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Enormer Nachholbedarf: Landkreis Barnim fehlen altersgerechte Wohnungen

Regionale Wohnungsmarkt-Analyse

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Bernau / Barnim: Im Landkreis Barnim droht in den kommenden Jahren ein akuter Mangel an seniorengerechtem Wohnraum.

Zu diesem Ergebnis kommt eine regionale Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB).

Demnach erfüllen aktuell nur rund 11 Prozent der rund 100.700 Wohnungen im Landkreis den notwendigen Standard, um auch mit körperlichen Einschränkungen oder im Pflegefall dort leben zu können. Das Problem verschärft sich durch den demografischen Wandel: In den nächsten zehn Jahren werden im Landkreis rund 32.900 Menschen der sogenannten Baby-Boomer-Generation in Rente gehen.

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Die Mängel zeigen sich bereits beim Zugang zu den Immobilien. Laut Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts, sind rund 27 Prozent der Hausflure im Landkreis zu schmal für Rollstühle. Noch deutlicher wird das Defizit in den Wohnungen selbst: In fast 32.000 Küchen und rund 43.500 Bädern fehlt der Platz, um sich mit einer Gehhilfe oder einem Rollstuhl frei zu bewegen. Ein zentrales Kriterium für das Wohnen im Alter – eine bodengleiche, begehbare Dusche – ist derzeit nur in rund 30 Prozent der Wohnungen vorhanden.

Da die meisten Menschen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben möchten und die häusliche Pflege zudem volkswirtschaftlich günstiger ist als ein Heimaufenthalt, fordern Experten nun politische Konsequenzen. BDB-Präsidentin Katharina Metzger plädiert für eine großangelegte „Senioren-Umbau-Offensive“. Da der Neubau allein den Bedarf nicht decken könne, müsse der Fokus auf der Sanierung des Bestands liegen.

Um diesen Umbau effektiv voranzutreiben, fordern das Pestel-Institut und der BDB finanzielle Entlastungen vom Bund. Die bisherige Förderung von 10 Prozent für den Badumbau sowie das unübersichtliche System aus verschiedenen Fördertöpfen von KfW und Kassen seien unzureichend. Stattdessen verlangen die Verbände attraktive „Boomer-Zuschüsse“, die einen Großteil der Kosten decken, da ältere Menschen vor dem Renteneintritt verständlicherweise davor zurückschreckten, für Sanierungen neue Kredite aufzunehmen. Der Bund müsse das altersgerechte Wohnen daher dringend zu einem Schwerpunkt seiner Wohnungsbaupolitik machen.

Unsere Quelle(n): Pestel Institut / Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB)

 

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