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Geht dem Werk der Weber Automotive in Bernau die Luft aus?

170 MitarbeiterInnen in Sorge

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Bernau (Barnim): Große Sorgen machen sich in diesen Wochen die MitarbeiterInnen der Weber Automotive in Bernau an der Zepernicker Chaussee.

Nach dem inzwischen beigelegten Insolvenzantrag vom Juli vergangenen Jahres, geht das Bangen um den Bernauer Autozulieferer in die nächste Runde.

Der Bernauer Standort des Autoteilezulieferers Weber Automotive GmbH, ist einer der modernsten Anlagen der Branche. Erst im Jahr 2012 übernahm das Familienunternehmen das ehemalige Lieken-Werk und investierte rund 30 Millionen Euro in den Bernauer Standort.

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23.000 qm modernste Technik

Auf 23.000 qm werden Antriebskomponenten für Pkw, Nutzfahrzeuge und Freizeitmobile gefertigt. Dabei liegt der Fokus auf die Bearbeitung von komplexen Motor- und Getriebekomponenten und der Montage kompletter Systeme. Im Werk findet man hochmoderne Produktionsstrecken, die mit einem altbekannten und herkömmlichen metallverarbeitenden Betrieb kaum mehr etwas zu tun haben. Ein Fussboden der fast sauberer als der bei mir zu Hause ist, LCD Displays die an der Decke hängen und jeden Produktionsschritt anzeigen sowie im Takt tanzende Roboter zeugen von enormer Qualität und zukunftsorientierter Technologien.

Ungewissheit trotz guter Auftragslage

Der Bernauer Standort schrieb bis zu Letzt schwarze Zahlen und konnte sich über eine gute Auftragslage freuen. Dennoch bangen die 170 MitarbeiterInnen und Auszubildenden um ihrer Zukunft.

Erst im vergangenen Jahr geriet das Unternehmen in Schieflage und musste aufgrund eines Investorenstreits zwischen der Gründerfamilie Weber und dem Finanzinvestor/Beteiligungsgesellschaft Ardian, einen Insolvenzantrag stellen. Dieser wurde in Eigenverwaltung bearbeitet und konnte Anfang Mai 2020 durch den Rückkauf der Anteile vom ehemaligen Partner Ardian, durch die Gründerfamilie Weber beigelegt werden.

In einer Pressemitteilung heißt es hierzu, „Christian Weber als Gesellschafter der Weber Holding GmbH und Sprecher der Familie Weber: „Wir haben immer an das große Potential des Unternehmens, seine Technologien und an die Mitarbeiter geglaubt. Daher sind wir ausgesprochen glücklich, Weber Automotive als Gesellschafter wieder zu alter Stärke zurückführen zu können. Es waren vor allem die Mitarbeiter, aber auch die großen Stammkunden, die uns in vielen Gesprächen immer wieder das Vertrauen ausgesprochen und uns darin bestärkt haben, diesen Schritt zu gehen. Wir danken allen Beteiligten für die sehr konstruktiven und zielgerichteten Gespräche in den vergangenen Monaten, die nun zu dieser hervorragenden Lösung für Weber Automotive und seiner Belegschaft geführt haben.“

Doch trotz der guten Nachrichten zeigt sich die IG Metall Ostbrandenburg besorgt um den Bernauer Standort. So schreibt die IG Metall Ostbrandenburg in einer Mitteilung vom 12. 06. 2020, dass der Standort von der übrigen Unternehmensstruktur herausgelöst werden und es zu einem massiven Stellenabbau kommen soll.

Bisher liegt kein Konzept für den Erhalt oder die zukünftige Nutzung des Werkes vor. „Es ist zu befürchten, dass die Kolleginnen und Kollegen des wirtschaftlich guten Standorts Bernau kurz – und mittelfristig auf der Strecke bleiben sollen“, sagt Holger Wachsmann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg.

IG Metall fordert nachhaltiges Konzept und bessere Informationspolitik

Er fordert: „Wir brauchen für den Standort Bernau ein wirtschaftlich nachhaltiges Konzept, das den Kolleginnen und Kollegen eine Perspektive gibt.”

Des Weiteren bemängelt die Gewerkschaft, dass das Unternehmen Informationen nur Häppchenweise übermittelt. Bereits am 09. Juni 2020 fand das erste Treffen zwischen dem Erwerber, der Kanzlei des eingesetzten Generalbevollmächtigten und Betriebsrat unter Beteiligung der IG Metall statt. Doch auch bei diesem Meeting wurden vermutlich nicht alle Karten auf den Tisch gelegt.

Hieß es bis zum 08. Juni seitens des Unternehmens noch, die Auftragsreichweite für den Bernauer Standort sei bis 2024 stabil, so verbesserte sich die Geschäftsführung schon am nächsten Tag und verkündete, die Auftragsreichweite reiche maximal bis zum Jahr 2021. Bereits einen Tag später wurde auch diese Zahl in Zweifel gezogen.

„Ein fairer Umgang und eine ehrliche Diskussion um einen Interessenausgleich sieht anders aus. Es ist wohl kein Zufall, dass erst nachdem im Gläubigerausschuss die Konzepte beschlossen wurden stückchenweise Informationen präsentierten werden. Hier wurde die Zukunft der Beschäftigten zur Spielmasse von Unternehmerinteresse gemacht.“, heißt es weiter in der Mittelung

Holger Wachsmann erklärt „Die IG Metall wird genau hinschauen und gemeinsam mit den Beschäftigten und dem Betriebsrat alle weiteren Schritte beraten.“

Bernau - Weber Automotive

Noch während des ersten Treffens am 09. Juni organisierte der Betriebsrat und die Gewerkschaft eine Betriebsversammlung für den nächsten Tag. Trotz kurzer Vorbereitungszeit erschien der Großteil der Belegschaft und zeigte sich verärgert und tief betroffen von der Konzeptlosigkeit der Unternehmensspitze.

„Der Eindruck, dass für Bernau ein Sterben auf Raten vorbereitet wird, lässt sich immer weniger entkräften. Nicht nur auf Grund der guten Betriebsergebnisse der letzten Jahre hat die außerordentlich engagierte Belegschaft klare Perspektiven verdient.“ macht Holger Wachsmann deutlich.

In den kommenden Wochen sollen die Gespräche weitergeführt und die Belegschaft zeitnah informiert werden.

Auch wir von Bernau LIVE hoffen, dass der Bernauer Standort eine Zukunft hat und die betroffenen Mitarbeiter bald wieder ruhig schlafen können. Wir bleiben jedenfalls an diesem Thema dran und werden Euch über die weiteren Entwicklungen informieren.

Anbei der Link zur Mitteilung der IG Metall Ostbrandenburg: https://www.igmetall-ostbrandenburg.de/aktuelles/meldung/angst-um-den-arbeitsplatz-bei-weber-automotive-in-bernau/

Die Mitteilung zum Rückkauf der Unternehmensanteile durch Familie Weber findet ihr unter:

https://www.indat.info/Home/Presse/Pressemitteilungen-Insolvenz-Sanierung/Zukunftsloesung-fuer-Weber-Automotive-perfekt-f8eb814bbaa7802bcd633dd97260fd70

Foto Betriebsversammlung: Mit freundlicher Genehmigung von Holger Wachsmann – Erster Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg

 

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