Erfolgreiche Großübung im Panketal: 89 Einsatzkräfte probten den Ernstfall
Bevölkerungsschutz

Panketal – Barnim: Am gestrigen Samstag, dem 25. April 2026, bot sich den Anwohnern im Süden des Landkreises Barnim ein beunruhigendes Bild: Zahlreiche Einsatzfahrzeuge eilten mit Blaulicht und Sirenen durch die Straßen von Panketal.
Doch was wie eine Katastrophe wirkte, war eine minutiös geplante Großübung des Bevölkerungsschutzes des Landkreises Barnim. Im Fokus stand die Evakuierung und Versorgung von rund 60 Menschen nach einem simulierten Brand.
Szenario: Gebäudebrand fordert Masseneinsatz
Gegen 8:30 Uhr fiel der Startschuss für die Übung. Die Ausgangslage war hochkomplex: ein simulierter Gebäudebrand in einem Seniorenwohnheim. Rund 60 Bewohner mussten so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone evakuiert, in Sicherheit gebracht und medizinisch gesichtet werden. Besonders die möglichen Mobilitätseinschränkungen der Betroffenen stellten die Einsatzkräfte vor eine realitätsnahe Herausforderung, wenngleich Dummys die Rolle der zu Rettenden übernommen haben.
Professionelle Versorgung im „Rettungszentrum“
Unverzüglich errichteten die Hilfsorganisationen einen sogenannten Behandlungsplatz. Mit mobilen Rettungszelten und Versorgungsstationen entstand in kürzester Zeit eine autarke medizinische Infrastruktur. Unter der Leitung des Leitenden Notarztes wurde hier die sogenannte Sichtung (Triage) durchgeführt. Dabei mussten die Mediziner unter Zeitdruck entscheiden, welche Patienten vor Ort stabilisiert werden konnten und wer aufgrund der Schwere der Verletzungen prioritär in ein Krankenhaus transportiert werden musste.
„Ein Zusammenspiel, das Leben rettet“
Auch wenn die detaillierte Auswertung noch folgt, zeigten sich die Verantwortlichen in einer ersten Einschätzung äußerst zufrieden. Die Routine aus vorangegangenen Übungen war deutlich spürbar, sodass die Abläufe sehr professionell und ruhig vonstatten gingen, so Einsatzleiter und Kreisbrandmeister Silvio Salvat-Berg gegenüber Bernau LIVE.
Landrat Daniel Kurth, der die Schirmherrschaft für die Großübung übernommen hatte, betonte die Relevanz solcher Tage: „Wir müssen uns auf Szenarien vorbereiten, von denen wir alle hoffen, dass sie nie eintreten. Die heutige Leistung zeigt, dass sich die Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall auf ein funktionierendes Netzwerk verlassen können.“ Kurth sprach zudem allen Beteiligten seinen Dank aus und hob hervor, dass ein Großteil dieser professionellen Arbeit auf ehrenamtlichem Engagement fußt.

Ein starkes Netz aus 89 Einsatzkräften
Insgesamt waren rund 89 Kräfte verschiedenster Organisationen an der Übung beteiligt. Dieses breite Bündnis unterstreicht die Schlagkraft des Barnimer Katastrophenschutzes. Vertreten waren unter anderem:
Feuerwehr Panketal
Arbeiter-Samariter-Bund (ASB)
DRK (Deutsches Rotes Kreuz)
Johanniter-Unfall-Hilfe (Regionalverbände Niederbarnim und Eberswalde)
DLRG (unter anderem aus Eberswalde)
THW (Technisches Hilfswerk)
Notfallseelsorge
Leitender Notarzt
Dank für das Verständnis der Bevölkerung
Durch das hohe Aufkommen an Einsatzfahrzeugen kam es im Bereich Panketal zeitweise zu kurzzeitigen Einschränkungen im Straßenverkehr. Der Landkreis Barnim bedankt sich ausdrücklich bei der Bevölkerung für die entgegengebrachte Geduld und das Verständnis. Die Übung hat erneut gezeigt, dass das Training unter Realbedingungen unverzichtbar ist, um die Sicherheit im Landkreis dauerhaft zu gewährleisten.
Hintergrund: Der MANV Ein „Massenanfall von Verletzten“ (MANV) ist eine Situation, in der die Kapazität des regulären Rettungsdienstes nicht mehr ausreicht. In solchen Fällen werden Einheiten des Katastrophenschutzes alarmiert, um mit spezialisierter Ausrüstung (wie den gestern genutzten Rettungszelten) eine strukturierte Patientenversorgung sicherzustellen.
Weitere Bilder findet Ihr hier in der Galerie. Sollten diese nicht korrekt angezeigt werden, so nutzt bitte folgenden Link.
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