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Votum mit Hindernissen: Der Weihnachtsmarkt Bernau bleibt im Herzen der Stadt

Aus der Stadtverordnetenversammlung

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Bernau / Barnim: Wie wir bereits im Vorfeld berichteten, tagte am gestrigen Donnerstag die Bernauer Stadtverordnetenversammlung im Bürgersaal des Neuen Rathauses.

Ein Tagesordnungspunkt, der bereits zuvor für Gesprächsstoff sorgte, ist ein Antrag der CDU/FDP-Fraktion Bernau, BVB/FREIE WÄHLER Bernau und Bündnis für Bernau. Sie forderten gemeinsam in einem Antrag, dass der Bernauer Weihnachts- und Adventsmarkt 2026 sowie der Weihnachtsrummel ab 2026 im Stadtpark durchgeführt werden sollen.

Die Antragsteller kritisieren, dass die Innenstadt für zwei Wochen „lahmgelegt“ werde, obwohl die Frequenz an vielen Tagen kaum die Einschränkungen rechtfertige. Von abgeschnittenen Lieferzonen über den erschwerten Zugang zur Sparkasse bis hin zur Parkplatznot der Anwohner reicht die Mängelliste. Auch die räumliche Nähe zum Friedhof wird als unglücklich bewertet. Während das Markttreiben umziehen soll, bleibt ein Klassiker unangetastet: Die Eisbahn soll weiterhin das Herz der Altstadt beleben.

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In einer ersten Stellungnahme der Stadt Bernau wurden erhebliche Bedenken laut. So geht es unter anderem um die denkmalgeschützte Grünanlage, um Logistikprobleme, um Beleuchtung oder Strom. Ferner sprechen Barrierefreiheit oder hohe Kosten gegen eine Verlegung des Bernauer Weihnachtsmarktes.

Bürgermeister André Stahl warb dafür, das Vorhaben, bzw. den Antrag kritisch zu hinterfragen. Der Rathauschef betonte die Bedeutung des aktuellen Standorts: Der Weihnachtsmarkt habe sich als Publikumsmagnet etabliert, der maßgeblich von der historischen Kulisse der Altstadt und dem bestehenden Beleuchtungskonzept profitiere. Stahl fügte hinzu, dass man Kritik am jetzigen Standort sehr ernst nehme und offen für Verbesserungen sei.

Der Debatte folgte die Abstimmung

Die anschließende Debatte verlief hochemotional, führte jedoch zu keiner Annäherung der gegensätzlichen Standpunkte. Letztlich brachte erst die Abstimmung die Entscheidung – und diese fiel denkbar knapp aus: Mit 17 Ja-Stimmen zu 16 Nein-Stimmen folgte die Stadtverordnetenversammlung dem Antrag. Damit wäre der Weg für eine Verlegung des Bernauer Weihnachtsmarktes in den Stadtpark geebnet.

Panne bei der Abstimmung

Der sehr knappe Beschluss wurde jedoch unmittelbar nach der Verkündung angezweifelt. Während der Erklärungen zum Stimmverhalten deckten Vertreter der Fraktion Die Linke eine Unregelmäßigkeit im Abstimmungsprozess auf: Ein Stadtverordneter hatte versehentlich die Abstimmungstaste seines abwesenden Sitznachbarn anstelle seiner eigenen betätigt.

Da es sich nicht um eine namentliche Abstimmung im klassischen Sinne handelte, sah der SVV-Vorsitzende Péter Vida zunächst keinen zwingenden Grund für eine Annullierung – solange die Stimme dem anwesenden Verordneten eindeutig zuzuordnen sei. Die Linke-Fraktion wies diese Einschätzung jedoch zurück. Unter Verweis auf die mögliche Ergebnisverfälschung zweifelten sie die Rechtmäßigkeit des Votums an und forderten eine sofortige Wiederholung des Wahlgangs.

Zweiter Wahlgang bringt die Entscheidung

Zur Überraschung der Anwesenden lieferte der unmittelbar darauffolgende zweite Wahlgang ein entgegengesetztes Ergebnis: Mit 16 Ja- zu 17 Nein-Stimmen wurde der Antrag dieses Mal abgelehnt. Damit verbleibt der Bernauer Weihnachtsmarkt auch in Zukunft an seinem traditionellen Standort in der Innenstadt.

Das Ergebnis löste im Saal geteilte Reaktionen aus. Während die Erleichterung aufseiten der Stadtverwaltung und der Befürworter der Altstadt-Kulisse deutlich spürbar war, zeigten sich die Initiatoren der Verlegung tief enttäuscht über den Ausgang der Debatte.

Die Aufgabe der Verwaltung wird es in den kommenden Monaten sein, die vorgetragene Kritik intensiv aufzuarbeiten und ein Konzept zu entwickeln, das den unterschiedlichen Ansprüchen der verschiedenen Interessengruppen gerecht wird.

Ob dieser Spagat gelingt, wird sich in etwa zehn Monaten zeigen: Zum Weihnachtsmarkt 2026 können sich Besucher, Händler und Anwohner in der Bernauer Innenstadt selbst ein Bild davon machen, wie die Anregungen aus der Debatte in die Tat umgesetzt wurden.

 

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