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Lok Bernau verliert hauchdünn bei erstarkten SEAWOLVES

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Nach 43 Siegen in Folge, die erste Niederlage

Lok Bernau: Im Freitagsspiel der 2. Basketball-Bundesliga ProB bei den ROSTOCK SEAWOLVES kassierte der SSV Lok Bernau in einem Krimi eine 79:82 (31:35) Niederlage. Das Spiel war bis zur letzten Sekunde offen nachdem der SSV mit großem Kampfgeist einen zweistelligen Rückstand aufholen konnte. Für die Bernauer ist es die erste Niederlage nach einer saisonübergreifenden Serie von 43 Siegen. Pierre Bland war mit 18 Punkten bester Bernauer Werfer.

Hinter Gastgeber ROSTOCK SEAWOLVES lag eine turbulente Woche. Nicht nur, dass der Saisonstart mit zwei Niederlagen deutlich hinter den Erwartungen blieb, sorgte der Rücktritt von Sebastian Wild für zusätzlichen Wirbel abseits des Feldes. Vor 1.750 Zuschauern in der StadtHalle Rostock zeigten die Wölfe im Ost-Derby eine deutliche Leistungssteigerung und  boten Aufsteiger Bernauer einen Kampf auf Augenhöhe. Es wurde deutlich, warum Rostock zum Favoritenkreis zu zählen ist.

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Nach einem ausgeglichenen Beginn waren es bei den Bernauern die ALBA-Youngster Tim Schneider und Ferdinand Zylka, die der Offensive ihren Stempel aufsetzten. Zylka schraubte die zwischenzeitliche Führung der Lok mit zwei Dreiern auf sieben Punkte (16:9, 8. Minute). Allerdings lag die Quote der Brandenburger deutlich unter dem Schnitt der letzten Spiele. Die SEAWOLVES nutzen ihre physischen Vorteile vor allem beim Rebound aus. Angetrieben von der lautstarken Kulisse übernahmen die Hausherren im zweiten Viertel mehr und mehr die Kontrolle. Beim SSV stemmten sich Pierre Bland und Kevin Wohlrath mit energischen Aktionen gegen die Rostocker Verteidigung. Ein Dreier von Franz Winkler zur Halbzeit bescherte den Hausherren eine kleine Führung und hoffnungsvolle Mienen auf den Rängen (31:35, 20. Minute).

Lok Bernau verliert hauchdünn bei erstarkten SEAWOLVES
Foto: Ricardo Steinicke

Aber auch nach dem Seitenwechsel wollte die Lok-Offensive noch nicht ins Rollen kommen. Während die SEAWOLVES die Führung verteidigten, leisteten sich die Lok-Korbjäger in dieser Phase etliche Ballverluste. Tim Schneider hielt den SSV mit seinen zwei Dreiern auf Schlagdistanz und ackerte auch beim Rebound unterm Korb. Mit einem krachenden Dunking sorgte er später auch wieder für den zwischenzeitlichen Ausgleich (47:47, 27. Minute). Bei den Rostockern war es allen voran Jarvis Davis, der fast nach Belieben punkten konnte und schwer zu kontrollieren  war. Mit 21 Punkten bestätigte er seine starken Auftritte aus den ersten Spielen auch am Freitag.

Kurz vor Ende des dritten Viertels war Rostock sogar bis auf zehn Punkte enteilt, die höchste Führung überhaupt in diesem Spiel. Ferdinand Zylka verkürzte aber noch vor der Viertelpause auf 53:61. Angeführt von Pierre Bland kämpfte sich Bernau in kleinen Schritten heran und sorgte für eine spannende Schlussphase. Neun Sekunden vor Schluss traf Zylka per Dreier zum 77:78. Lok suchte das schnelle taktische Foul, um einen letzten Angriff zu kommen. Jarvis Davis traf zunächst beide Freiwürfe für Rostock zum 77:80. Auszeit Bernau. Im anschließenden Einwurf wurde Jonas Böhm unter dem Korb frei gespielt – 79:80 noch sechs Sekunden. Wieder stoppte Bernau die Uhr durch ein Foul und wieder traf Rostocks Davis beide Versuche. Beim 79:82 brachte Pierre Bland in den verbleibenden vier Sekunden den Ball nach vorn und suchte den Abschluss aus der Distanz. Durch ein Missverständnis wurde er dabei von Zylka, seinem eigenen Mitspieler, gestört. Der unkontrollierte Wurf ging daneben. Schlusssirene.

Während die StadtHalle Rostock anschließend ihre wieder erstarkten SEAWOLVES feierte, gab es erstmals seit fast zwei Jahren wieder enttäuschte Gesichter bei der Lok nach einem Spiel. Die letzte Niederlage aus dem November 2014 war gegen den jetzigen Ligakonkurrenten Herzöge Wolfenbüttel in der Regionalliga. Seither hat die Mannschaft von Lok-Headcoach René Schilling 43 Siege am Stück ohne Niederlage eingefahren. Der Bernauer Trainer war nach dem Spiel sichtlich enttäuscht. „Die Chance auf den Sieg haben wir weit vor dem Ende verspielt. Die Fehler im dritten Viertel waren für unsere Niederlage entscheidend. Dass wir mit der Schlusssirene noch eine Verlängerung hätten erzwingen können, unterstreicht aber auch, dass wir uns in solche Spiele zurückkämpfen können. Im Hinblick auf die nächsten Wochen wird dieses Spiel für uns sehr lehrreich gewesen sein“, analysierte Schilling kurz nach der Partie.

Am nächsten Samstag spielen die Bernauer Basketballer wieder vor heimischer Kulisse. Mit den Artland Dragons trifft der SSV Lok Bernau auf den gesetzten Favoriten der ProB, der den Aufstieg anpeilt. Die Mannschaft von Ex-Albatross Dragan Dojin ist hochkarätig besetzt. Das Heimspiel beginnt am Samstag um 19.00 Uhr zu gewohnter Zeit in der Erich-Wünsch-Halle.

Viertelstände: 18:13, 31:35, 53:61, 79:82

SSV Lok Bernau: Pierre Bland (18 Punkte), Ferdinand Zylka (15), Tim Schneider (13), Timajh Parker-Rivera (10), Robert Kulawick (7), Kevin Wohlrath (8), Nino Valentic (6), Jonas Böhm (2), Konstantin Kovalev (0), Jannes Hundt (0), Jacob Knauf (0)

ROSTOCK SEAWOLVES: Davis (21 Punkte), Murillo (19), Winkler (14), Rivers (7), Buntic (6), Lopez-Dittert (5), Hellmann (4), Vogt (4), Slavchev (2), Lange (dnp)

 

Spielbericht und Fotos via Ricardo Steinicke

 

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