Bernau / Wandlitz: Am gestrigen Dienstag informierten wir im Rahmen unserer Polizeimeldungen über einen mutmaßlichen Wasserstoffaustritt in der Gemeinde Wandlitz.
In einer Mitteilung beziehen nunmehr die Kreiswerke Barnim Stellung und klären über die Umstände an der Wasserstofftankstelle in Basdorff auf. Anbei die Meldung im Wortlaut:
„Am Abend des 22. Juni 2026 meldeten Anwohnende sowie ein Triebfahrzeugführer der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) anhaltende Pfeifgeräusche. Vermutet wurde, dass Wasserstoff aus der Anlage unkontrolliert austritt und eine Gefahr für die Anwohnenden bestehe.
Hierzu möchten wir mitteilen, dass zu keinem Zeitpunkt während des Vorfalls Gefahr für die Anwohnenden bestanden hat. Die Anlagenteile wie am Heckbereich der Trailer, Übergabestation und Speicher, aber auch die Tankanlage als solche sind mit modernen Sicherheitseinrichtungen versehen, sodass im Falle des Austritts von Gasen die Ex-Schutzbereiche (Explosionsschutzbereiche) nur einen begrenzten Raum vor Ort einnehmen. Ebenfalls ermöglichen die Schutzeinrichtungen ein gefahrloses Abschalten der Anlage. Wir verweisen auch vorsorglich darauf, dass der Umwelt ebenfalls kein Schaden entstanden ist.
Bei der Wasserstofftankstelle für die Züge, welche auf der Strecke der Heidekrautbahn verkehren, handelt es sich um eine komplett fernüberwachte Anlage. Wenn eine Fehlermeldung auftritt oder die Anlage einen Defekt aufweist, kann diese aus der Ferne komplett abgeschaltet werden. Aber auch die Abschaltung einzelner Anlagenteile sowie Teilbereiche ist möglich. Die Anlage hat auch am oben benannten Abend eine Meldung abgegeben. Für den Fall eines Defektes an der Anlage ist auch seit Errichtung der Tankstelle eine Meldekette vorgegeben, die auch in diesem Fall eingehalten wurde, weshalb kurz nach Bekanntwerden des Problems bereits ein Mitarbeiter der Kreiswerke Barnim, ENERTRAG und APEX auf dem Weg zur Tankstelle waren.
„Wir haben zu allen relevanten Akteuren Kontakt aufgenommen und werden auch auf weitere Akteure zugehen, um gemeinsam aus dieser Erfahrung zu lernen. Glücklicherweise ist in diesem Fall niemand zu Schaden gekommen. Wir nehmen dieses Ereignis zum Anlass, zu prüfen, an welchen Stellen das Konzept vielleicht knirscht, und werden auswerten, an welchen Stellen die Zusammenarbeit untereinander verbessert werden kann“, erklärt Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke Barnim.
Aus diesem Ereignis wurden bereits entsprechende Maßnahmen abgeleitet, die dazu beitragen sollen, ähnlichen Vorfällen noch besser entgegenzuwirken. In diesem Zusammenhang werden weitere Schulungsmaßnahmen mit der Freiwilligen Feuerwehr Basdorf (FFW Basdorf) durchgeführt. Künftig wird auf der Anlage vor Ort ein Gerät deponiert, das es den Kamerad*innen der FFW Basdorf ermöglicht, den Wasserstoff, die Gaskonzentration, zu messen. Mit der Polizeiinspektion Barnim wurde verabredet, dass gemeinsam eine Risikoabschätzung vorgenommen und ein Gefahrenablaufplan weiterentwickelt wird, der festlegt, was künftig erforderlich ist, wenn die Meldung eintrifft, dass bspw. ein Gasaustritt wahrscheinlich ist. Hierin wird unter anderem geregelt sein, ob die Errichtung eines Sperrkreises sowie eine Evakuierung notwendig ist.
Auch gegenüber den Bürger*innen werden wir als Kreiswerke noch einmal die Informationen rund um die Wasserstoffzugtankstelle ergänzen und Erklärungen liefern, sodass im Umgang mit der Materie Wasserstoff mehr Sicherheit herrscht.
Allgemeine Informationen zu Wasserstoff und der Wasserstoffzugtankstelle:
- Wasserstoff ist ein leicht entzündliches Gas, das dem Grunde nach auch gefährlich sein kann
- Wasserstoff ist jedoch nicht gefährlicher als andere bereits vielseitig eingesetzte Gase wie Erdgas
- Wasserstoff als leichtestes Molekül verflüchtigt sich schnell und steigt nach oben (deutlich schneller und leichter als Erdgas)
- Die Anlage besitzt diverse Sicherheitseinrichtungen und Sicherheitsvorkehrungen, die zur Ungefährlichkeit von Wasserstoff beitragen
- Potenzielle Gefahrenbereiche befinden sich ausschließlich innerhalb der Anlage, bspw. um die Trailer
- Außerhalb des Geländes bestehen keinerlei Gefahren für die Bürger*innen
Was sollte im Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten oder Gasen beachtet werden?
- Offenes Feuer sowie Funken von brennbaren Flüssigkeiten oder Gasen fernhalten
- Elektrische Geräte, insofern sie nicht für den Ex-Schutzbereich zugelassen sind, dürfen nicht in den Ex-Schutzbereich mitgeführt, geschweige denn verwendet werden
Abschließend möchten wir uns auch bei den zuständigen Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Basdorf sowie der Polizeiinspektion Barnim für ihr schnelles und umsichtiges Handeln und auch bei den Bürger*innen für Ihre Geduld und das konstruktive Miteinander bedanken.“