Bernau: Diskussion um Radverkehrsregelung an der Schönower Chaussee
Verkehrssicherheit

Bernau / Schönow: Die Verkehrsführung an der Schönower Chaussee sorgt weiterhin für Diskussionen.
Die Fraktion BVB / FREIE WÄHLER Bernau kritisiert die jüngsten Vorgaben der kreislichen Verkehrsbehörde und fordert eine Rückkehr zur bisherigen Regelung sowie die zügige Umsetzung bereits beschlossener Sicherheitsmaßnahmen.
Hintergrund und geplante Baumaßnahmen
Seit längerer Zeit stehen Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit entlang der Schönower Chaussee auf der Agenda. Beschlossen sind unter anderem eine Lichtsignalanlage am Knotenpunkt Fichtestraße/Im Blumenhag sowie bauliche Anpassungen im Bereich der Konrad-Zuse-Straße. Perspektivisch ist zudem eine Ampelanlage an der Werner-von-Siemens-Straße vorgesehen. Aus Sicht von BVB / FREIE WÄHLER verzögert sich die Umsetzung dieser baulichen Maßnahmen jedoch seit Langem.
Kontroverse um die Radwegnutzung
Der aktuelle Streitpunkt betrifft die Verkehrsführung für Radfahrende aus Richtung Schönow. Nach Anordnung der Verkehrsbehörde sollen diese an der Werner-von-Siemens-Straße den bisherigen Radweg verlassen und auf die Fahrbahn wechseln. Die Behörde begründet diesen Schritt mit rechtlichen und sicherheitsrelevanten Vorgaben: Die Nutzung linksseitiger Radwege entgegen der Fahrtrichtung berge insbesondere innerorts hohe Unfallrisiken und solle daher grundsätzlich nicht angeordnet werden, so die Fraktion in ihrer Mitteilung.
BVB / FREIE WÄHLER bewerten diese Entscheidung hingegen als fehlerhaft und potenziell gefährlich für den Radverkehr. Sie verweist auf eine alternative Empfehlung der Unfallkommission. Diese sah vor, die Querungsstelle im Bereich des Unfallschwerpunkts weiter in die Werner-von-Siemens-Straße hinein zu verlegen. Zwar hätte der Radverkehr dadurch seine Vorfahrt verloren, nach Einschätzung der Kommission wäre dies angesichts der Unfallhäufung jedoch die sicherere Variante gewesen. Nach Ansicht der Fraktion wäre diese Lösung der Verdrängung des Radverkehrs auf die stark frequentierte Landesstraße vorzuziehen gewesen. Zudem lasse die geringe Breite der Schönower Chaussee die Einrichtung von erforderlichen Schutzstreifen nicht zu.
Kritik der Fraktionsmitglieder
Jan Bernatzki, Fraktionsvorsitzender von BVB / FREIE WÄHLER Bernau und Ortsvorsteher von Waldfrieden, kritisiert das Festhalten an der behördlichen Regelung. Er verweist darauf, dass alternative Lösungen seit Jahren bekannt seien. Als negatives Folgebeispiel nennt er den Ortsteil Waldfrieden: Sollte sich diese Praxis durchsetzen, müssten Radfahrende aus Richtung Liepnitzsee künftig direkt auf der Wandlitzer Chaussee (L 304) fahren.
Auch der Bernauer Stadtverordnete Thomas Hannusch sieht in der Neuregelung keine Verbesserung der Verkehrssicherheit. Die Reihenfolge der Maßnahmen sei falsch gewählt worden; die Gefahrenlage an der Einmündung zur Werner-von-Siemens-Straße bleibe durch den Verweis auf die Fahrbahn weiterhin ungelöst.
Forderungen für die Zukunft
BVB / FREIE WÄHLER fordert die Verwaltung und den Landkreis dazu auf, den Zweirichtungsverkehr auf dem betroffenen Radweg umgehend wieder zuzulassen. Parallel dazu müssten die bereits geplanten Infrastrukturmaßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit prioritär umgesetzt werden.
Genutzte Quelle(n): Fraktionsmitteilung BVB / FREIE WÄHLER.