Erste vorläufige Ergebnisse zur heutigen Landratswahl Barnim
Daniel Kurth vorerst die meisten Stimmen
Bernau – Barnim: Nach Schließung der Wahllokale im Landkreis Barnim hat um 18 Uhr die Auszählung der Stimmen begonnen.
Bei der Landratswahl am heutigen Sonntag waren rund 163.000 Wahlberechtigte aufgerufen, über die künftige Leitung der Kreisverwaltung zu entscheiden. Nach dem vorläufigen Ergebnis sicherte sich Amtsinhaber Daniel Kurth (SPD) zwar die meisten Stimmen, verfehlte jedoch die erforderliche absolute Mehrheit. Damit fällt die Entscheidung am 10. Mai 2026 in einer Stichwahl zwischen Kurth und seinem Herausforderer Matthäus Mikolaszek (AfD).
Die vorliegenden Zahlen zeichnen ein deutliches Bild für die politische Landschaft im Barnim. Da fast alle Wahlbezirke ausgezählt sind, sind signifikante Verschiebungen kaum noch zu erwarten.
1. Kurth (SPD) vorn, aber ohne absolute Mehrheit
Amtsinhaber Daniel Kurth (SPD) geht mit 40,9 % als klarer Sieger aus dem ersten Wahlgang hervor. Er konnte seine Position als stärkste Kraft behaupten, verfehlte jedoch die für eine Direktwahl notwendige absolute Mehrheit. Damit muss er sich am 10. Mai einer Stichwahl stellen.

2. Zweikampf um die Stichwahl entschieden
Das Rennen um den Einzug in die Stichwahl hat Matthäus Mikolaszek (AfD) für sich entschieden. Mit 30,0 % der Stimmen sicherte er sich den zweiten Platz und verdrängte den Herausforderer der bürgerlichen Mitte, Daniel Sauer, auf den dritten Rang.
Daniel Sauer (CDU, BVB/FW, FDP): 20,1 %
Für Daniel Sauer ist dieses Ergebnis eine Enttäuschung, da er als gemeinsamer Kandidat eines breiten Bündnisses aus CDU, Freien Wählern und FDP angetreten war, um das bürgerliche Lager zu bündeln. Er konnte jedoch nur etwa jeden fünften Wähler mobilisieren.
3. Achtungserfolg für Einzelbewerber
Andreas Bergener (Einzelbewerber) erzielt mit 9,0 % einen beachtlichen Achtungserfolg. In der Regel haben es parteilose Einzelkandidaten schwer, gegen die Apparate der großen Parteien zweistellige Werte zu erreichen. Seine Wählerschaft könnte in der Stichwahl zum Zünglein an der Waage werden.
Der Barnim steht vor einer Richtungsentscheidung. Der Amtsbonus hat Daniel Kurth zwar stabilisiert, doch das starke Abschneiden des AfD-Kandidaten Mikolaszek zeigt eine tiefe Polarisierung im Landkreis. Die kommenden drei Wochen werden davon geprägt sein, wie sich die Wähler von Daniel Sauer und Andreas Bergener verhalten. Während die SPD nun auf eine Mobilisierung der demokratischen Mitte hoffen wird, setzt die AfD auf ihren Kernbestand und mutmaßlich mögliche Protestwähler.
Erleichterung bei Daniel Kurth
Zu den ersten Daniel Kurth-Gratulanten zählte unter anderem Bernaus Bürgermeister André Stahl, der vom Starkregen durchschnässt gegen 19.15 Uhr in Eberswalde eintraf. Hier „feierte“ der jetzige Landrat mit seinem Team und Anhängern. In einer kurzen Ansprache zeigte sich Daniel Kurth sichtlich erleichtert mit dem vorläufigen Ergebnis. Er bedankte sich nicht nur bei allen Wählerinnen und Wählern, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung sowie den zahlreichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern.

Erste vorläufige Ergebnisse – Stand 20:17 Uhr
Ausgezählte Gebiete: 227 von 229, 19.04.2026, 20:17:29
Das endgültige Wahlergebnis wird voraussichtlich am Mittwoch, den 22. April 2026, durch den Kreiswahlausschuss förmlich festgestellt.
Wahlbeteiligung: 47,5 %
Kurth, Daniel (SPD): 40,9 %
Mikolaszek, Matthäus (AfD): 30,0 %
Sauer, Daniel (CDU & BVB / FREIE WÄHLER & FDP): 20,1 %
Bergener, Andreas (EB:Bergener): 9,0 %
Ergebnisse und alle Details der einzelnen Wahlbezirke
Die Wahlergebnisse können unter folgendem Link eingesehen werden: https://wahlergebnisse.brandenburg.de/60/0/20260419/landratswahl_kreis/index.html
Die Hürde des Quorums
Ein entscheidender Faktor für die Stichwahl im Mai wird das Quorum sein. Laut brandenburgischem Kommunalwahlgesetz (§ 72 BbgKWahlG) muss der Sieger nicht nur die meisten Stimmen erhalten, sondern auch die Zustimmung von mindestens 15 % aller Wahlberechtigten erreichen.
Landratsamt
Der Landrat steht als höchster kommunaler Wahlbeamter an der Spitze des Landkreises. Gemäß dem Brandenburgischen Kommunalwahlgesetz (BbgKWahlG) wird er für eine Amtszeit von acht Jahren direkt gewählt. Da die aktuelle Periode des amtierenden Landrats Daniel Kurth (SPD) am 31. Juli 2026 endet, wurden die Bürger am 19. April 2026 zur Neuwahl aufgerufen.
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