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Überlebenskampf im Tiefschlaf: Fledermaus-Check im Naturpark Barnim

Naturwacht Brandenburg

Siebenklang Bernau - Bild kann nicht geladen werden.  

Bernau / Barnim: Wenn die Nächte im Barnim frostig werden, beginnt für die heimischen Fledermäuse die kritischste Zeit des Jahres.

Um die Bestände der lautlosen Jäger zu schützen, hat die Naturwacht Brandenburg kürzlich ihre jährliche Inventur abgeschlossen. Gemeinsam mit dem Experten Hinrich Matthes und tatkräftiger Unterstützung durch Praktikant Felix Clemens wurden 14 ausgewählte Winterquartiere im Naturpark Barnim unter die Lupe genommen.

Seit 2008 dokumentiert die Naturwacht die Entwicklung der Populationen. Die Bilanz dieses Jahres ist geprägt von klimatischen Herausforderungen: Wochenlanger strenger Frost ließ einige Quartiere so stark auskühlen, dass sie für die Tiere unbewohnbar wurden. In der Folge mussten viele Fledermäuse ihre Verstecke verlassen und innerhalb des Winterschlafes umziehen – ein riskantes Manöver, das wertvolle Energie kostet.

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Doch nicht nur der Frost macht den Tieren zu schaffen. Ranger Michael Schünemann warnt vor menschlichen Eingriffen: An mehreren Standorten wurden beschädigte Einflugöffnungen entdeckt. „Winterquartiere sind hochsensible Rückzugsorte. Jede Störung – sei es durch eindringende Personen, Taschenlampen oder Lärm – zwingt die Tiere zum Aufwachen“, erklärt Schünemann.

Dieser Aufwachprozess ist ein körperlicher Kraftakt: Die Körpertemperatur muss in kürzester Zeit von knapp über dem Gefrierpunkt auf fast 40 °C hochgefahren werden. Jedes unnötige Erwachen zehrt an den Fettreserven, die eigentlich bis zum Frühjahr reichen müssen. Sind die Zugänge zudem durch Vandalismus blockiert, droht den Tieren beim ersten Insektenflug im Frühling eine tödliche Falle.

Überlebenskampf im Tiefschlaf: Fledermaus-Check im Naturpark BarnimZwei Wasserfledermäuse im Winterschlaf

Positive Nachrichten trotz Widrigkeiten

Trotz der schwierigen Umstände gibt es Grund zur Freude: Die Zählungen ergaben einen positiven Trend. Insgesamt wurden 765 Tiere aus sieben verschiedenen Arten registriert – ein deutliches Plus von 144 Tieren im Vergleich zum Vorjahr. Ein besonderes Highlight war die Entdeckung eines Quartiers, in dem sich allein 262 Zwergfledermäuse dicht an dicht drängten.

Um die Tiere bei der Datenerhebung nicht selbst zu gefährden, geht das Team der Naturwacht mit höchster Vorsicht vor: Die Kontrollen finden nur einmalig statt, dauern nur wenige Minuten und werden nahezu lautlos bei minimalem Lichteinsatz durchgeführt.

Natürliche Schädlingsbekämpfer im eigenen Garten

Fledermäuse sind weit mehr als faszinierende Nachtgestalten; sie sind hocheffiziente Helfer. Eine einzige Fledermaus vertilgt pro Nacht Unmengen an Mücken, Käfern und Motten. Wer die nützlichen Nachbarn unterstützen möchte, kann den eigenen Garten „fledermausfreundlich“ gestalten:

  • Nachtaktive Pflanzen: Heimische Gewächse wie die Königskerze locken Nachtfalter an und decken den Tisch für die Jäger.
  • Licht aus: Der Verzicht auf grelle Außenbeleuchtung schützt den Lebensraum, da viele Arten künstliche Lichtquellen meiden.
  • Ruhe bewahren: Bekannte Quartiere an Gebäuden sollten besonders in der kalten Jahreszeit unangetastet bleiben.

Der Naturpark Barnim bleibt somit ein wichtiger Rückzugsort für die bedrohten Säugetiere – vorausgesetzt, sie finden die nötige Ruhe für ihren lebenswichtigen Schlaf.

Die Naturwacht: Brückenbauer zwischen Mensch und Wildnis

Seit ihrer Gründung im Jahr 1991 fungiert die Naturwacht Brandenburg als entscheidendes Bindeglied zwischen der Bevölkerung und der heimischen Flora und Fauna. Die insgesamt 90 Rangerinnen und Ranger betreuen dabei eine Fläche von rund 9.000 Quadratkilometern, was etwa einem Drittel der gesamten Landesfläche entspricht. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich über 15 nationale Naturlandschaften, darunter ein Nationalpark, drei Biosphärenreservate und elf Naturparke. Zu ihren Kernaufgaben gehören die präzise Erfassung von Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen sowie die Überwachung der Gewässerqualität und des Grundwasserspiegels, um den Erfolg eingeleiteter Artenschutzmaßnahmen langfristig zu sichern.

Über die wissenschaftliche Arbeit hinaus nimmt die Naturwacht eine zentrale Rolle in der Umweltbildung und im regionalen Tourismus ein. Jährlich vermitteln die Fachkräfte auf über 500 geführten Touren rund 10.000 Interessierten wertvolles Wissen über ein respektvolles Verhalten in Schutzgebieten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Bildung für nachhaltige Entwicklung, bei der junge Menschen in Schul-AGs oder als Junior-Ranger für den Naturschutz begeistert werden. Unterstützt wird diese Arbeit von über 390 freiwilligen Helfern. Seit 1997 agiert die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg und festigt damit ihre Position als unverzichtbare Akteurin für den Erhalt der brandenburgischen Naturlandschaften.

Unsere Quelle: Naturwacht Brandenburg mit Zuarbeit von Rangerin Cara Böker.

 

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