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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Bernau

Stilles Gedenken

Bernau / Barnim: Auch wenn es pandemiebedingt nicht zu offiziellen Gedenkfeiern kam, so fanden Blumen und Kränze dennoch ihren Platz an den Denkmälern unserer Stadt.

Zahlreiche Privatpersonen, Stadtverordnete oder Bernaus Bürgermeister André Stahl, besuchten am heutigen 27. Januar individuell die Denkmäler in Bernau und Schönow und gedachten der Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes.

„Die Erinnerung darf niemals enden. Sie muss zur Wachsamkeit mahnen“ steht auf der Binde des Blumenkranzes, den Bernaus Bürgermeister André Stahl im Namen der Stadt Bernau am Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz niederlegte.

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Auch der Stadtvorstand der LINKEN.Bernau hat sich zum individuellen Gedenken am heutigen Holocaust-Gedenktag entschieden.

Dr. Hildegard Bossmann:

„Wir gedenken heute am Bernauer Denkmal für die Opfer des Faschismus der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch Soldaten der Sowjetarmee vor 76 Jahren.

Die menschenverachtende Herrschaft des deutschen Faschismus, die Konzentrationslager und der II. Weltkrieg sind im kollektiven Gedächtnis Europas und darüber hinaus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit tief verankert. Das ist Mahnung und Verpflichtung zugleich.

Sich selbst ernannte Herrenmenschen haben mit Grausamkeit, Gewalt und Krieg die Anderen, die Feinde verhaftet, überfallen, ausgebeutet, geplündert und ausgelöscht. Dieser Hass und Rassismus wurde ermöglicht durch Wegschauen, schweigende Zustimmung und radikale Überzeugung.

Wir gedenken der Menschen, die Widerstand geleistet haben, gefoltert und hingerichtet wurden.

Wir gedenken der Millionen Menschen, die in diesen Konzentrationslagern gefangen gehalten, zu schwerster Arbeit gezwungen und hingemordet wurden.

Wir gedenken der Menschen, die für die Verteidigung ihrer Heimatländer und die Beendigung des zweiten Weltkrieges gegen Deutschlang gekämpft und dabei ihr Leben gelassen haben.
Wir setzen uns mit ganzer Kraft dafür ein, dass diese Verbrechen nie vergessen werden und sich nie wiederholen können.

Wir wollen in einer friedlichen Welt und in einem Frieden stiftenden Land leben. Wir setzen uns für Rüstungskontrolle und Abrüstung ein. Atomwaffen müssen geächtet sein. Wir wollen keine Bomben auf deutschem Boden. Wir wollen niemals mehr Feind eines anderen Landes sein und wir wollen nie wieder jemandem zum Feind haben. Wir wollen weltweite Verständigung und gedeihliches Miteinander.

Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur gemeinsam zu meistern – Klimawandel, ungleicher Zugang zu Ressourcen und ungleiche Verteilung von Gütern sind der Nährboden für sozialen Abstieg, Verarmung, Radikalisierung, Flucht und Krieg.

Das Gedenken an die Befreiung des Lagers Ausschwitz und die Opfer des Faschismus am heutigen Tag verbinden wir mit der Überzeugung, dass die Ausbreitung von Hass, Feindbildern und Ausgrenzung, in welcher Ausprägung und mit welchen Worten auch immer, keinen Platz haben darf in unserem persönlichen Umfeld, in unserer Gesellschaft.“

Gedenken LINKE

Martin Günther:

„Anlass für den heutige Gedenktag ist die Befreiung des Konzentrationslager Auschwitz durch die Roten Armee am 27.01.1945. Ein Tag, der das unermessliche Grauen des Faschismus deutlich gemacht hat. Ein Tag, der deutlich macht, wie viel Leid es brauchte, um den Faschismus zurückzudrängen. Erinnern heißt, Einstehen dafür das es nie wieder geschieht.

Wir sehen, wie Rechte sich auf der Straße organisieren. Wie Sie wieder zu offener Gewalt greifen – in Kassel, in Hanau, in Halle und anderswo. Dass sie durch die AfD auch den Bundestag als ihre Bühne nutzen, ist immer wieder schwer zu ertragen.

Für uns als Linke ist das Gedenken deshalb ein klarer Auftrag, unerschrocken antifaschistisch zu sein. Für uns gilt auch deshalb: Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“

Am heutigen Mittwoch wird in Bernau und vielen anderen Städten der Welt den Opfern des nationalsozialistischen Rassenwahns und Völkermordes gedacht. Hierzu werden an den Gedenkstätten Blumen und Kränze niedergelegt.

1996 hat der damalige Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt. Am 27. Januar 1945 wurde das KZ Auschwitz befreit, „in dem vor allem solche Menschen litten, die der Nationalsozialismus planmäßig ermordete oder noch vernichten wollte“. Wichtig sei es, heißt es in der Proklamation weiter, „nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Form der Wiederholung entgegenwirken“.

Verwendete Quellen: Bernau LIVE, Stadt Bernau bei Berlin, Stadtvorstand der LINKEN.Bernau

Andre Stahl, Gedenken Bernau

 

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