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Eberswalder Fleischwerke in Britz stellen Produktion ein – 500 Jobs vor dem Aus

Produktion noch bis Ende Februar

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Bernau / Britz: Am gestrigen frühen Abend wurde bekannt, dass der Traditionsbetrieb Eberswalder Fleischwerke am Standort in Britz, die Produktion bis Ende Februar 2026 einstellen wird.

Nach Angaben des Landkreis Barnim werden voraussichtlich zum 1. April 2026 etwa 500 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze in dem Barnimer Traditionsunternehmen verlieren. 

Die Geschichte des Standorts Britz (bei Eberswalde) ist eine von extremen Höhen und Tiefen. 1977 gegründet, entwickelte sich der fleischverarbeitende Betrieb in den 1980er-Jahren zu einem der größten seiner Art in ganz Europa. In seiner Blütezeit gab das Werk 3000 Menschen Arbeit und war das wirtschaftliche Herz der Region.

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Nach der politischen Wende geriet der Standort jedoch in turbulentes Fahrwasser. Auf mehrere Eigentümerwechsel folgte zur Jahrtausendwende die Insolvenz, bevor dem Unternehmen im Jahr 2002 mit einer neuen Struktur ein hoffnungsvoller Neustart gelang. Erst in jüngster Vergangenheit, im Jahr 2023, wurde das Werk in Britz von der Zur-Mühlen-Gruppe übernommen – ein Schritt, der nun in der Einstellung der Produktion mündet.

Gerade in Ostdeutschland genießen die Produkte unter dem Namen „Eberswalder“ absoluten Kultstatus und sind fester Bestandteil des Sortiments in fast jedem Supermarkt. Ganz verschwinden werden die bekannten Produkte der EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG wohl nicht: Nach bisherigem Kenntnisstand soll die Marke erhalten bleiben, wobei die Produktion künftig an andere Standorte der Unternehmensgruppe verlagert wird. Für den traditionsreichen Standort Britz und seine verbliebenen 500 Beschäftigten bedeutet dies jedoch das endgültige Ende eines langen Kapitels Industriegeschichte in unserer Region.

„Dies ist ein trauriger Tag – vor allem für die vielen Frauen und Männer, die über Jahre hinweg hier gearbeitet haben, aber auch für unsere Region und für die Lebensmittelproduktion insgesamt“, so Landrat Daniel Kurth. Mit der Schließung geht im Barnim der letzte fleischverarbeitende Großbetrieb verloren. Eine ganze Branche verschwindet damit fast vollständig aus der Region. „Schmerzlich ist dabei auch die Erkenntnis, dass trotz vielfältiger Anstrengungen und gemeinsamer Bemühungen in den vergangenen Jahren keine tragfähige Perspektive für eine Modernisierung und den Erhalt des Standorts gefunden werden konnte.“

Unmittelbar nach der Hiobsbotschaft nahm Daniel Kurth Kontakt zur Eberswalder Agentur für Arbeit auf. Gemeinsam mit der Standortleitung sollen nun in Kurzfrist-Gesprächen berufliche Perspektiven für jeden Einzelnen der 500 Betroffenen entwickelt werden. Ziel ist es, den Beschäftigten nahtlose Jobangebote zu machen. Bereits für die kommende Woche hat Kurth einen Krisengipfel mit allen Beteiligten einberufen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

 

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Landkreis Barnim
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