MINE und Wallis Bird verzaubern die Waldbühne am Mechesee in Lobetal
Siebenklang - Festival 2026
Bernau – Lobetal: Bis auf den wirklich allerletzten Platz füllte sich am vergangenen Samstagabend die Waldbühne Lobetal in Bernau.
Direkt am Mechesee gelegen, inmitten der sonst so idyllischen Stille der Natur, wurde die Freilichtbühne zum Schauplatz eines ganz besonderen Kulturerlebnisses: Rund 2.000 Menschen pilgerten zum diesjährigen „Siebenklang“-Konzert, um einen lauen Vorsommerabend voller musikalischer Höhepunkte zu genießen. Dass dieser Abend überhaupt in die Bernauer Kulturgeschichte eingehen konnte, grenzte jedoch an ein kleines Wunder.
Noch wenige Stunden vor Showbeginn stand das Konzert der Berliner Singer-Songwriterin MINE auf Messers Schneide. Eine hartnäckige Erkältung hatte die Künstlerin gezwungen, noch am Vorabend einen Auftritt abzusagen. Doch das Bernauer Publikum hatte Glück: Getragen von der Vorfreude der Region trat MINE auf die Bühne – und rockte und begeisterte das restlos ausverkaufte „Haus“, als hätte es nie einen Zweifel gegeben.
Grenzenlose Klangwelten und politische Poesie
MINE, bürgerlich Jasmin Stocker, gilt längst als unverzichtbare Größe der deutschen Musikszene, die sich konsequent jedem Schubladendenken entzieht. In ihrem Werk mischen sich elektronische Beats, Hip-Hop-Anleihen und Jazz-Elemente – sozusagen mit Pauken und Trompeten. Gepaart mit doppel- bis dreifachdeutigen Lyrics gelingt ihr wie kaum einer Zweiten der filigrane Spagat zwischen dem Politischen und dem ganz Privaten.
Mit dieser einzigartigen Mischung zieht sie ein stetig wachsendes Publikum in ihren Bann, so auch am Samstagabend in Lobetal. Ihr aktuelles Album „Baum“, das im Frühjahr 2024 direkt auf Platz 7 der deutschen Charts einstieg, setzte einmal mehr neue Maßstäbe. Es symbolisiert eine künstlerische Metamorphose: Weg vom Hadern mit einer kaputten Welt, wie noch auf dem Vorgängerwerk „Hinüber“ (2021), hin zu einem Aufblühen und Neuanfang.
„Ich hatte das Gefühl, das Verrottete fällt ab und es entsteht etwas Neues“, beschreibt die Künstlerin, die bereits mehrfach mit dem renommierten Preis für Popkultur ausgezeichnet wurde, ihren aktuellen kreativen Prozess. Mit diesem musikalischen Tiefgang, einer feinen Balance aus Melancholie und Optimismus, drückt sie dem deutschen Pop ihren komplett eigenen Stempel auf, welcher auch in der Waldbühne für leuchtende Augen, Jubel und Balsam für die Ohren sorgte.
Irische Naturgewalt zum Auftakt
Den perfekten Boden für diesen hochemotionalen Abend ebnete Wallis Bird. Die irische Ausnahmekünstlerin, die seit über einem Jahrzehnt das Publikum weltweit begeistert, in Brandenburg lebt und bereits über 1.000 Shows im Gepäck hat, brachte die Waldbühne binnen Minuten zum Kochen und schon nach den ersten Takten standen die ersten Fans auf den Bänken.
Ihre explosive Mischung aus Irish Folk, Rock und Pop – gewürdigt unter anderem mit zwei irischen Meteor Awards und dem Deutschen Musikautorenpreis – riss die Bernauer sprichwörtlich von den Sitzen. Ihre unbändige Bühnenpräsenz ist legendär; nicht umsonst konstatierte die Irish Times einmal augenzwinkernd, dass Bird mit ihrer schieren Energie wohl „die Wirtschaft eines ganzen Landes in Schwung bringen könnte“.
Am Mechesee brachte sie an diesem Samstagabend vor allem die Herzen der Menschen in Schwung und lieferte den perfekten Auftakt für ein Open-Air-Erlebnis, das den Bernauerinnen und Bernauern und uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Danke für diesen wundervollen Abend.
Weitere Informationen zum Siebenklang-Festival unter: https://www.siebenklang.de
Quelle(n): Bernau LIVE / Veranstalter/Ankündigung.