Eberswalde / Barnim: Ab Sommer 2026 schlägt der Landkreis Barnim ein neues Kapitel im ländlichen Personennahverkehr auf.
Mit einer grundlegenden Neustrukturierung der Buslinie 920 und der Einführung eines flexiblen On-Demand-Rufbusses reagiert die Verwaltung gemeinsam mit der Barnimer Busgesellschaft (BBG) auf veränderte Rahmenbedingungen und das Ende der Schienenverbindung RB63 zwischen Joachimsthal und Templin.
Fokus auf Effizienz: Die Neuausrichtung der Linie 920
Hintergrund der Anpassungen ist der Wegfall von Landesmitteln, die bislang das erweiterte Angebot der Linie 920 zwischen Ringenwalde und Angermünde stützten. Da die Fahrgastzahlen – abseits des Schülerverkehrs – hinter den Erwartungen zurückblieben, wird die Linie nun effizienter gestaltet.
Künftig konzentriert sich die Linie 920 auf einen direkten Linienweg ohne zeitintensive Stichfahrten oder wenig genutzte Querverbindungen. Der Fahrplan wird dabei gezielt auf die Stoßzeiten von Schülern und Berufspendlern zugeschnitten. Ein wesentlicher Vorteil der neuen Taktung: Die Anschlusssicherheit zum Schienenverkehr wird deutlich erhöht, was das Pendeln attraktiver macht, so der Landkreis.
Premiere im Barnim: Der Flächenrufbus für maximale Flexibilität
Um die Erreichbarkeit in der Fläche trotz gestraffter Linienführung zu garantieren, führt der Landkreis erstmals einen sogenannten Flächenrufbus ein. Dieses On-Demand-System soll die Lücken im ländlichen Raum schließen und die „erste sowie letzte Meile“ zwischen Haustür und Haltestelle überbrücken.
Das Konzept im Detail:
- Bedarfsorientiert: Der Rufbus verkehrt ohne festen Fahrplan innerhalb eines definierten Gebietes. Er bedient gezielt Orte, die keine regelmäßige Linienanbindung besitzen.
- Einfache Buchung: Fahrgäste können ihre Fahrt flexibel per App, Online-Portal oder Telefon bestellen – und das bis kurz vor der gewünschten Abfahrt.
- Erweiterte Servicezeiten: Unter der Woche ist der Rufbus von den frühen Morgenstunden bis in den Abend verfügbar. An Wochenenden und während der Ferien übernimmt er die Funktion der Linie 920 komplett und stellt so eine ganzjährige Mobilität sicher.
Pilotprojekt mit Zukunftsblick
Der Startschuss für das neue Modell soll nach Angaben des Landkreises pünktlich zu Beginn der Sommerferien 2026 fallen. Dieser Zeitpunkt wurde bewusst gewählt, um einen reibungslosen Übergang vor dem neuen Schuljahr zu gewährleisten.
Landkreis und BBG betrachten das Vorhaben zunächst als Pilotprojekt. Im Laufe des ersten Jahres findet eine umfassende Evaluierung statt, bei der Nutzungsmuster und Fahrgastakzeptanz genau analysiert werden. Diese Daten dienen als Basis, um das System langfristig zu optimieren und gegebenenfalls auf andere Regionen auszuweiten.
Mit diesem dualen System aus stabilem Linienverkehr und flexibler Ergänzung schafft der Barnim ein Mobilitätsangebot, das nach eigenen Angaben wirtschaftlich tragfähig ist, ohne die ländlichen Regionen abzuhängen. In den kommenden Monaten plant der Landkreis eine breite Informationskampagne, um die Bürgerinnen und Bürger über alle Details der neuen Buchungsmöglichkeiten und Fahrpläne aufzuklären.
Genutzte Quelle: Landkreis Barnim.
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