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Bernau: Notauslassbecken Waldfrieden erhitzt weiterhin die Gemüter

Sorge um Natur und Umwelt?

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Bernau / Barnim: Am vergangenen Samstagvormittag lud das Bündnis für Bernau, allen voran der Vorstandsvorsitzende und Waldfriedener Axel Klatt und Ortsvorsteher Jan Bernatzki, zu einem Vor-Ort-Termin am Notauslassbecken des WAV Panke / Finow nach Waldfrieden.

Trotz des ungemütlichen Wetters nahmen zahlreiche Anwohner und Vertreter der Stadtverordnetenversammlung den Weg auf sich, um sich vor Ort über die aktuelle Situation rund um die Anlage des WAV Panke/Finow zu informieren.

Das Notauslassbecken, dass mitten im Wald zwischen den Bernauer Ortsteilen Waldfrieden und Schönow liegt, erhitzt schon seit längerem die Gemüter der Anwohner. Und so werden Stimmen laut, die behaupten, dass das Becken undicht sei, dass erhöhte Werte von Schadstoffen vorhanden sind und dass die Anlage unzureichend gesichert sei. (wir berichteten)

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Diese Aussagen wurden vom WAV Panke / Finow zum Teil in einer Pressemitteilung und auf Bernau LIVE Anfrage bestätigt. „Was die mögliche Verunreinigung des Bodens angeht, so sei auch hier nicht von einer Gefahr für Natur und Umwelt auszugehen. Es stimmt zwar, dass das Becken undicht ist, allerdings sei dies hydrogeologisch gewollt und eine Verschmutzung des Trinkwassers ist nicht gegeben, so Daniel Nicodem. Schon in den früheren Jahren wurde das Gebiet rund um das Ablassbecken als Rieselfeld genutzt und ist entsprechend vorbelastet. In der Nähe befinden sich weder Brunnen noch fließt das Grundwasser in Richtung etwaiger Wasserwerke.

Weiterhin werden der Boden und das Grundwasser regelmäßig überwacht. “Der WAV hat eine wasserrechtliche Genehmigung zur Einleitung von Abwässern in das Becken. Jede Ausleitung in das Becken wird genau dokumentiert und der Unteren Wasserschutzbehörde gemeldet. In dieser Meldung sind auch die eingeleiteten Mengen exakt beziffert”

WAV Ablassbecken Bernau
Foto: Bernau LIVE

Dieser Aussagen vom WAV aus unserem Beitrag vom 16. September 2020, stehen nun die Äußerungen des Hydrogeologen Dr. Matthias Zippel gegenüber, der am Samstag auf die Gegebenheiten vor Ort einging. Dr. Zippel sieht in den baulichen Zuständen durchaus eine Gefährdung für Menschen und Umwelt. “So liegt das Notauslassbecken zwar nicht im Grundwasserschutzgebiet Schönow aus dem die Stadtwerke das Grundwasser pumpen, jedoch kann man davon ausgehen, dass das betroffene Gelände im erweiterten Einzugsgebiet, der Grundwasserförderung liegt.”

Sprich, die ungereinigten Abwässer, die dort gelegentlich eingeleitet werden, dies wurde allein in diesem Jahr bereits vier Mal praktiziert, kommen früher oder später im Grundwasserfördergebiet an. Das Argument, dass diese Becken bereits vor Jahrzehnten als Rieselfelder genutzt wurden, lässt Zippel nicht gelten. Denn seit dem Abwasser regelmäßig Industrieabwässer zugeführt werden, sind diese zudem noch mit Schwermetallen und anderen Giften belastet. Dies führte eben zur Abschaffung der Rieselfelder und der Notwendigkeit, Abwasser ausschließlich über Kläranlagen zu reinigen.

Die Notwendigkeit des Betriebes eines Notablassbeckens sieht auch der Hydrogeologe für sinnvoll um im Havariefall schnell handeln zu können. Allerdings müsse eine solche Anlage dicht und mit entsprechenden technischen Vorkehrungen ausgestattet sein, so dass man die zwischengelagerten Abwässer dem ursprünglichen System wieder zuführt und über die Kläranlage reinigt. Eine Versickerung ins Erdreich und damit eine eventuelle Verunreinigung des Grundwassers ist in jedem Fall zu vermeiden. Ein Beispiel, wie es richtig umgesetzt wird, ist in der Gemeinde Panketal zu finden, so der Hydrologe.

Nach den Ausführungen des Geologen sahen auch die anwesenden Stadtverordneten, wie unter anderem Daniel Sauer Vorstandsvorsitzender der CDU Bernau und Fraktionsvorsitzender der BfB Dr. Detlef Maleuda, dringenden Handlungsbedarf.

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Das Notauslassbecken hat noch bis 2025 eine Betriebsgenehmigung, jedoch wolle man keinesfalls bis dahin warten und eine mögliche Gefahr für Mensch und Umwelt in Kauf nehmen. Vielmehr müssen nun schnellstmöglich Lösungen gefunden werden um sowohl die baulichen Mängel als auch die Undichtigkeit des Beckens zu beheben.

Der WAV Panke / Finow war am Samstag leider nicht vor Ort, so dass wir hier nur die einseitige Betrachtungsweise wiedergeben können. Es bleibt zu hoffen, dass es in diesem Sachverhalt bald zu einer Einigung kommt und das Beste für die Natur, Umwelt und den Bürgern getan wird.

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