Bernau / Barnim: Nach der angekündigten Schließung der Gynäkologie und Geburtshilfe am Immanuel Klinikum Bernau nimmt Bürgermeister André Stahl Stellung zur aktuellen Entwicklung.
Er gibt Einblicke in die Hintergründe dieser Entscheidung und ordnet ein, wie die verlässliche medizinische Versorgung in Bernau – speziell für Kinder und Jugendliche – auch künftig gewährleistet bleibt:
„Die Entscheidung des Immanuel Klinikums Bernau, die Geburtshilfe und Gynäkologie zum 1. Oktober zu schließen, ist äußerst bedauerlich. Für viele ist das ein sehr emotionales Thema. Ich selbst bin im Bernauer Krankenhaus geboren und natürlich ist eine Geburtsstation für viele Menschen identitätsstiftend. Dass nach mehr als 116 Jahren in Bernau künftig keine Kinder mehr im Krankenhaus geboren werden können, ist ein schmerzhafter Gedanke.
Mein Dank gilt den Hebammen, Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegekräften, die über viele Jahre eine engagierte und kompetente Betreuung geleistet haben.
Ich weiß, dass die Klinikleitung in den vergangenen Monaten und Jahren alles getan hat, um die Schließung der Station abzuwenden. Von intensiven Bemühungen bei der Personalgewinnung bis hin zu organisatorischen Anpassungen. Am Ende haben jedoch die bundespolitischen Regelungen, wie die anstehende Krankenhausreform, mit ihren strukturellen Vorgaben und finanziellen Rahmenbedingungen entscheidend dazu beigetragen, dass dieser Schritt offensichtlich unausweichlich geworden ist. Die Kombination aus Fachkräftemangel, gesetzlichen Kürzungen und einer sinkenden Zahl an Geburten hat eine erhebliche Komplexität erzeugt, die das Klinikum nicht allein lösen konnte. Die Schließung in Bernau ist leider kein Einzelfall, sondern reiht sich in eine bundesweite Entwicklung ein, bei der in den letzten Jahren bereits zahlreiche Geburtsstationen aus denselben strukturellen Gründen aufgeben mussten.
Wichtig ist aber an dieser Stelle zu erwähnen, dass die allgemeine medizinische Versorgung in Bernau sicher und verlässlich bleibt. Die geplante Schließung der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist beklagenswert. Ungeachtet dessen bietet das Bernauer Krankenhaus nach wie vor seinen gewohnt guten und verlässlichen Service für die Menschen. Das gilt sowohl für die Spezialisierung als Herzzentrum als auch für die Abteilungen für Chirurgie und Innere Medizin sowie auch für die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin, die weiterhin arbeitet und gemeinsam mit der Kinderrettungsstelle und der Hochschulambulanz die jüngsten Bernauerinnen und Bernauer verantwortungsvoll umsorgt.
Ich kann versichern, dass sich die Stadt dafür engagieren wird, das Immanuel Klinikum Bernau als Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg mit seinem Versorgungsauftrag und der zugleich erforderlichen Profilierung zu stärken.
Wir sind froh und stolz, dass am Klinikum Spitzenmedizin betrieben wird, und werden uns gleichzeitig weiterhin dafür einsetzen, dass alle Menschen in Bernau auch künftig gut versorgt sind.“
Die Stellungnahme haben wir im Wortlaut belassen. Quelle(n): Stadt Bernau bei Berlin. Foto: Bernau LIVE / Archiv.
- Immanuel Klinikum Bernau: Gynäkologie und Geburtshilfe schließen im Oktober
- Nach Schließungsankündigung: Petition kämpft um Erhalt der Geburtshilfe in Bernau

