Brückenbauer und Filmpionier: Bernau erinnert an Konrad Wolfs 101. Geburtstag
Ehrenbürger unserer Stadt seit 1975
Bernau / Barnim: Anlässlich seines 101. Geburtstags hat die Stadt Bernau ihres Ehrenbürgers Konrad Wolf gedacht.
Bürgermeister André Stahl legte am heutigen Dienstag im Namen der Stadt ein Blumengebinde am Konrad-Wolf-Denkmal im Stadtpark nieder.
Nachdem im vergangenen Jahr das 100. Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen gewürdigt worden war, setzte Bernau mit dieser klaren Geste auch in diesem Jahr ein Zeichen des bleibenden Respekts für den prominenten Regisseur und Humanisten.
Konrad Wolf, im Oktober 1925 im baden-württembergischen Hechingen geboren, blickte auf ein bewegtes und außergewöhnliches Leben zurück. 1933 floh er mit seiner Familie vor den Nationalsozialisten über die Schweiz und Frankreich nach Moskau. Zwischen 1942 und 1948 diente er als Soldat in der Sowjetarmee – eine Zeit, die ihn im April 1945 auch direkt nach Bernau bei Berlin führte, wo er kurzzeitig als erster sowjetischer Stadtkommandant Verantwortung übernahm.
In den darauffolgenden Jahrzehnten erlangte Wolf als einer der bedeutendsten DEFA-Filmregisseure Bekanntheit und prägte von 1965 bis zu seinem Tod am 7. März 1982 als Präsident der Akademie der Künste der DDR das kulturelle Leben des Landes entscheidend mit. Seine enge und lebendige Verbindung zu Bernau spiegelte sich nicht zuletzt darin wider, dass ihm die Stadt 1975 die Ehrenbürgerwürde verlieh.
„Konrad Wolf war nicht nur ein herausragender Regisseur, sondern auch ein Brückenbauer und Humanist, dessen Haltung und Werk bis heute Gültigkeit besitzen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, sein Andenken an seinem Geburtstag in Bernau lebendig zu halten“, betonte Bürgermeister André Stahl.

Als dauerhafter Ort des Erinnerns dient den Bürgerinnen, Bürgern und Gästen das Denkmal im Stadtpark. Es vereint die Arbeiten zweier Künstler: Das Marmorrelief stammt vom Bildhauer Werner Stötzer, während Jan Skuin die Metall-Stele schuf. Auf ihr prangt eine Botschaft, die Wolfs Schaffen treffend zusammenfasst: Kunst sei eine der edelsten Gesten des Vertrauens zwischen den Menschen.
Genutzte Quelle(n): Stadt Bernau / Beitragsfoto: LSt