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Nachlese zum Heizhaus-Brand in Friedenstal – Bernau kann auch gut!

Bernau: Wir hoffen, Eure Wohnungen sind wieder etwas wärmer als noch die Nacht zuvor und der „Ärger“ über eine ausgefallene Heizung hat sich gelegt.

Wir wollen noch einmal kurz auf die letzten 16 Stunden zurückblicken und einfach mal DANKE sagen. Denn Bernau hat bewiesen, dass unsere Stadt in Notsituationen ziemlich gut sein kann.

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Wir alle waren gestern ziemlich geschockt, als wir gegen Mittag die dicken Rauchschwaden am Himmel sahen. In Friedenstal stand ein Blockheizkraftwerk in Vollbrand, wir berichteten ausführlich und mehr als 55.000 Mal wurden unsere Beiträge hierzu aufgerufen. Zudem berichtete der RBB mit unseren Bildern.

Nachdem die Feuerwehren aus Bernau und unserer Region vor Ort waren, stand schnell fest, dass dieses Blockheizkraftwerk leider nicht mehr zu gebrauchen ist. Noch während die Löscharbeiten in vollem Gange waren, musste ein Plan B her. Schließlich nahte eine kalte Nacht und mehr als 700 Haushalte waren ohne Wärmeversorgung.

Nachlese zum Heizhaus-Brand in Friedenstal – Bernau kann auch gut!
Foto: Bernau LIVE

Insofern machten sich die Verantwortlichen der Stadtwerke Bernau daran, einen möglichen Ersatz für das nun nicht mehr nutzbare Heizblockwerk zu finden, in dem das Feuer einen Schaden von etwa 1,5 Millionen Euro hinterließ.

Keine leichte Aufgabe.

Denn wer hat schon ein komplettes und autarkes Heizkraftwerk in dieser Größe zu stehen. Es gibt zwar Unternehmen, die solche Anlagen bereitstellen, aber es fand sich keine, die in der Lage war, solch ein Heizwerk sofort zu liefern und aufzustellen. Denn dies ist, wir konnten uns selbst davon überzeugen, eine ziemliche logistische und technische Herausforderung.

Durch einen Vertragspartner der Stadtwerke Bernau, der Firma MRA – Märkische Rohrleitungs- und Anlagenbau GmbH & Co. KG gelang es dann, einen Kontakt zum Energieversorger Vattenfall in Berlin herzustellen. Diese hatten auf ihrem Gelände genau solch ein mobiles Heizkraftwerk zu stehen, wie es Bernau dringend gebrauchen konnte.

Das Problem war jedoch, dass dieses Heizkraftwerk in Eigengebrauch- und voll angeschlossen war. Selbst ein 8 Meter Schornstein war an diesem befestigt. Spontan schickte die Firma MRA ein Mitarbeitertrupp nach Berlin um dieses Kraftwerk zu demontieren. Derweil war die Feuerwehr noch immer am Löschen.

Weitere Probleme sollten es nicht leichter werden lassen. Wo bekommt man an einem Abend spontan ein Schwertransporter her, wer kann mal ganz fix mit 20.000 Liter Öl aushelfen und wer hat einen Kran herumzustehen, welcher bis zu 20 Tonnen heben kann??? Nach unendlichen Telefonaten gelang es dann doch noch, viele Menschen dazu zu überreden, in Bernau zu helfen. Gerade auch, weil jedem bewusst war, dass über 700 Haushalte bei bis zu -3 Grad frieren werden.

Nachlese zum Heizhaus-Brand in Friedenstal – Bernau kann auch gut!
Foto: Bernau LIVE

Mit diesem Gedanken im Rücken, machten sich, neben einigen Mitarbeitern der Stadtwerke Bernau, zahlreiche Menschen daran, für jedes einzelne Problem eine Lösung zu finden. Vattenfall schickte eigene Mitarbeiter nach Bernau, die Firma MRA trommelte mehr als 10 Mitarbeiter zusammen und befreundete Unternehmen sorgten für Fahrzeuge und einen Kran.

Während sich die Feuerwehr-Kameraden vom Löschzug Schönow auf eine lange Nacht als Feuerwache vorbereiteten, trudelten nach und nach beladene LKWs, Transporter, Maschinen und immer mehr Arbeiter in Bernau ein.

Die meisten von Ihnen hatten bereits den ganzen Tag gearbeitet und mussten auch am Donnerstag wieder ihren Job stehen. Alle waren dennoch voll motiviert und keiner von all den Anwesenden hatte schlechte Laune.

