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Präsentation des geplanten Solarparks in Ladeburg erhitzt die Gemüter

Vorstellung verlief nicht wirklich optimal

Bernau / Ladeburg: Am vergangenen Mittwoch lud die ENVIRIA Energy Holding GmbH gemeinsam mit dem Ladeburger Ortsbeirat zu einer Informationsveranstaltung zum geplanten Solarpark ein.

Wie Bernau LIVE bereits informierte, möchte der Investor im Bereich des Bernauer Ortsteil Ladeburg einen Solarpark errichten. Hierfür hat sich die ENVIRIA Energy Holding GmbH bereits 53 Hektar Fläche, welche aktuell als Weideland genutzt wird, vorvertraglich gesichert. Für weitere 18 Hektar laufen aktuell Gespräche zwischen dem Investor und den Grundstückseigentümern.

Auf Bemühungen des Ladeburger Ortsbeirates die Ladeburgerinnen und Ladeburger frühzeitig mit ins Boot zu holen, lud der Investor ein um das geplante Projekt vorzustellen und aufkommende Fragen direkt zu beantworten. Etwa 250 Neugierige folgten dieser Einladung und fanden sich im vollkommen überfüllten Feuerwehrgerätehaus ein. Ortsvorsteher Jens Thaute begrüßte alle Gäste und legte sogleich die Regie der Veranstaltung in die Hände des Investors.

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Trotz größter Bemühungen des Ortsbeirates und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr die Veranstaltung so angenehm wie möglich herzurichten, sorgte bereits die Wahl des Ortes für Unmut bei den eh schon emotional aufgeladenen Bürgerinnen und Bürgern. Hinzu kamen technische Probleme die dafür sorgten, dass die unter freiem Himmel stehenden Menschen kaum etwas vom Inhalt der Veranstaltung mitbekamen. Und so zog sich der erste Eindruck auch durch die Präsentation.

Die Vertreter der ENVIRIA Energy Holding GmbH hatten Mühe das Projekt vorzustellen und versuchten bereits zum Anfang die Ladeburgerinnen und Ladeburger mit in die Diskussion zu nehmen. Allerdings erwies sich diese Taktik als wenig hilfreich, da die konkreten Fragen der Anwesenden aufgrund des frühen Projektstandes kaum beantwortet werden konnten. So fragte eine Anwohnerin beispielsweise, welchen Abstand die Solarfelder zur vorhandenen Wohnbebauung hätten. Die ENVIRIA verwies als Antwort darauf, dass die Projektpläne dies noch offen lassen, da man erst mit der Stadt bzw. anderen Behörden in Kontakt treten müsse. Eine weitere Frage beinhaltete, wo genau der Solarpark entstehen solle. Doch anstatt eine Google-Maps Karte mit den geplanten Flurstücken aufzurufen um den Anwesenden eine räumliche Vorstellung zu geben, nutzten die Vertreter des Investors lediglich eine stark vereinfachte Karte des Geoportals Brandenburg auf dem kaum etwas zu erkennen war.

Immer wieder riefen die auf uns überfordert wirkenden Vertreter der EVIRIA Energy Holding GmbH die Anwesenden zur Mäßigung auf und unterstellten ihnen, nicht richtig zuzuhören. Doch diesen Ball spielten die Ladeburger zurück und attestierten der Firma eine von Grund auf schlechte Vorbereitung zu diesem Termin. So ergriffen mehrere Anwesende das Wort um ihren Unmut über die Präsentation kund zu tun. Hierbei stand nicht einmal das Projekt selbst in der Kritik, sondern die Art und Weise, wie es vorgestellt wurde.

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So meinte ein Redner: „Ich habe erwartet, dass Sie mich von dem Solarpark überzeugen, indem Sie Vor und Nachteile aufzeigen und mir erklären, warum sich auch die Nachteile für mich lohnen. Stattdessen können Sie einfache Fragen nicht beantworten, so dass ich nun so informiert wie vorher wieder nach Hause gehe.“

Den Tenor der Anwesenden, gab auch Bernmaus Bürgermeister André Stahl wieder. Er ergriff kurz das Wort und betonte, selbst erst aus der Presse von den Plänen der ENVIRIA erfahren zu haben. Zudem sei bis heute kein Antrag des Investors bei der Stadt Bernau eingegangen. Er stehe dem Projekt kritisch gegenüber und halte andere Flächen zur Bebauung mit Photovoltaik für geeigneter. Hierfür könne er sich vorstellen, dass man nicht projektbezogene Einzellösungen finde, sondern sich die Flächennutzung der gesamten Stadt ansehe um dann Grundstücke ausfindig zu machen, die sich besser für ein solches Projekt eignen. Hierbei müsse man einen klar definierten Kriterienkatalog erstellen und jede Fläche genau unter die Lupe nehmen. Erst dann könne man mit Photovoltaikanbietern in Kontakt treten und zusammen Projekte angehen. Stahl betonte, dass eine Energiewende unbedingt notwendig ist und dass Photovoltaik natürlich eine große Rolle spielen wird, allerdings versicherte er den Anwesenden, dass man nicht über den Köpfen der Bernauerinnen und Bernauer hinweg entscheiden wird.

Auch Ortsvorsteher Jens Thaute stand vollkommen hinter seinen Ladeburgerinnen und Ladeburgern. Er riet dem Investor dazu, die Präsentation besser aufzuarbeiten und den Bürgerinnen und Bürgern ein konkretes Bild des Projektes zu geben. Hier habe der Investor einige Hausarbeiten zu machen. Sind diese abgeschlossen, würde man gern in selber Runde noch einmal zusammenkommen.

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Ob es nach den Worten von Bürgermeister André Stahl allerdings zu einem erneuten Anlauf kommt, ist ungewiss. Entscheiden sich die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung für ein städtebauliches Gesamtkonzept, welches die Nutzung von Photovoltaik auf ausgewiesenen Flächen im gesamten Bernauer Raum beinhaltet, könnte das Projekt in Ladeburg schnell hinfällig sein.

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