Bernau / Brandenburg: Das Land Brandenburg startet mit historisch hohen Schülerzahlen von rund 324.400 Kindern und Jugendlichen in das Schuljahr 2026/27.
Trotz einer extrem angespannten Personallage und einer nur knappen Abdeckung des Unterrichtsbedarfs sichert Bildungsminister Gordon Hoffmann im Rahmen der Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt das Erreichen aller Schulabschlüsse zu.
Um den akuten Lehrkräftemangel aufzufangen, greift das Land zu verschiedenen Notfallmaßnahmen. So erhält der Kernunterricht Vorrang vor Arbeitsgemeinschaften oder Ganztagsangeboten, und in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 kann die Stundentafel in Ausnahmefällen vorübergehend reduziert werden. Zudem wird eine bisherige Entlastungsstunde für Lehrkräfte im zweiten Schulhalbjahr zurückgenommen. Die Schullandschaft erfährt dabei auch kollegiale Unterstützung: Über 400 Lehrkräfte wechselten freiwillig an Schulen mit besonders hohem Personalbedarf.
Der Schuldienst startet mit insgesamt 22.311 Lehrkräften in das neue Schuljahr, wobei etwa 313 Vollzeitstellen vorerst unbesetzt bleiben. Neben 1.253 unbefristeten Einstellungen und Entfristungen wurden 1.093 Personen befristet aufgenommen, wobei der Anteil von Seiteneinsteigenden bei den Neueinstellungen leicht auf 43,5 Prozent sank. Für eine zusätzliche Entlastung im Schulalltag sorgen ein Vertretungsbudget von 11,1 Millionen Euro, rund 830 Studierende als Lernassistenten sowie 180 Freiwillige im Sozialen Jahr. Für das Schuljahr 2027/28 kündigte der Minister die Schaffung von 250 neuen Vollzeitstellen an, um den angestrebten Turnaround in der Personalversorgung einzuleiten.
Parallel zur Sicherung des Regelbetriebs treibt das Land Qualitätsinitiativen und langfristige Reformen voran. In der gymnasialen Oberstufe werden erstmals digitale Onlinekurse in sechs Fächern angeboten, um Lücken im Fächerangebot einzelner Standorte auszugleichen. Zur gezielten Förderung der Basiskompetenzen wird das wissenschaftlich erprobte Format des Lesebands ab dem Schuljahr 2027/28 an allen Grundschulen verpflichtend eingeführt, später gefolgt von einem analogen Rechenband. Ergänzend dazu werden die frühkindliche Sprachförderung ausgebaut und die Lehrpläne in den Kernfächern konkreter gestaltet.
Da die Gesamtschülerzahl ab dem Schuljahr 2028/29 voraussichtlich wieder sinken wird, startet das Bildungsministerium zugleich den strategischen Beteiligungsprozess „Bildungsland Brandenburg 2035“. Dieser soll die demografische Entwicklung nutzen, um die Schule der Zukunft vorausschauend zu gestalten und Bildungsqualität sowie Schulstandorte langfristig abzusichern.
Die Zahl der Schulen in Brandenburg steigt zum neuen Schuljahr um 6 auf 958. In öffentlicher Trägerschaft sind 756 Schulen (+6), 202 Schulen in freier Trägerschaft (eine Schule wurde neu eröffnet, eine Schule hat den Betrieb eingestellt). Die Zahl der Schülerinnen und Schüler im Land Brandenburg steigt zum Schuljahr 2026/27 um 0,3 % (circa 950) auf rund 324.400 (Prognose). Die Trendumkehr ist bereits absehbar – die Einschulungszahlen sinken. Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2028/29 wird in Brandenburg auch die Gesamtschülerzahl sinken.
Unsere Zusammenfassung ist erheblich eingekürzt. Vollständige Informationen und Grafiken zum Thema unter: https://mbjs.brandenburg.de/aktuelles/pressemitteilungen.html?news=brandenburg_06.c.911316.de.
Genutzte Quelle(n): Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

