Ernstfall in der Notaufnahme: Rettungsübung im Immanuel Klinikum Bernau
Unangekündigte Katastrophenschutzübung
Bernau / Barnim: Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn 11, dutzende Verletzte und eine zentrale Notaufnahme, die innerhalb kürzester Zeit an ihre Belastungsgrenze gebracht wird.
Mit genau diesem Szenario sah sich das Team des Immanuel Klinikums Bernau Herzzentrum Brandenburg, am Abend des 13. Oktober konfrontiert. Was wie ein dramatisches Realereignis wirkte, war nach Angaben des Klinikums eine unangekündigte Katastrophenschutzübung – ein Stresstest, der den Mitarbeitenden alles abverlangte, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.
Ein realistisches Szenario ohne Vorwarnung
Um die organisatorischen Abläufe unter maximal realistischen Bedingungen zu testen, war das Klinikpersonal vorab nicht eingeweiht worden. Das angenommene Szenario: Um 18:30 Uhr kollidierte auf der A11 ein Lastwagen mit einem Bus. Nur 15 Minuten später erreichte die Klinik die Alarmierung, dass mit 25 verletzten Personen zu rechnen sei.
Ab 19:00 Uhr trafen die ersten Patientinnen und Patienten in der Zentralen Notaufnahme ein – teils mit dem Rettungswagen, teils eigenständig. Mime-Darstellerinnen und -Darsteller stellten die Verletzten mit realistisch geschminkten Wunden dar. Wie bei dynamischen Großschadenslagen üblich, veränderten sich die Fallzahlen und Schweregrade im Verlauf der Übung. Am Ende versorgte das Medizin- und Pflegepersonal insgesamt 24 Personen, darunter fünf Schwerverletzte mit komplexen Krankheitsbildern wie Amputationsverletzungen, zehn mittelschwere sowie neun Leichtverletzte.
Präzise Logistik beim „Massenanfall von Verletzten“
Wie das Klinikum auf seiner Homepage informiert, war das Ziel der Übung die Bewältigung eines sogenannten Massenanfalls von Verletzten (MANV). In solchen Notsituationen kommt es darauf an, innerhalb von Sekunden die Schwere von Verletzungen einzuschätzen (Triage), klare Prioritäten für die medizinische Behandlung zu setzen und die Logistik im Haus strukturiert zu koordinieren.
Insgesamt hielten 74 Beteiligte das komplexe Räderwerk am Laufen:
- 40 Klinikmitarbeitende aus Medizin, Pflege und Organisation
- 24 Mimen und Darstellende, die für die lebensnahe Kulisse sorgten
- 10 Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), die den Transport und die Logistik steuerten
Parallel dazu lief die reguläre Notfallversorgung der Bevölkerung ohne Unterbrechung weiter. Patientinnen und Patienten, die die Notaufnahme während des Übungszeitraums aufsuchten, wurden lückenlos betreut und bei akuten Beschwerden sofort versorgt. Dank Vorab-Informationsketten mit der Leitstelle Nordost konnte auch das allgemeine Rettungsgeschehen in der Region reibungslos abgestimmt werden.
Positives Fazit nach intensivem Einsatz
Cornel Gratz, der Katastrophenschutzbeauftragte des Immanuel Klinikums Bernau, zog im Anschluss an die Übung eine durchweg positive Bilanz. Die Abläufe innerhalb der Teams und die Schnittstellen zu externen Partnern wie dem ASB hätten hervorragend ineinandergegriffen. Sämtliche gemeldeten Verletzten konnten zügig und fachgerecht versorgt werden – ein Ergebnis, das den Verantwortlichen und der Bevölkerung die Gewissheit gibt, dass das Klinikum auch auf unvorhersehbare Großlagen bestens vorbereitet ist.
Genutzte Quelle(n): Immanuel Klinikum Bernau / Immanuel Albertinen Diakonie gGmbH. (https://bernau.immanuel.de)