Während es immer kälter und unangenehmer wurde, machten sich alle an die Arbeit. Es mussten die alten Heizungsrohre gekappt werden und man begann damit, die ganzen LKWs zu entladen. Dies allein dauerte schon eine ganze Weile so dass wir fast erfroren- und es mittlerweile gut 3 Uhr war.

Nachlese zum Heizhaus-Brand in Friedenstal – Bernau kann auch gut!
Foto: Bernau LIVE

Zwischendurch schaute gegen 23 Uhr noch unser Bürgermeister André Stahl vorbei und machte sich u.a. darüber Gedanken, wie die Stadt behilflich sein kann und wo ggf. Heizgeräte geordert werden können, falls die mobile Anlage nicht läuft… Gemeinsam mit der noch immer anwesenden Feuerwehr Bernau, feilte man an einem möglichen Notfallplan. Selbst in der tiefsten Nacht, ließ er es sich André Stahl nicht nehmen, auch noch um 2 Uhr über den Stand der Dinge informiert zu werden.

Als dann gegen 3 Uhr alles abgeladen und positioniert war, begann man damit, ein Geflecht aus Rohren zu basteln. Denn die mobile Anlage war natürlich nicht auf die Gegebenheiten in Bernau ausgerichtet. Es mussten X Rohre neu angepasst- zugeschnitten und verschweißt werden. Wie uns MRA-Projektleiter Stefan Porath mitteilte, war dies eine ganz besondere Herausforderung, welche unheimlich an Zeit- und eine taffe Crew erforderte.

Die Nacht verging und am frühen Morgen entschied sich die Stadt Bernau, gemeinsam mit den Stadtwerken, ein Bürgertelefon (0 33 38) 365-133 einzurichten und Aufwärm- sowie Duschmöglichkeiten anzubieten.

Die Arbeiten zogen sich derweil bis zum Mittag hin und um 12.05 Uhr sollte es endlich soweit sein, dass die Heizkessel ihren Betrieb aufnehmen konnten. Mit einer kurzzeitigen dicken Qualmwolke, meldete der Ölbrenner, welcher gut 100 Liter Öl in der Stunde verbraucht, seine Betriebsbereitschaft. Freude bei den Technikern der Stadtwerke und allen Anwesenden.

Nach dem Befüllen konnte so erstmals getestet werden, ob alle Rohre und Leitungen richtig miteinander verbunden sind. Sie waren es! Gegen 13 Uhr konnten dann die Pumpen zugeschaltet werden und einer Wärmeversorgung stand nun nichts mehr im Wege.

Danke dafür

Von uns einen großen Dank an die Freiwilligen Feuerwehren und dem stundenlangen Einsatz sowie an jeden Einzelnen der in dieser wirklich kalten Nacht alles dafür gab, dass es schnell wieder warm wird. Und vieles von dem war nicht selbstverständlich.

Ein Dank geht aber auch an die Stadt Bernau und die Stadtwerke Bernau. Denn auch hier wurde alles Mögliche getan um schnell und vor allem unbürokratisch zu helfen.

Vielleicht lag diese Motivation aber auch daran, dass viele Bernauer mal einfach nicht nur meckerten, weil etwas nicht funktionierte, sondern viele erkannten, dass jeder das Beste gibt um den Schaden bestmöglich zu beheben. Auch in den sozialen Netzwerken zeigten fast alle Leser Verständnis und boten sogar spontan ihre Hilfe oder z.B. Duschmöglichkeiten an.

Wir waren selbst stundenlang vor Ort und haben mit unseren Beiträgen ausführlich berichtet und es hat Spaß gemacht, solch eine Einigkeit und Zusammenhalt zu erleben. Auf der Baustelle an sich und bei unseren Lesern.

Bernau kann eben auch gut!

Warum der Brand überhaupt entstanden ist, konnte uns bisher keiner sagen. Dies zu untersuchen obliegt nun den Spezialisten der Kriminalpolizei.

Anbei wollen wir Euch noch einige Bilder der vergangenen Nacht und heute mit auf den Weg geben. Alle Bilder und Videos vom Brandtag gibt es hier.

PS: Dank an die Feuerwehr Schönow für den heißen Tee, der mich vor dem erfrieren bewahrte ;-)

Kleiner Hinweis noch: Das mobile Heizsystem System muss sich erst einarbeiten. Daher kann es Anfangs noch zu Störungen kommen – bitte habt Verständnis…

 

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