkten anzuraten. Hier gibt es auch Vermittlung zu möglichen Selbsthilfegruppen, weiteren Beratungsangeboten, Schulungsangeboten, Entlastungs- und Betreuungsangeboten sowie pflegerischen und sozialen Dienstleistern. Auch der Austausch der Teilnehmenden von Pflegekursen oder Angehörigengruppen untereinander kann noch einmal neue Gedankenimpulse setzen.

Haben Sie Hinweise zur Unterstützung, die vielleicht nicht so bekannt sind?

Die Pflegedossiers des Landes Brandenburg zeigen, dass viele Leistungen von den Leistungsberechtigten nicht abgerufen werden – so zum Beispiel Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes oder auch die Kurzzeit- oder Verhinderungspflege. Gerade diese aber können die familiäre Pflegesituation sehr entspannen. Wenig bekannt sind auch die Möglichkeiten, Pflegekurse zu besuchen oder eine individuelle häusliche Schulung direkt nach Krankenhausaufenthalt (Überleitungspflege) oder auch dann, wenn bereits in der Häuslichkeit gepflegt wird, zu erhalten. Im Landkreis Barnim bietet die Hoffnungstaler Stiftung solche Angebote an.

Die Pflege von Angehörigen kann belastend sein und zur Überforderung führen. Was raten Sie Angehörigen?

Wichtig ist, sich selbst Entlastungsmöglichkeiten zu schaffen – zum Beispiel durch die Einbindung professioneller Dienstleister im Rahmen der Grundpflege, durch Begegnungs- und Betreuungsangebote für den zu Pflegenden, zum Beispiel in einer Tages- oder Begegnungsstätte oder alltagsunterstützende Angebote. In deren Rahmen können Spaziergänge unternommen werden, gemeinsame Spielestunden, Vorlesen, Erzählen … , also begleitete Aktivitäten, die es ermöglichen, dass der pflegende Angehörige etwas Zeit für sich hat, um durchzuatmen, Kraft zu schöpfen und den Alltag zu organisieren. Der gemeinsame Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen kann ebenfalls entlastend sein. Hier können Angehörigengruppen helfen.

Verwendete Quelle: Hoffnungstaler Stiftung Lobetal / Titelbild: Beatrice Bruch – Foto: Wolfgang Kern / Lobetal

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