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Anmut im Chaos: Ulrich Tukur und das perfekte Tohuwabohu in Bernau

20 Jahre SIEBENKLANG

Bernau / Barnim: Das Kulturwochenende in unserer Stadt Bernau hätte kaum kontrastreicher und schöner sein können

Nachdem Meret Becker und Dietmar Loeffler bereits am Freitagabend die Stadthalle Bernau im Rahmen des Siebenklang-Festivals in ihren Bann gezogen hatten, wehte am Sonntagabend ein ganz anderer, herrlich wilder Wind durch die Stadt oder zumindest durch Waldfrieden. Unter dem programmatischen Titel „Tohuwabohu“ luden Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys zu einem großartigen Gastspiel in das Bernauer AUDIMAX ein.

Während sich der Rest der Republik vermutlich gerade auf dem heimischen Sofa für den „Tatort“ bereitmachte, bewiesen die Bernauer Kulturbegeisterten echtes Stehvermögen – oder besser gesagt: Sitzfleisch im ausverkauften Saal des Schulcampus. Bis auf den letzten Platz gefüllt war das AUDIMAX, als Gastgeber Frank Göritz das Publikum auf einen Abend einstimmte, der die perfekte Balance zwischen musikalischer Exzellenz und humorvollem Chaos versprach.

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Dass „Tohuwabohu“ im Hebräischen ein wirres Durcheinander beschreibt, nahmen Tukur und seine Mitstreiter wörtlich – allerdings mit Methode. Zum 30. Bühnenjubiläum präsentierte sich die Truppe in absoluter Bestform. Kokettierten sie vor drei Jahrzehnten noch damit, dass ihr gutes Aussehen die mangelnde Beherrschung der Instrumente wettmachen müsse, hat sich das Blatt längst gewendet: Heute spielen und singen die Herren weitaus besser, als es die (immer noch tadellose) Optik vermuten lässt.

Von neuen Arrangements bis zu zeitlosen Klassikern – die Symbiose aus Eleganz und Ironie traf exakt den Nerv der Gäste. Ein Abend, der leichthändig aufzeigte, dass man dem Chaos mit Anmut begegnen kann und erstklassige Unterhaltung auch nach drei Jahrzehnten nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt hat.

In der Atmosphäre eines charmant maroden Varietés begaben sich Musiker und Publikum auf eine Reise durch internationale Schlager und raffinierte Tanzmusik. Zwischen italienischer Leichtigkeit und französischem Flair löste das Quartett die Widersprüche des Lebens in purem Wohlklang auf und unterstrich glanzvoll seine Ausnahmestellung in der Musiklandschaft.

Wer an diesem Abend das AUDIMAX verließ, tat dies mit einem Lächeln und der Gewissheit: Das war kein bloßes Konzert, das war eine Frischzellenkur für die Seele, welche sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Weiter geht’s mit:

  • Club der toten Dichter – Reinhard Repke, Hans-Werner Meyer und Markus Runzheimer am 3. Mai 2026 im Kulturspeicher Börnicke
  • Söhne Mannheims am 9. Mai 2026 in der Evangelischen Stadtkirche Biesenthal
  • Fjarill – 6. Juni 2026  auf der Dach-Terrasse des Neuen Rathauses Bernau
  • MINE live  open Air- Support: Wallis Bird am 30. Mai 2026 in der Waldbühne Bernau am Mechesee

Weitere Informationen und Tickets auf der Seite des SIEBENKLANG-Festivals.

 

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