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Pfingstmontag – Ich wäre ja für jeden Montag frei

Goldschatz in Eberswalde entdeckt!

Bernau – Barnim: Guten Morgen zusammen. An so einem freien Montag nach dem Wochenende könnte man sich schon gewöhnen. Auch wenn mein Wecker mich dummerweise heute Morgen ans Arbeiten erinnerte, so war ich doch ganz froh, nun in Ruhe auf der Terrasse sitzen zu können.

Und sonst? Bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Gelände eines Messingwerkes in Finow, einem Stadtteil von Eberswalde, wird heute, vor genau 103 Jahren, der Eberswalder Goldschatz entdeckt. Er gilt als bedeutendster mitteleuropäischer Bronzezeit-Fund und ist der größte vorgeschichtliche Goldfund aus Deutschland.

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Der Schatz stellt möglicherweise das Lager eines Kaufmanns dar; neue Forschungen gehen aber davon aus, dass die Pretiosen sich einst im Besitz einer hochgestellten Persönlichkeit befanden. Der Schatz wird auf das 10. oder 9. Jahrhundert v. Chr. datiert, fällt also in die Periode der mitteleuropäischen Spätbronzezeit.

Der Depotfund wurde in einem bauchigen Tongefäß mit Deckel gelagert. In diesem waren acht goldene Schalen enthalten, in denen sich wiederum 73 Goldgegenstände befanden. Bei den Schalen handelt es sich um dünnwandige, getriebene Goldgefäße mit zahlreichen Ornamentverzierungen. Die weiteren Fundstücke waren Halsringe, Armbänder, Spangen und 60 Armspiralen (Drähte). 55 Doppelspiralen waren zu Bündeln zusammengeschnürt. Ein Goldbarren, ein Metallstück in Form eines Schmelztiegels sowie zwei kleinere Stücke dienten anscheinend als Rohmaterial.

Goldschatz von Eberswalde
Foto: Von Ralf Roletschek (talk) – Eigenes Werk, de:User:Ralf Roletschek Fahrradmonteur.de, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7376505

Der Schatz wurde am 16. Mai 1913 bei Ausschachtungsarbeiten für ein Wohnhaus auf dem Gelände eines Messingwerkes in Finow, einem Stadtteil von Eberswalde, in einem Meter Tiefe entdeckt. Der Direktor des Werkes verständigte Carl Schuchhardt, den Direktor der Vorgeschichtlichen Abteilung der Königlichen Museen in Berlin, der den Schatz in Verwahrung nahm.

Nach Kriegsende 1945 verschwand der Schatz von Eberswalde ebenso wie der Schatz des Priamos aus dem Berliner Museum. Dass beide Schätze von der Roten Armee als Kriegsbeute in die Sowjetunion transportiert wurden, stritt die sowjetische Seite jahrzehntelang ab. Nachdem Boris Jelzin den Besitz des Schatzes des Priamos eingeräumt hatte, wurde auch der Besitz des Schatzes von Eberswalde nicht mehr geleugnet. Eine Reporterin von Spiegel TV machte den verschollenen Eberswalder Goldschatz 2004 nach mehrmonatiger Recherche im Moskauer Puschkin-Museum in einem Geheimdepot ausfindig. Mit den Beutekunstgesetzen nach 2005 machte Russland diese Beutekunst als Reparationsleistung geltend. Über die Rückführung der Beutekunst sind trotzdem noch Verhandlungen im Gange.

Die angefertigten Nachbildungen stammen vom Eberswalder Metallbildhauer Eckhard Herrmann. Weitere Nachbildungen der Schalen sowie vom Angermünder Goldschmied Wilfried Schwuchow ausgeführte Duplikate der restlichen Einzelstücke befinden sich im Stadt- und Kreismuseum Eberswalde.

Seit Oktober 2009 wird eine weitere Kopie des Goldschatzes in der dritten Etage des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel gezeigt… (Infos via Wikipedia)

PS: Bei der S2 besteht noch bis morgen früh um 1.30 Uhr zwischen Blankenburg <> Buch Ersatzverkehr mit Bussen.

Veranstaltungstipps für den heutigen Montag: Trikertreffen in Klosterfelde, Ritterfest im Schloss Oranienburg, Frühlingsfest im Zoo Eberswalde oder Pfingstprogramm im Wolf Kahlen Museum in Bernau… Mehr in unserem Kalender auf der Homepage http://bernau-live.de/events/ oder in unserer Handy App.

Wir wünschen Euch einen erholsamen Pfingstmontag!

Foto: Bernau LIVE / Goldschatz: Von Ralf Roletschek (talk) – Eigenes Werk, de:User:Ralf Roletschek Fahrradmonteur.de, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7376505

 

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