Bernau / Börnicke: Der Kulturspeicher auf dem Gutshof Börnicke ist durch eine umfassende energetische Sanierung aufgewertet worden.
Der rund 400 Quadratmeter große Veranstaltungsraum, der regelmäßig für Kulturevents, gesellschaftliche Zusammenkünfte und private Feiern genutzt wird, stand bislang vorwiegend in der wärmeren Jahreszeit zur Verfügung. Durch die Modernisierung ist nun ein ganzjähriger Betrieb gewährleistet. Ortsvorsteher Matthias Jitschin äußerte sich erfreut über die abgeschlossenen Maßnahmen.
Neue Fenster nach denkmalrechtlichen Vorgaben
Nach fachlicher Begutachtung und in Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde wurden im Speicher sowie im darüberliegenden Dachgeschoss insgesamt 42 Originalfenster ausgetauscht. Ein historisches Originalfenster wird derzeit restauriert und soll künftig als Ausstellungsstück im Veranstaltungsraum verbleiben.
Die neuen, isolierverglasten Fenster wurden von der HFBB – Holzfensterbau Bernau GmbH gefertigt. Die Rahmen erhielten den blau-grünen RAL-Farbton 6004, welcher dem Farbschema der Türen und Tore der übrigen Gebäude des Gutshofs entspricht und sich somit in das denkmalgeschützte Gesamtensemble einfügt. Den Einbau übernahmen die Steinberg GmbH aus Uckerland (Bautischlerei) und die Firma Falk aus Falkenberg/Mark (Maurerarbeiten).
Infrarotheizung ersetzt provisorische Elektrolüfter
In der Vergangenheit wurde der Raum bei winterlichen Veranstaltungen temporär über Elektrolüfter beheizt. Wie Ortsvorsteher Jitschin erläuterte, war dieses System aufgrund hoher Staubaufwirbelung und eines intensiven Energieverbrauchs ineffizient; zudem seien lange Vorlaufzeiten nötig gewesen, um eine spürbare Erwärmung zu erzielen.
Diese Geräte wurden im Zuge der Sanierung durch eine strombasierte Decken-Infrarotheizung ersetzt. Jörn Seelig vom Bauamt der Stadt Bernau erklärte dazu, dass die Deckenelemente die Wärme direkt und ohne Verzögerung an die im Raum befindlichen Personen abgeben. Die Installation wurde von der B.E.B. – Blitzschutz- und Elektroanlagen Bernau GmbH durchgeführt. Zudem erhielt der Dachboden neben den neuen Fenstern eine vollständige Dachsparrendämmung, umgesetzt durch die Veltenener Brunzel Bau GmbH.

Ausbau des kulturellen Angebots im Ortsteil
Der Gutshof Börnicke hat sich zu einem zentralen Treffpunkt für Vereine, Senioren und Jugendliche entwickelt und prägt das gesellschaftliche Leben im gut 700 Einwohner zählenden Ortsteil. Das Spektrum der Veranstaltungen reicht von traditionellen Festen und Konzerten bis hin zu Ausstellungen, Theater- und Filmvorführungen. Auch überregional bekannte Großveranstaltungen wie das Festival „Inselleuchten“ nutzen das Areal inklusive des Speichers.
Durch die ganzjährige Beheizbarkeit kann das Programm laut Jitschin nun auch auf die Wintermonate ausgeweitet werden. Geplant seien unter anderem Veranstaltungen zu Halloween und Silvester sowie Karnevalsfeiern und die jährliche Ehrenamts-Weihnachtsfeier der Senioren. Der Kulturspeicher verfügt neben dem großen Veranstaltungssaal mit integrierter Bierzapfanlage über ein Büro, eine Teeküche, sanitäre Anlagen und Ausstellungsflächen.
Finanzierung über LEADER-Programm und Landkreis
Die Stadt Bernau finanzierte die denkmalgerechte energetische Sanierung maßgeblich über Fördermittel. Das Vorhaben wurde zu 75 Prozent im Rahmen des LEADER-Programms durch die Europäische Union (ELER-Mittel) gefördert. Die verbleibenden 25 Prozent der Kosten übernahm der Landkreis Barnim aus seinem Kreisentwicklungsbudget.
Die Maßnahmen dienen sowohl der energetischen Optimierung als auch dem langfristigen Erhalt der historischen Bausubstanz. Bürgermeister André Stahl betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Ensembles für die regionale Kulturlandschaft und Identitätsbildung. Er begrüßte, dass der Speicher – analog zum Gutsverwalterhaus und der ehemaligen Schnapsbrennerei – einer nachhaltigen und sinnvollen Nachnutzung zugeführt werden konnte.
Unsere Quelle(n): Stadt Bernau.