Wasserstoffaustritt in Basdorf: Kreiswerke Barnim und Einsatzkräfte optimieren Abläufe
Regelmäßiger Austausch
Bernau / Basdorf: Nach einem Wasserstoffaustritt an der Tankstelle in Basdorf arbeiten die Kreiswerke Barnim den Vorfall gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei auf. Ziel ist es, aus dem Ereignis zu lernen und die Prozesse für zukünftige Einsätze weiter zu optimieren.
Im Juni 2026 war es an der Wasserstoff-Tankstelle der Kreiswerke Barnim in Basdorf zu einem Gasaustritt gekommen. (Beitrag) Die Anlage, die zur Betankung der Züge auf der Strecke der Heidekrautbahn dient, ist vollständig fernüberwacht. Im Falle einer Fehlermeldung oder eines Defekts lässt sie sich aus der Ferne komplett oder in einzelnen Teilbereichen abschalten. Eine dafür festgelegte Meldekette wurde beim Vorfall im Juni ordnungsgemäß eingehalten. Noch am selben Abend konnte Entwarnung gegeben werden.
Für die Anwohnenden war während des Austritts ein hoher Geräuschpegel wahrnehmbar; zudem richteten die Einsatzkräfte vorsorglich einen Sperrkreis ein. Eine solche Absperrung ist bei jedem Gasaustritt – unabhängig von der Gasart – ein standardmäßiges Sicherheitsverfahren. Als Ursache wurde später ein Leck an einem Verbindungsstück identifiziert. Um diese Fehlerquelle künftig auszuschließen, wurden die Bauteile durch beweglichere und robustere Ausführungen ersetzt.
Da der Austritt von Wasserstoff auch für die Einsatzkräfte vor Ort eine neuartige Situation darstellte, luden die Kreiswerke Barnim zu einer gemeinsamen Nachbesprechung ein. „Nach dem Vorfall war es uns besonders wichtig, das Gespräch zu suchen und den Einsatz transparent aufzuarbeiten. Wir wissen, wie anspruchsvoll solche Lagen für die Verantwortlichen vor Ort sind“, erklärt Mike Döhnert, Betriebsführer für Erneuerbare Energien bei der Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft, einem Unternehmen der Kreiswerke Barnim.
Am Freitag, den 11. September 2026, kamen dazu Vertreter der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB), der Feuerwehr Basdorf, der Gemeindewehrführung Wandlitz, des Landkreises Barnim, der Polizeiinspektion Barnim sowie des Anlagenentwicklers H2Apex und der Kreiswerke Barnim zusammen.
Das Treffen lieferte direkte Ergebnisse: Künftig soll ein solcher Austausch einmal jährlich stattfinden. Ergänzend sind Schulungen für die ortsansässige Feuerwehr geplant, um das technische Verständnis für die Wasserstoffanlage zu vertiefen. Zudem werden konkrete Maßnahmen geprüft und umgesetzt: Die Kreiswerke prüfen die dezentrale Installation eines zusätzlichen Not-Aus-Schalters mit direktem Zugang für Rettungskräfte und beschaffen weitere Gaswarngeräte für die örtlichen Feuerwehren.
„Der offene Austausch hat gezeigt, wo wir Schnittstellen und Abläufe weiter verbessern können. Wir nehmen diese Erkenntnisse sehr ernst, mit dem Anspruch, die Bedingungen für die Einsatzkräfte bei künftigen Einsätzen so sicher und unkompliziert wie möglich zu gestalten“, so Döhnert weiter.
Auch aufseiten der Einsatzkräfte fällt das Fazit positiv aus: „Der Austausch half dabei, Kontakte zu knüpfen, Informationen abzugleichen und technische Optimierungen auf den Weg zu bringen. Es war ein durchweg erfolgreicher Gedankenaustausch, den wir fortsetzen werden“, resümiert Tobias Looke, Gemeindewehrführer von Wandlitz.
Genutzte Quelle(n): Kreiswerke Barnim.