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Zeitenblende: Als Bernau sich neu erfand – Ausstellung im Kantorhaus

Bernau im damaligen Schwebezustand

Bernau – Barnim: Ein Jahrzehnt zwischen Gestern und Übermorgen: Die neue Fotoausstellung von Gerd Markert lockte am vergangenen Freitag zahlreiche Besucher zur Vernissage.

„Zeitenblende Bernau, die 90er / Teil 2“ knüpft an den Erfolg des Vorjahres an und zeigt unsere Stadt Bernau im radikalen Umbruch.

Rund 50 Gäste fanden sich am Freitag, dem 18. April, im geschichtsträchtigen Kantorhaus in der Tuchmacherstraße zusammen. Es war ein Abend der Erinnerungen und des Austauschs. Für viele Anwesende war die Eröffnung der Ausstellung mehr als nur ein kultureller Termin – es war eine Begegnung mit der eigenen Biografie.

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Nachdem der erste Teil der Fotoreihe bereits im Jahr 2025 zum Publikumsmagneten avancierte, war die Fortsetzung fast eine logische Konsequenz. „Ich bin erneut in mein umfangreiches Archiv eingetaucht und habe für die Bernauer eine weitere Auswahl zusammengestellt“, erklärt der Fotograf Gerd Markert. Der 1966 in Eisenhüttenstadt geborene Künstler begleitete die Wendezeit als Pressefotograf für die Lokalredaktion der Märkischen Oderzeitung (MOZ) und hielt den Moment fest, als die alte Ordnung der DDR verschwand, das Neue aber noch nicht greifbar war.

Die vorwiegend in Schwarz-Weiß gehaltenen Aufnahmen dokumentieren eine Stadt im Schwebezustand. Markerts Blick ist dabei ebenso dokumentarisch wie empathisch. Die Motive reichen von der Architektur des Wandels – Abrisshäuser, Baulücken und die ersten stolzen Neubauten – bis hin zu den menschlichen Schicksalen dieser Ära.

Besucher der Vernissage entdeckten Plakatwände mit längst vergessenen Parolen, beobachteten abziehende russische Soldaten oder schmunzelten über Alltagsszenen: spielende Kinder auf Baustellen, junge Mütter in Eile oder die klassische „Oma in Kittelschürze“ mit dem Dederon-Einkaufsbeutel. „Die Gäste reflektierten die 90er, wunderten sich über die Detailfülle ihrer eigenen Erinnerungen und kamen sofort miteinander ins Gespräch“, resümiert Kulturamtsmitarbeiterin Sabine Oswald-Göritz den gelungenen Auftakt.

Zur Person: Gerd Markert

Gerd Markert bringt einen geschulten Blick für den Moment mit. Nach seiner Zeit als Kameraassistent im DEFA-Dokumentarfilmstudio Babelsberg prägte er über Jahre das visuelle Gedächtnis der Region als Pressefotograf. Seit 2023 widmet er sich als selbstständiger Fotograf verstärkt der Aufarbeitung seines Archivs, das heute als wertvolles Zeitzeugnis der Bernauer Stadtgeschichte gilt.

Zusehen ist das Kantorhaus Bernau, eines der ältesten gebäude der Stadt

Sonderveranstaltung am 23. April

Wer tiefer in die Hintergründe der Stadtgestaltung eintauchen möchte, hat dazu am heutigen Donnerstag, dem 23. April, um 18 Uhr Gelegenheit. Im Rahmen der Ausstellung findet das Fachgespräch „Die 90er. Neue Ideen. Neues Planen. Neues Bauen.“ im Kantorhaus statt.

Als Gast referiert der Diplom-Formgestalter und Architekt Friedemann Seeger. Als ehemaliger Leiter des Bernauer Stadtplanungsamtes (bis 2012) kann er aus erster Hand berichten, vor welchen Herausforderungen die Stadt nach der Wende stand und wie die gestalterischen Weichen für das heutige Bernau gestellt wurden.

Kantorhaus Bernau

Das 1582 errichtete Kantorhaus ist das älteste erhaltene Wohngebäude Bernaus und dient heute als bedeutender Standort des Stadtmuseums für historische Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Es befindet sich in der Tuchmacherstraße 13.

 

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