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Wald statt Wohngebiet – SVV Bernau kippt Bauprojekt in Friedenstal

Keine 2. Bauphase im Waldquartier Friedenstal

Bernau / Barnim: Gegen eine weitere Bebauung in Bernau – Friedenstal spricht sich aktuell die Mehrheit der Bernauer Stadtverordnetenversammlung aus.

Konkret geht es um das Waldquartier Friedenstal. Nachdem im ersten Bauabschnitt (Nord) bereits über 220 Wohnungen entstanden sind, sollten nunmehr im zweiten Abschnitt (Süd) weitere Wohn- und Gewerbeflächen entstehen. Geplant waren u.a. etwa 300-400 Wohnungen.

In einem fraktionsübergreifenden Antrag der SPD-Fraktion, CDU-Fraktion, BfB, FDP und Bündnis 90/GRÜNE wurde die Aufhebung des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan „Lenastraße – Am S-Bahn-Haltepunkt Friedenstal“ gefordert. In einem Eilantrag forderten BVB/FREIE WÄHLER gestern nicht nur die vorübergehende Aufhebung des Bebauungsplans, sondern auch die Änderung des Flächennutzungsplanes. Demnach soll das Gebiet in Zukunft als Wald- und nicht als Baugebiet deklariert werden. Somit ist auch eine zukünftige Bebauung nicht möglich.

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Nach langer Diskussionsrunde hat sich die Mehrheit gegen eine weitere Bebauung und für den Eilantrag entschieden. (25 Stimmen für die Aufhebung, 8 dagegen, 2 Enthaltungen)

Demnach wird der geplante zweite Abschnitt des Waldquartiers nicht gebaut werden können. Neben Wohnungen sollten hier auch Gewerbe sowie eine Kindertagesstätte in S-Bahnnähe entstehen. Auf der Internetseite des Investors wird der 2. Bauabschnitt bereits beworben.

Auf dem jetzt bebauten Gelände befanden sich bis zum Baustart des ersten Bauabschnitts (Nord) über viele Jahre alte und ruinöse Hinterlassenschaften der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte.  Der erste Spatenstich für das bis dato etwa 25.000 qm große Gelände erfolgte am 18. Januar 2019.

Die zeichnenden Fraktionen begründeten die Absage wie folgt:

„Die Unterzeichnenden sprechen sich gegen eine weitere Bebauung in dieser Größenordnung aus.
Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen der Stadt Bernau (Verkehr, Versorgung, Kita und Schule) sind in den letzten Jahren nicht in der Form mitgewachsen, wie es der Zuwachs an Einwohnerinnen und Einwohner erfordert. Aktuell befinden wir uns in zahlreichen Prozessen, um entsprechende Strukturen zu entwickeln. Dies wird noch eine geraume Zeit in Anspruch nehmen.

In der Gesamtschau ist es aus unserer Sicht nicht verantwortbar, ein Bauprojekt mit 300 bis 400 Wohneinheiten auf den Weg zu bringen, ohne dass dies die Problemlage in der Stadt weiter verschärft. Wir sollten zum jetzigen Zeitpunkt innehalten und zu den bereits bestehenden Herausforderungen Lösungen generieren. Aus diesem Grund sollte der beschlossene Aufstellungsbeschluss aufgehoben werden.“

Dem Investor dürften nach diesem Beschluss die Haare zu Berge stehen, schließlich war die Errichtung des 2. Bauabschnittes bereits von Anfang an in die Planungen einbezogen und seitens der Stadt Bernau sprach nichts dagegen. Ob hier das letzte Wort gesprochen ist, bleibt abzuwarten.

 

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