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Fahrpreiserhöhungen im VBB ab 01. Januar 2020 – VCD übt Kritik

VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. - LV Brandenburg

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Bernau (Berlin-Brandenburg): Zum 1. Januar 2020 erhöhen sich die Fahrpreise im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg.

Insbesondere werden Einzelfahrscheine im Bereich ABC, bzw. Tageskarten im Bereich ABC teils deutlich erhöht.

Während der VBB von einer nötigen Tarifanpassung spricht, stößt die Preiserhöhung beim VCD Verkehrsclub Deutschland e.V., bzw. beim dazugehörigen Landesverband Brandenburg auf Kritik. Insbesondere werde mit der Preiserhöhung gegenüber den Brandenburger Pendlern ein falsches Signal gesetzt, so der Verein.

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In einer heutigen Mitteilung heisst es hierzu:

Diese Fahrpreiserhöhung wirkt für die Verkehrswende wie Schienenersatzverkehr: Sie bremst aus und demotiviert“, kritisiert Fritz Viertel, Landesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD und Mitbegründer der Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt“, die vom VBB geplante Erhöhung der Ticketpreise.

Die Erhöhung trifft Brandenburger Pendler besonders hart, weil vor allem die Preise für das Tarifgebiet Berlin C deutlich angehoben werden. Ab 1. Januar steigen etwa die Preise für ABC-Einzeltickets von 3,40 Euro auf 3,60 Euro, für ABC-Tageskarten von 7,70 Euro auf 9,60 Euro und für die ABC-Abo-Umweltkarte – das Pendlerticket schlechthin – von 992 Euro auf 1008 Euro. „Damit die Verkehrswende gelingt und die Klimaziele erreicht werden, müssen mehr Menschen vom Umstieg auf Bus und Bahn überzeugt werden. Höhere Fahrpreise ohne spürbare Verbesserung des Angebotes bewirken genau das Gegenteil.“ Die Preiserhöhung ist deshalb für Viertel das falsche Signal zur falschen Zeit.

Steigender Autoverkehr an der Berliner Stadtgrenze

Der VCD Brandenburg rechnet sogar mit einem weiteren Anstieg des Pkw-Verkehrs an der Berliner Stadtgrenze, was die bestehenden Verkehrsprobleme vielerorts noch verschärfen wird. „Da der Preis für die Abo-Umweltkarte im Tarifbereich Berlin AB unverändert bleibt, wird die Preiserhöhung für das ABC-Ticket noch mehr Pendler dazu verleiten, mit dem Auto aus den Umlandgemeinden zu den ersten S-Bahnhöfen hinter der Stadt- und Tarifgrenze zu fahren und erst dort auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen“, befürchtet Viertel.

Fahrpreiserhöhung ohne spürbar besseres Angebot

„Der VBB verkündete seine Preiserhöhung im September – kurz nach der Brandenburger Landtagswahl – ausgerechnet in einer Woche, in der es im Berliner S-Bahn-Netz mal wieder drunter und drüber ging. Nach einem nächtlichen Kabelbrand auf der S3 etwa konnte bis zum Mittag kein funktionierender Schienenersatzverkehr organisiert werden“, kommentiert Viertel, „Da fassen sich Viele zurecht an den Kopf, wenn sie für ihr Pendler-Ticket künftig mehr als 1.000 Euro bezahlen sollen. Ohne eine spürbare Verbesserung des Angebots ist eine solche Fahrpreiserhöhung ein kommunikativer Super-GAU für die Verkehrswende.“ Denn die vom VBB in diesem Jahr angekündigte Leistungsausweitung um 30 Prozent greift erst ab 2022.

Niedrige Fahrpreise locken mehr Fahrgäste

Dass günstigere Fahrpreise mehr Menschen in Busse und Bahnen locken, zeigen Beispiele wie das 365-Euro Ticket in Wien oder der fahrscheinlose Stadtverkehr im märkischen Templin. Niedrigere Fahrpreise gekoppelt mit dem Ausbau des Nahverkehrsangebotes haben hier zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen geführt. Die Zahl der Fahrgäste stieg im Templiner Stadtverkehr von 41.000 im Jahr 1997 auf heute rund 200.000. Grund dafür war eine Verbesserung des Angebotes bei gleichzeitiger Einführung eines sehr günstigen, fahrscheinlosen Nahverkehrsmodells. In Wien stieg der Anteil der verkauften Jahreskarten 2012 mit Einführung des 365-Euro-Tickets von 363.000 sprungartig auf 501.000 Abos – Tendenz weiter steigend.

Verkehrswende nur mit mehr Angebot und günstigen Tarifen

„Soll die Verkehrswende in Brandenburg gelingen, müssen wir den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen bis 2035 verdoppeln. Das wird nur gelingen, wenn der gesamte Nahverkehr von der Landesregierung auskömmlich finanziert und zugleich günstigere Tickets angeboten werden“, fast Fritz Viertel zusammen. Dafür engagiert sich auch die Volksinitiative „Verkehrswende Brandenburg jetzt!“ (www.verkehrswende-brandenburg.de), die noch bis August 2020 Unterschriften für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in Brandenburg und für sichere Rad- und Fußwege sammelt. „Unsere Kritik gilt nicht den Verkehrsunternehmen! Die sind nicht Schuld daran, dass die Landesregierung in Brandenburg ihr Geld lieber auf die hohe Kante legt, statt massiv in Instandsetzung und Ausbau des Nahverkehrs zu investieren.“

Der ökologische Verkehrsclub VCD-Brandenburg setzt sich für eine umwelt- und sozialverträgliche, sichere und gesunde Mobilität in Brandenburg ein. Geleitet von dem Gedanken einer globalen Verantwortung, engagiert er sich auf lokaler und regionaler Ebene für eine klimaverträgliche, nachhaltige Verkehrspolitik. Seit 1991 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind.

(Quelle: VCD-Brandenburg)

Alle Informationen zu den neuen Tarifen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg findet Ihr auf den Seiten des VBB.

 

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