Bernau / Barnim: Seltenen Besuch gab es dieser Tage im Bernauer Schwanenteich unweit der Stadtmauer und des Wallgrabens.
In aller Frühe machte es sich hier ein schwarzer Schwan bequem und genoss augenscheinlich die morgendliche Ruhe in dem kleinen Bernauer Gewässer. Entdeckt hat ihn unser Leser Maik Wenzel. Ein echter Glücksfall und ein seltener Anblick, denn die eleganten Tiere stammen ursprünglich aus Australien und sind bei uns im Wildbestand echte Raritäten! Dieser besondere Gast ist der perfekte Anlass, um mal zu fragen: Warum heißt unser Schwanenteich eigentlich Schwanenteich?
Ob beim entspannten Sonntagsspaziergang oder auf dem täglichen Weg durch die Stadt – der Schwanenteich in unseren historischen Wallanlagen ist ein echter Blickfang. Aber habt ihr euch schon mal gefragt, wie das idyllische Gewässer eigentlich zu seinem Namen kam?
Im Mittelalter war Bernau durch eine mächtige Stadtmauer und tiefe, wassergefüllte Gräben geschützt – die 1432 sogar den Hussiten standhielten. Als diese Verteidigungsanlagen im 19. Jahrhundert ausgedient hatten, schüttete man sie nicht einfach zu, sondern verwandelte die Wälle, Erzählungen nach, in eine wunderschöne, grüne Promenade. Aus einem Teil des alten Grabens wurde ein dekorativer Schmuckteich angelegt. Um dem neuen Park ein besonders romantisches Flair zu verleihen, siedelte man dort majestätische Schwäne an. Die Bernauer verliebten sich sofort in die eleganten Vögel – und der Name „Schwanenteich“ war geboren!
Um das Jahr 1900 herrschte auf dem Teich übrigens reger Betrieb. Damals konnte man sich dort Ruderboote und sogar kleine Gondeln ausleihen, um gemütlich über das Wasser zu schippern. Die Einheimischen nannten ihren Teich deshalb liebevoll „Klein Venedig“.
Auch wenn die Gondeln längst Geschichte sind, ist der Schwanenteich das Herzstück der Bernauer Wallanlagen geblieben. Neben seiner Rolle als Erholungsort erfüllt er heute auch eine ganz praktische, ökologische Funktion: Er dient als wichtiges Regenrückhaltebecken für das Entwässerungssystem der Bernauer Innenstadt.
Besonders in den warmen Monaten zieht er Spaziergänger an, wenn die große Wasserfontäne in der Mitte des Teichs das Wasser mit Sauerstoff anreichert und für ein idyllisches Bild sorgt.
Quelle(n): Informationen zur Stadtgeschichte frei nach den historischen Aufzeichnungen der Stadt Bernau bei Berlin. Wer mehr über die spannende Geschichte der Bernauer Wallanlagen erfahren möchte, findet tolle Informationen und historische Spaziergänge beim Heimatmuseum Bernau (Museum im Henkerhaus) oder direkt bei der Tourist-Information Bernau.