Bernau / Barnim: Beim jährlichen Sicherheitsgipfel im Neuen Rathaus Bernau zogen Polizei, Kommunen und Landkreis am 19. Juni eine weitgehend positive Bilanz für das Jahr 2025. Einbrüche im Berliner Umland und die Entwicklung im Straßenverkehr bleiben jedoch im Fokus der Behörden.
Einmal im Jahr kommen die Vertretungen der Kommunen, des Landkreises Barnim, der Justiz und der Polizei zur Sicherheitskonferenz zusammen. Die diesjährige Tagung, zu der der Leiter der Polizeiinspektion Barnim, Jens Starigk, und Landrat Daniel Kurth eingeladen hatten, fand im Neuen Rathaus Bernau statt. Bernaus Bürgermeister André Stahl betonte in seiner Begrüßung die Relevanz der behördenübergreifenden Kooperation und des regelmäßigen Informationsaustausches.
Kriminalitätsentwicklung und lokale Schwerpunkte
Im Zentrum der Konferenz standen die Kriminalitäts- und Verkehrslage sowie die allgemeine Sicherheitslage in der Region. Nach Angaben der Polizei gehört der Barnim weiterhin zu den sichersten Landkreisen in Brandenburg.
- Rückgang der Gesamtstraftaten: Im Jahr 2025 wurden landkreisweit insgesamt 10.057 Straftaten registriert, womit sich der rückläufige Trend der Vorjahre fortsetzt.
- Herausforderung Wohnungseinbrüche: Ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit liegt weiterhin auf den Wohnquartieren im engeren Verflechtungsraum zu Berlin, wo nach wie vor eine erhebliche Anzahl an Wohnungseinbrüchen verzeichnet wird. Die Polizei verweist in diesem Zusammenhang auf ihre bestehenden Präventions- und Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger.
- Kriminalitätsstruktur in Bernau: In der Stadt Bernau bilden Diebstahl, schwerer Diebstahl und Rohheitsdelikte die häufigsten Fallgruppen. Allerdings ist eine Verschiebung zu beobachten: Der klassische Diebstahl wird zunehmend durch Betrugsdelikte, insbesondere im digitalen Raum, verdrängt.
Verkehrslage: Weniger Unfälle, aber anhaltend hohe Opferzahlen
Trotz eines steigenden Verkehrsaufkommens sank die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis. In Bernau wurden im vergangenen Jahr 1.047 Unfälle erfasst, die sich mehrheitlich innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten. Als Hauptursachen gelten weiterhin Vorfahrtsverstöße, überhöhte Geschwindigkeit und das Fahren unter Alkoholeinfluss.
Kritisch bewertet die Polizeiinspektion die Entwicklung bei den schweren Verkehrsunfällen. Für das laufende Jahr wurden bereits acht Verkehrstote im Landkreis registriert. Da sich kein einzelner geografischer Schwerpunkt ausmachen lässt, plädiert die Polizei verstärkt für gegenseitige Rücksichtnahme, eine realistische Selbsteinschätzung der Verkehrsteilnehmenden und den Verzicht auf Ablenkung durch Smartphones oder andere Medien.
Intensivierung des Opferschutzes bei häuslicher Gewalt
Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Barnim liegt auf der Bekämpfung häuslicher Gewalt. Die Inspektion hat hierzu ihre präventiven Angebote ausgebaut und hält mit einer eigenen Opferschutzbeauftragten eine feste Ansprechstelle für Betroffene bereit.
Unsere Quelle(n): Stadt Bernau bei Berlin.