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Das Häschereisen: Bernaus schauriges Kellergeheimnis im Henkerhaus

Auf ins Museum!

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Bernau / Barnim: Wer die Stufen in den kühlen Keller des Bernauer Henkerhauses hinabsteigt, verlässt die gemütliche Gegenwart und taucht ein in eine Zeit, in der Gerechtigkeit oft eine schmerzhafte Angelegenheit war. Hier, zwischen dicken Mauern, wartet ein Objekt darauf, seine Geschichte zu erzählen: das Häschereisen.

Bernau ist eine Stadt voller Leben, doch hinter den Mauern der Museen im Steintor, im Henkerhaus und im Stadtarchiv schlummern stumme Zeugen einer dunkleren Ära. In der Reihe „Museumsfundstück des Monats“ rückt das Team des Museums Bernau nun ein Objekt ins Rampenlicht, das bei vielen Besuchern für Gänsehaut sorgt: Objekt 12 von 319 – das Häschereisen.

Ein Mechanismus ohne Rückweg

Auf den ersten Blick wirkt es fast wie ein vergessenes Werkzeug aus einer alten Schmiede. Ein offener Halbkreis aus Eisen, versehen mit einem v-förmigen Schnappeinlass. Doch der Schein trügt. Der Name leitet sich vom „Häscher“ ab – jener Person, deren Aufgabe es war, Gesetzlose einzufangen.

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Wer einmal in den Fangarm dieses Geräts geriet, für den gab es kein Zurück mehr. Der Mechanismus schnappte zu, und ein Entkommen war unmöglich. Besonders makaber: Die heute sichtbaren Dornen und Widerhaken wurden vermutlich erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Warum? Um das ohnehin schon Furcht einflößende Gerät für spätere Museumsbesucher vermutlich noch grausamer wirken zu lassen – ein früher Vorläufer des „True Crime“-Nervenkitzels.

Werkzeug der Unterwerfung

Im 16. Jahrhundert war das Häschereisen in ganz Europa ein gängiges Mittel der Rechtspflege. Es war kein Mordwerkzeug, aber ein Instrument der absoluten Kontrolle. Ob auf der Flucht, beim Transport von Gefangenen oder zur Fixierung während eines Verhörs: Das Eisen sollte Gehorsam erzwingen. Die Verletzungen waren schmerzhaft, doch das Ziel war nicht der Tod, sondern die totale Handlungsunfähigkeit des Festgesetzten.

Was macht solch ein Objekt heute mit uns? Für Tim Richter, der sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Pressestelle der Stadt Bernau absolviert, ist das Häschereisen mehr als nur altes Eisen: „Mich fasziniert, wie drastisch die Methoden damals waren. Gefangene wurden regelrecht gequält – heute reichen Handschellen, um jemanden festzuhalten.“

Es ist genau dieser Kontrast, der den Besuch im Henkerhaus so lohnenswert macht. Das Häschereisen führt uns vor Augen, wie weit wir als Gesellschaft gekommen sind. Es erzählt die Geschichte von der Evolution des Rechts, vom Wandel der staatlichen Gewalt und von einem wachsenden Verständnis für Menschlichkeit.

Besucher-Informationen

Möchten Sie selbst einen Blick in den Keller des Henkerhauses werfen? Das Häschereisen und viele weitere spannende Exponate warten auf Ihren Besuch.

Ort: Museum im Henkerhaus, Am Henkerhaus 1 in 16321 Bernau

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 09:00–12:00 Uhr und 13:00–17:00 Uhr
Wochenende und Feiertage: 10:00–13:00 Uhr und 14:00–17:00 Uhr

 

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