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Immanuel Klinikum Bernau: Gynäkologie und Geburtshilfe schließen im Oktober

"Keine Perspektive zur Fortführung"

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Bernau / Barnim: Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg wird seine Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe zum 1. Oktober 2026 einstellen.

Wie die Krankenhausleitung mitteilte, seien trotz langjähriger Bemühungen um eine fachliche, personelle und räumliche Stärkung des Standorts letztlich alle Optionen ausgeschöpft gewesen. Während umliegende Kliniken künftig die geburtshilfliche und gynäkologische Versorgung der Region übernehmen, richtet das Universitätsklinikum seinen Schwerpunkt weiter neu aus und stärkt gezielt die Bereiche Herzmedizin, Chirurgie sowie Innere Medizin.

Aus dem Universitätsklinikum heißt es hierzu: „Unser Gynäkologie- und Geburtshilfe-Team gibt jeden Tag sein Bestes für Frauen, werdende Eltern und ihre Babys. Die Entscheidung ist uns deshalb außerordentlich schwergefallen“, sagt Verena Plocher, Geschäftsführerin des Klinikums. „Gerade als diakonisches Haus ist uns die einfühlsame Begleitung der Geburt für einen guten Start in das Leben immer ein besonderes Anliegen gewesen. Gegen die veränderten Rahmenbedingungen kommen wir nun aber nicht mehr an.“

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Die Entscheidung resultiert aus einer sinkenden Geburtenrate, anhaltendem Fachkräftemangel und den Kürzungen, die das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz für alle Krankenhäuser mit sich bringt. Zudem ändern sich mit der ebenfalls anstehenden Krankenhausreform die Anforderungen an Leistungsstrukturen, Personalvorhaltung und Finanzierung grundlegend. Diese Umstände treffen Häuser mit niedrigen Geburtenzahlen, wie das Immanuel Klinikum Bernau, besonders stark.

So erblickten in diesem Jahr in Bernau bis Ende Juni lediglich 183 Kinder, durchschnittlich ein Kind pro Tag, das Licht der Welt. Offene Stellen konnten trotz intensiver Bemühungen nicht nachbesetzt werden. „Damit ist leider keine Perspektive für eine zukünftig nachhaltige und gute Entwicklung der Geburtshilfe in Bernau gegeben“, betont Verena Plocher. „Das bedeutet zugleich, dass wir auch die Frauenheilkunde nicht länger aufrechterhalten können.“

Die Schließung der Abteilung ist mit dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg abgestimmt worden. Die Geburtskliniken in Rüdersdorf, Berlin-Buch, Oranienburg und Eberswalde sind in 20 bis 30 Minuten von Bernau oder aus der Umgebung erreichbar. Sie sind informiert und stehen zur Begleitung der Schwangeren bereit und verfügen auch über gynäkologische Abteilungen.

Bis zum 15. September werden gynäkologische Patientinnen und vor der Entbindung stehende Schwangere im Immanuel Klinikum Bernau aufgenommen. In der zum Klinikum gehörenden gynäkologischen Praxis im Immanuel MVZ Klosterfelde werden Schwangere auch weiterhin von einem frauenärztlichen Team und einer Hebamme begleitet. Die Dysplasie-Sprechstunde, die das MVZ zurzeit im Klinikum anbietet, wird künftig am nahegelegenen MVZ-Standort in der Jahnstraße in Bernau stattfinden.

Verena Plocher: „Ich bedaure sehr, diese Entscheidung so treffen zu müssen. Gerade unsere Geburtshilfe ist für viele Menschen mit besonderen Emotionen verbunden und hat unser Haus über viele Jahre geprägt. Gleichzeitig müssen wir uns aber an die sinkende Nachfrage und geänderten Rahmenbedingungen anpassen.“

„Unseren Mitarbeitenden danke ich sehr für ihr großes Engagement und die fachliche Kompetenz, mit der sie Frauen und Familien in einem so besonderen Lebensabschnitt begleitet haben. Gemeinsam mit ihnen werden wir individuelle Perspektiven innerhalb unseres Hauses oder bei kooperierenden Einrichtungen entwickeln. Den Frauen, die sich bei uns behandelt haben lassen sowie den vielen Müttern und Vätern, die bei uns Eltern geworden sind, danken wir herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen“, so die Geschäftsführerin.

Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg, das Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg ist, wird seine Schwerpunkte in der Kardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie sowie die Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie weiter stärken. Auch die Chirurgie und Innere Medizin bieten bereits heute ein stark spezialisiertes, wachsendes Angebot, das künftig weiter ausgebaut wird.

Unsere Quelle(n): Immanuel Albertinen Diakonie

 

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