Bernau / Schönow: Die verheerenden Bilder des Waldbrandes in der Schönower Heide im Sommer 2025 sind der Region noch präsent: Über viele Tage hinweg kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Ein zentrales Problem stellte dabei die weit entfernte Wasserversorgung dar, die einen enormen logistischen Aufwand und Fahrzeugeinsatz erforderte. Um den Brand- und Katastrophenschutz im Stadtwald künftig deutlich zu verbessern, plant die Stadt Bernau nun den Bau von zwei neuen Löschwasserbrunnen.
Die Standorte für die neuen Entnahmestellen stehen bereits fest: Nach Angaben der Stadt Bernau wird ein Brunnen in der Hinterheide zwischen der Waldsiedlung und Waldheim errichtet, der zweite in der Vorderheide nahe Waldfrieden. Durch diese Platzierung können die bisher besonders gefährdeten Waldflächen optimal abgedeckt werden, was zugleich die Sicherheit der angrenzenden Wohngebiete erhöht.
Enorme Erleichterung für die Einsatzkräfte
Sowohl Stadtförster Marco Böttcher als auch Stadtwehrführer Jörg Erdmann begrüßen die geplante Maßnahme ausdrücklich. Während das Bernauer Stadtgebiet flächendeckend gut über Hydranten versorgt ist, fehlten im Wald bisher geeignete Wasserentnahmestellen. Im Ernstfall mussten die Einsatzkräfte bislang das Löschwasser zeitaufwendig aus dem Liepnitzsee holen. Die neuen Brunnen schließen diese Lücke und sichern künftig eine schnelle Wasserversorgung direkt vor Ort.
Auch Bernaus Bürgermeister André Stahl zeigt sich erleichtert über den anstehenden Ausbau und betont die Bedeutung für die Feuerwehren aus Bernau und den umliegenden Gemeinden, die beim vergangenen Großbrand tagelang im Dauereinsatz waren.
Finanzierung steht – Umsetzung für Anfang 2027 geplant
Die Gesamtkosten für den Bau der beiden Anlagen belaufen sich auf knapp 121.000 Euro. Einen Großteil davon übernimmt das Land Brandenburg gemeinsam mit der Europäischen Union: Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz stellt zusammen mit dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) Fördermittel in Höhe von 83.300 Euro bereit.
Mit dem Erhalt des Förderbescheids startet nun das Verfahren zur Ausführungsplanung. Gesucht wird ein spezialisiertes Ingenieurbüro. Aufgrund der erforderlichen Ausschreibungsfristen rechnet die Stadtverwaltung damit, dass die eigentlichen Bauarbeiten an den Brunnen Anfang 2027 beginnen werden.
Unsere Quelle: Stadt Bernau bei Berlin.