Bernau: Ein leises Festival, das laut begeistert: Filmfestival „Willkommen Zuhause“ eröffnet
Fiulmfestival vom 24. bis 27. September 2026
Bernau / Barnim: Manchmal sind es die vermeintlich kleinen Ereignisse, die eine Stadt wie Bernau zu etwas ganz Besonderem machen.
Wer mit offenen Augen durch die Straßen geht und sich die Mühe macht, genau hinzusehen, wird erstaunt sein, welche kulturelle Vielfalt hier pulsiert. Es sind Menschen mit Visionen, die sich etwas trauen und ohne großes Tamtam Großartiges auf die Beine stellen. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist das Bernauer Filmfestival „Willkommen Zuhause“, das am gestrigen Donnerstagabend im Filmpalast Bernau bereits in sein viertes Jahr startete.
Bevor das Wochenende sich nun ganz der Magie der Leinwand hingibt, setzte die Eröffnung ein unvergessliches Ausrufezeichen. Mit dem Film „Gropiusstadt Supernova“ tauchte das Publikum – im Beisein von Regisseur Ben Voit und Hauptdarsteller Mo Issa – in die schicksalhafte Silvesternacht dreier junger Menschen ein. Ein intensives Drama, das nicht nur durch schauspielerische Brillanz besticht, sondern mit beeindruckenden Bildern, einer enormen Glaubwürdigkeit und einem grandiosen Soundtrack tief berührt und restlos begeisterte.
Doch die eigentliche Überraschung wartete nach dem Abspann: Vom Kinosaal des Bernauer Filmpalastes ging es für alle Gäste hinauf auf das Parkdeck der Bahnhofs-Passage. Dort, zwischen liebevoll aufgestellten Sitzreihen und mit einem Glas Sekt in der Hand, erlebte das Publikum ein beeindruckendes Feuerwerk – eine wunderschöne und unerwartete Hommage an die im Film erlebte Silvesternacht. In fast freundschaftlich-privater Atmosphäre kamen Veranstalter, Kinofans, Regisseur und Hauptdarsteller zusammen. Der Soundtrack des Films klang in den Ohren, man tauschte sich aus, und selbst der kräftige Regen, der zwischendurch einsetzte, konnte der warmen, herzlichen Stimmung nichts anhaben.
Es braucht Mut und unermüdliche Leidenschaft, ein solches Event zu stemmen. Das betonte auch Bürgermeister André Stahl, der zur Eröffnung voll des Lobes war und all jenen dankte, die dieses Festival möglich machen – allen voran Peter Benedix mit seinem Team vom Verein Ereignishorizont e.V., der als treibende Kraft hinter „willkommen Zuhause“ steht.
Unter genau diesem Motto lädt das Festival dazu ein, Kino neu und vor allem gemeinsam zu erleben. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist eine Initiative gewachsen, die das regionale Kulturangebot mit enorm viel Herzblut bereichert. Das Festival versteht sich ganz bewusst als intimes Kulturerlebnis: eher leise als laut, greifbar, nahbar. Hier misst sich der Wert der Kultur nicht an Ticketverkäufen, sondern an der Qualität der menschlichen Begegnung. Es ist eine wertvolle Bühne für besondere Geschichten abseits des Mainstreams, die es im regulären Kinobetrieb oft schwer haben.
In einer Zeit, in der die Welt da draußen immer komplexer wird und gesellschaftliche Krisen bis in den Alltag spürbar sind, schafft dieses Festival einen selten gewordenen Raum des Innehaltens. Es stellt die wichtigen Fragen: Wo findet man heute noch Trost, Halt und echte Zugehörigkeit? Was bedeutet „Heimat“ in einer pluralen Gesellschaft und wie lässt sich dieses Gefühl schützen? Durch ein sorgfältig kuratiertes Programm, den ehrlichen Austausch, das aufmerksame Zuhören und ein Miteinander, das auch Gegensätze aushält, setzt das Festival auf die verbindende Kraft der Gemeinschaft.
Ein Wochenende voller Kino-Magie liegt nun vor Bernau – ein Besuch, der sich lohnt, um sich ein wenig wie zu Hause zu fühlen.
- Preise: Dank öffentlicher Förderung kosten die Eintrittskarten einheitlich 6 € (4 € ermäßigt). Zudem wird ein Festivalpass für alle Vorstellungen angeboten.
- Engagement für Ehrenamtliche: Lokale Vereine aus Bernau und Umgebung erhalten als Anerkennung für ihren gesellschaftlichen Einsatz auf Anfrage per E-Mail ein Kontingent von jeweils fünf Freikarten für eine Vorstellung nach Wahl.
- Barrierefreiheit: Das Organisationsteam legt großen Wert auf einen möglichst hürdenfreien Zugang für alle Besuchenden. Bei individuellen Bedarfen oder Fragen zu Zugänglichkeiten wird um direkte Kontaktaufnahme gebeten, um gemeinsam unkomplizierte Lösungen zu finden.
Alle Informationen, Vorschau auf die Filme und Tickets unter: https://zuhausefilmfestival.de/festival/.