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Bürgermeister, Glaube und Geheimnisse: Die Rückkehr der Bernauer Familie Beling

Beling-Epitaph in der St. Marien-Kirche

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Bernau / Barnim: Es ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Bernauer Stadtgeschichte: Über 400 Jahre lang blickte Bürgermeister Johann Beling mitsamt seiner Familie von der Wand der St. Marienkirche herab.

Doch die Zeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Nach einer aufwendigen Restaurierung wurde das monumentale Kunstwerk am vergangenen Sonntag, dem 29. März, pünktlich zur Passionszeit feierlich wieder eingeweiht.

Wer die St. Marienkirche betritt, dessen Blick wird nun fast automatisch von einem neuen, alten Glanz angezogen. Wo noch in jüngster Vergangenheit vergilbter Firnis und dunkle Übermalungen die Szenerie trübten, strahlen heute wieder kräftige Farben und feinste Details. In monatelanger Kleinstarbeit wurde das Gemälde gereinigt, gefestigt und behutsam retuschiert – eine Wiedergeburt für die Kunst und die Historie der Stadt.

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Das Epitaph zeigt eine dramatische Szene aus der Passionsgeschichte: den Verrat Jesu. Doch der eigentliche Schatz liegt im Detail. Am Fuße des Geschehens kniet der Stifter selbst: Bürgermeister Johann Beling mit seiner Ehefrau Anna und ihren 14 Kindern.

Pfarrerin Konstanze Werstat, die durch die feierliche Einweihung führte, gab den Besuchern eine spannende Lesart mit auf den Weg. So könnte die Darstellung des Jüngers Johannes ein heimliches Denkmal für Belings Schwager Johannes Hentze sein – eine subtile Geste der Versöhnung innerhalb der Familie, von der man sich damals eigentlich distanziert hatte. Besonders bewegend: Von den 14 abgebildeten Kindern überlebten nur fünf das Kleinkindalter. Die verstorbenen Geschwister sind im Bild durch Kreuze in ihren Händen und ihre Schwarz-Weiß-Kleidung als „Himmelskinder“ gekennzeichnet.

Die feierliche Übergabe wurde durch ein tiefgreifendes musikalisches Programm begleitet. Katja Möhlhenrich Krüger (Violine) und KMD Britta Euler (Orgel) brachten den Zyklus „Der Kreuzweg“ von Andreas Willscher zur Aufführung und schufen so eine dichte Atmosphäre, die die Themen des Bildes – Leid, Glaube und Hoffnung – klanglich einfing.

Dass dieses Erbe erhalten bleibt, ist auch dem Engagement der Stadt Bernau zu verdanken. Mit 19.000 Euro förderte Bernau die Restaurierung, unterstützt durch weitere Mittel und Spenden. Bürgermeister André Stahl zeigte sich bei der Einweihung sichtlich stolz:

Es ist ein Stück unserer Stadtgeschichte, das uns verbindet und das wir gemeinsam bewahren. Ich freue mich, einen meiner sehr frühen Vorgänger und seine Familie nun wieder in neuem Glanz strahlen zu sehen.

Pünktlich zu Ostern lädt das Beling-Epitaph nun alle Bernauerinnen und Bernauer dazu ein, in der St. Marienkirche innezuhalten und ein Stück ihrer eigenen Geschichte aus nächster Nähe zu betrachten. Es ist mehr als nur Farbe auf Leinwand – es ist ein Fenster in das Leben unserer Vorfahren.

Mit Informationen der Stadt Bernau.

 

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