Ein erlebnisreicher Sonntag des offenen Denkmals in Bernau
Veranstaltungstipp
Bernau / Barnim: Es sind die vertrauten Orte, an denen man im Alltag oft ohne großen Gedankengang vorbeieilt.
Doch hinter dicken Bunkertüren, aufragenden Kirchtürmen und jahrhundertealtem Gebälk verbergen sich Geschichten, die nur darauf warten, erzählt zu werden. Am vergangenen Sonntag nutzten unzählige Neugierige die Gelegenheit, genau diese Geheimnisse zu lüften: Der Tag des offenen Denkmals verwandelte unsere Stadt Bernau in eine lebendige Bühne für historische Netzwerke und verborgene Infrastrukturen.
Das Publikumsinteresse war riesig. Bei sonntäglicher Aufbruchstimmung schlenderten Scharen von Besuchern durch die Straßen, und vor den beliebtesten Stationen bildeten sich teils geduldige Warteschlangen – ein deutliches Zeichen dafür, wie tief verwurzelt das Interesse an der eigenen Heimatgeschichte ist.
Auf dem Hannes-Meyer-Campus erkundeten Geschichtsbegeisterte das ikonische UNESCO-Welterbe der ehemaligen ADGB-Bundesschule, während es wenige Kilometer weiter unter die Erde ging. Im Bunker Ladeburg tauchten die Besucher mit festem Schuhwerk tief in die Schattenwelt des Kalten Krieges und die abhörsichere Nachrichtentechnik der DDR ein. Wer stattdessen den Blick gen Himmel suchte, erklomm die schwindelerregenden Stufen des alten Gasometers oder genoss die Innenansicht des 44 Meter hohen Wasserturms an der Oranienburger Straße, begleitet von sanften Live-Klängen und geschmückt mit Schutzhelm. Auch der Blick hinter die Kulissen des ehemaligen Hotels „Zum goldenen Löwen“ an der Brauerstraße entwickelte sich zu einem echten Publikumsmagneten.
Doch der Tag lebte nicht nur von den großen Denkmälern. Ob Puppentheater und gemütlicher Kuchengenuss, spannende Einblicke in die mittelalterliche Hygieneinfrastruktur im Henkerhaus oder die Transformation der Waldsiedlung – überall spürte man die Leidenschaft, mit der Vergangenes für die Gegenwart bewahrt wird.
Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzte schließlich das feierliche Gesangskonzert „Ave-Maria“ in der Herz-Jesu-Kirche. Nach einem Tag voller neuer Perspektiven, Schritte in die Tiefe und Blicke über die Dächer unseres Städtchens Bernau blieb hauptsächlich eines zurück: das Gefühl eines rundum gelungenen Sonntags, der einmal mehr gezeigt hat, wie viel Leben in den alten Steinen von Bernau steckt.
Alle Informationen zu den teilnehmenden Denkmälern im Barnim und Berlin findet ihr unter: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/programm.
Genutzte Quelle(n): Deutsche Stiftung Denkmalschutz