
Bernau / Barnim: Wenn es im Schulflur plötzlich nach frischen Kräutern statt nach Kreidestaub duftet, dann ist am Barnim-Gymnasium Bernau etwas Besonderes passiert.
Pünktlich zur Mittagszeit wurde heute um 12 Uhr die neue, hochmoderne Lehrküche der Schule offiziell eingeweiht. Wo früher ein eher unpraktischer Musikraum im Dornröschenschlaf lag, wird ab sofort gemeinsam geschnippelt, gekocht und experimentiert.
„Kochen ist eine Kunst, die Kreativität und Teamarbeit erfordert“, betonte Schulleiter Henning Juergens bei der heutigen Übergabe. Und genau das ist das Ziel: Die Küche soll mehr sein als nur ein Ort zur Speisenzubereitung – sie ist ein neuer Herzschlag für das Schulleben.
Ein Gemeinschaftsprojekt für den guten Geschmack
Möglich wurde das Projekt durch ein starkes Trio: Der Landkreis Barnim stemmte die baulichen Maßnahmen – vom Brandschutz bis zur modernen Elektrik. Für das „Innenleben“, also die Profi-Ausstattung, machten die Schulstiftung der Barnimer Sparkasse und der engagierte Förderverein der Schule gemeinsame Sache.
Landrat Daniel Kurth zeigte sich begeistert: „Hier kommen Investitionen ganz konkret bei den Jugendlichen an. Theorie und Praxis finden hier an einem Ort zusammen.“ Auch Bernaus Bürgermeister André Stahl zeigte sich (heute neben dem Herd) begeistert und hob in seinen Worten die „Besonderheit“ einer Lehrküche an einer Schule hervor und wünschte den Schülerinnen und Schülern viel Spaß und tolle gemeinsame Stunden beim Kochen.
Vom Induktionsfeld zum Eventmanagement
Die Ausstattung kann sich sehen lassen: Sechs Induktionskochfelder, sechs Backöfen, ein Geschirrspüler, ein Kühl- und Gefrierschrank, sowie reichlich Platz bieten den Schülern professionelle Bedingungen. Genutzt wird die Küche bereits fleißig: Vor allem die Seminarkurse „Eventmanagement“ und „Internationale Küche“ haben den neuen Wirkungsbereich bereits zu ihrem Hauptquartier erklärt.
Doch die Küche kann noch viel mehr, als „nur“ leckeres Essen zaubern. Sie ist ein echtes Multitalent im Stundenplan:
- Vokabeln mit Geschmack: Im Fremdsprachenunterricht werden Vokabeln nicht nur gepaukt, sondern direkt in landestypische Rezepte umgewandelt.
- Fit fürs Leben: In den Fächern WAT (Wirtschaft-Arbeit-Technik) und LER (Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde) lernen die Schülerinnen und Schüler ganz lebensnah, was gesunde Ernährung bedeutet und wie man den Alltag meistert.
- Wissenschaft am Herd: Sogar die MINT-Ausrichtung der Schule profitiert. Wo Ernährung auf Naturwissenschaft und Technik trifft, entstehen spannende Experimente, die man am Ende sogar aufessen kann.
Auch abseits des Unterrichts sorgt die Küche für gute Stimmung – sei es bei der Vorbereitung von Snacks für offizielle Schul-Events oder beim gemütlichen Beisammensein der Lehrkräfte zur Weihnachtsfeier.
Daumen drücken für den Anerkennungspreis
Der Förderverein hat das Projekt für den 11. Anerkennungspreis „Stark durch Teilhabe“ 2026 eingereicht. Mit etwas Glück winken 5.000 Euro Preisgeld vom Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V., um das Schulleben noch weiter zu stärken.
Ganz gleich, wie die Entscheidung beim Anerkennungspreis ausfällt – die neue Lehrküche ist schon jetzt ein Riesengewinn. Dank der starken Partnerschaft mit dem Landkreis und dem Förderverein zeigt das Barnim-Gymnasium eindrucksvoll, wie lebendig und praxisnah Schule heute sein kann.
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