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10 Jahre Kreiswerke Barnim: Ein runder Geburtstag in der Sparkassen-Arena Bernau

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Bernau / Barnim: Volles Haus und festliche Stimmung in Bernau: Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und der Region strömten am vergangenen Samstag in die Sparkassen-Arena.

Der Grund für den großen Bahnhof am 4. Juli 2026 war ein rundes Jubiläum der Kreiswerke Barnim – das kommunale Tochterunternehmen des Landkreises Barnim feierte sein zehnjähriges Bestehen.

Dass dieser Geburtstag kein Pflichttermin von der Stange war, machte Geschäftsführer Christian Mehnert gleich zu Beginn deutlich. Trotz langer Schlangen am Einlass nahm er sich die Zeit, jeden einzelnen Gast – ob die Kollegin aus der Verwaltung oder den Sparkassenvorstand – persönlich per Handschlag zu begrüßen.
Auch im Saal steckte die Liebe zum Detail: Warmes Licht, perfekt abgestimmte Tischrunden, die Raum für gute Gespräche boten, und eine durchdachte Organisation sorgten für eine nahbare, fast familiäre Atmosphäre.

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Wenn Politik nicht nur verwaltet, sondern gestaltet

Sichtlich stolz, aber gewohnt bodenständig, eröffnete Mehnert den Abend. Bevor er die eigene Erfolgsgeschichte Revue passieren ließ, übergab er das Wort an Landrat Daniel Kurth (SPD).
Kurth, der die Location mit einem Augenzwinkern als „Stahl-Arena“ adelte, fand in seiner Festrede deutliche Worte für den Kern der Kreiswerke: „Wenn wir 10 Jahre Kreiswerke feiern, feiern wir keineswegs nur eine Unternehmensgeschichte, wir feiern eine Idee. Eine Idee, die zeigt, dass kommunale Politik nicht nur verwaltet, sondern bestenfalls gestaltet.“

Die großen Herausforderungen unserer Zeit, so Kurth, ließen sich eben nicht allein von internationalen Konzernen oder per Dekret aus Brüssel und Berlin lösen. Echte Nachhaltigkeit funktioniere dort am besten, wo die Menschen vor Ort die Entscheidungskraft haben. In diesem Zuge dankte er den damaligen Kreistagsabgeordneten und dem ehemaligen Landrat Bodo Ihrke für ihren Mut, diese Vision damals überhaupt in die Tat umzusetzen. Für die Zukunft sieht Kurth das Unternehmen als Antreiber: Stoffkreisläufe schließen, grüne Energie ausbauen und moderne Mobilität direkt vor der Haustür etablieren.

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Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war Mehnerts ganz persönlicher Rückblick. Er dankte nicht nur prägenden Wegbegleitern wie Bodo Ihrke, sondern erinnerte auch bewegt an die 2023 viel zu früh verstorbene Sylvia Ulonska, die als einstige BDG-Chefin wichtige Fundamente für den heutigen Erfolg gelegt hatte. Ein ganz besonderer, rührender Dank ging an seine Familie und Ehefrau Franziska, ohne deren Rückendeckung ein solcher Marathon-Job kaum machbar wäre – ein herzergreifender Moment, bevor der Abend in den geselligen Teil überging.

Vom Entsorger zum grünen Motor: Eine Region macht sich unabhängig

Hinter der Party in Bernau steckt eine der spannendsten Transformationsgeschichten der Region. Was vor Jahren mit der klassischen Müllabfuhr begann, ist heute ein modernes, vielseitiges Infrastruktur-Netzwerk. Das große, ambitionierte Ziel: Eine Region, die im Hinblick auf Energie komplett auf eigenen Beinen steht.

Die Meilensteine des Erfolgs

Das Fundament bildet bis heute die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft mbH (BDG), die im Landkreis verlässlich für die Abfallentsorgung sorgt. Doch um diesen Kern herum ist ein echtes Kraftpaket gewachsen:

  • Infrastruktur & Pflege (seit 2019): Mit der Übernahme der Kommunal- und Infrastrukturservice GmbH (KIS) sorgen die Kreiswerke dafür, dass Straßen, Wege und Grünflächen im Landkreis top in Schuss bleiben.
  • Die Energiewende vor Ort (seit 2016): Seit der Gründung der Kreiswerke geht es beim Thema Energie steil bergauf. Ein echter Coup gelang dabei zum 1. Januar 2026: Mit der Übernahme der Kraftwerk Eberswalde GmbH (HoKaWe) hat das Unternehmen nun vollkommen neue Möglichkeiten, die Region autark mit Strom und Wärme zu versorgen.
  • Wissen für morgen (seit 2023): Auch die Kleinsten werden mitgenommen. Über gezielte Umweltbildung vermitteln die Kreiswerke schon in den Schulen, wie Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Alltag funktionieren.

Der Masterplan: Die Null-Emissions-Strategie

Dass dieser Weg so erfolgreich läuft, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis mutiger, wissenschaftlich untermauerter Planung. Bereits im Jahr 2008 stellte man sich im Landkreis die Kernfrage: Wie machen wir unsere Energiewirtschaft fit für die Zukunft? Ein unabhängiges Gutachten einer externen Hochschule lieferte damals die Steilvorlage.

Das Ergebnis war die sogenannte „Null-Emissions-Strategie“ – der schwarz auf weiß verbriefte Beweis, dass eine vollständige Selbstversorgung des Landkreises Barnim keine Utopie ist, sondern ein machbares Zukunftsprojekt. Ein Projekt, an dem die Kreiswerke nun schon seit zehn Jahren erfolgreich schrauben.

 

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