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Die Herz-Jesu-Kirche in Bernau hat ihr altes neues Kreuz zurück

Sanierung beinahe abgeschlossen

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Bernau / Barnim: In Bernau lohnt sich derzeit der Blick nach oben: Nach fast genau einem Jahr reger Bautätigkeit neigen sich die Sanierungsarbeiten am Turm der Herz-Jesu-Kirche dem Ende zu.

Wo bald wieder freie Sicht auf den Backsteinbau herrscht, thronte monatelang ein beeindruckendes Stahlkorsett: Rund 80 Tonnen Gerüst und 13 000 Einzelteile stützten das Wahrzeichen während seiner Verjüngungskur. Bevor das Gerüst in den kommenden Wochen abgebaut wird, feierte die Gemeinde einen symbolischen Höhepunkt: die Montage des erneuerten Turmkreuzes in schwindelerregenden 66 Metern Höhe.

Das neue Kreuz ist eine Hommage an die Vergangenheit. Während sein Vorgänger aus dem Jahr 1975 eher schlicht gehalten war, glänzt das aktuelle Modell nun wieder mit kunstvollen Verzierungen, die dem historischen Original von 1907/08 nachempfunden sind.

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Ende Januar hatten die Bernauer die seltene Gelegenheit, dieses Stück Zeitgeschichte aus nächster Nähe zu betrachten. Im Rahmen der „Offenen Kirche“ wurde das Kreuz am Boden präsentiert, flankiert von Exponaten des alten Daches und den geheimnisvollen Funden aus der Turmkugel. (Bernau LIVE berichtete).

 

Besonders spannend war der Blick in das Innere der Turmkugel. Wie eine „Flaschenpost der Geschichte“ beherbergte sie drei Zeitkapseln:

  • 1907/08: Dokumente der Dachklempner und Bauzeichnungen aus der Entstehungszeit.
  • 1973: Münzen und Zeitdokumente aus der DDR-Ära.
  • Das Rätsel: Eine dritte Kapsel war so stark korrodiert, dass sie ihr Geheimnis vorerst nicht preisgab.

Ein besonderes Fundstück war der Brief von Pfarrer Beier aus dem Jahr 1973. Er berichtete darin eindrücklich von den Kriegsjahren und jener Sturmnacht am 5. Dezember 1961, als ein Orkan das ursprüngliche Kreuz einfach vom Turm riss.

Heute ist die Kugel wieder gefüllt und versiegelt. Neben den historischen Zeugnissen reist nun auch eine neue Kapsel in die Zukunft. Ihr Inhalt: ein Hussitentaler, eine aktuelle Ausgabe des „Bernauer“, Dokumente zum letzten Hussitenfest sowie ein Grußwort der Stadt und Belege der jetzigen Sanierung.

Wenn die Glocken bald wieder ohne Gerüstbegleitung läuten, trägt der Herz-Jesu-Turm nicht nur eine neue Spitze, sondern bewahrt im Inneren die Geschichten von über 100 Jahren Stadtgeschichte.

Kreuz der Herz-Jesu-Kirche Bernau

Grundstückserwerb 1902 und nur 18 Monate Bauzeit

Die Geschichte unseres Kirchturms beginnt im Jahr 1902 mit einem ehrgeizigen Plan und einer klaren Vorgabe. Als die Kirche das Grundstück für den Neubau erwarb, war die Baugenehmigung an eine markante Bedingung geknüpft: Das neue Turmkreuz musste die Spitze der benachbarten Sankt-Marien-Kirche überragen. Ein architektonischer Wettstreit, der unser Bernauer Stadtbild bis heute prägt.

Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1904 geschah etwas, das aus heutiger Sicht fast wie ein Wunder wirkt. In einer Bauzeit von gerade einmal 18 Monaten wurde das gesamte Gotteshaus nach den Plänen des Architekten Paul Ueberholz fertiggestellt. Rund 500 000 Backsteine wurden in dieser kurzen Zeit verarbeitet. Diese bauliche Leistung und die besondere Ästhetik führten dazu, dass das Gebäude bereits seit den 1970er-Jahren unter Denkmalschutz steht.

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Über ein Jahrhundert lang trotzte die ursprüngliche Kupferabdeckung der Kirchturmspitze allen Umwelteinflüssen. Doch die Jahrzehnte hinterließen Spuren: Sturm, Regen und der natürliche Alterungsprozess machten eine dauerhafte Instandsetzung unumgänglich. Nach verschiedenen punktuellen Reparaturen fiel vor drei Jahren der Entschluss für eine umfassende Sanierung.

In enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden wurde ein spezielles braunes Kupferblech ausgewählt, um den historischen Charakter zu bewahren. Die Ausführung lag in den Händen der renommierten Fachfirma Michael Messerschmidt aus Südthüringen. In aufwendiger Handarbeit wurde das Material auf die Turmspitze aufgebracht, sodass das markante Kreuz auch in Zukunft sicher über unserer Stadt steht – ganz so, wie es die Planer schon 1902 beabsichtigt hatten.

Guten Morgen aus Bernau und allen eine sonnige Wochenmitte

Ein Stahlkorsett der Superlative

Bevor die Handwerker in luftiger Höhe ihr Werk beginnen konnten, waren eine präzise Vorplanung und komplexe statische Berechnungen unerlässlich. Anfang März 2025 begannen schließlich die Arbeiten für eines der spektakulärsten Baugerüste der Region. Die Zahlen hinter diesem Stahlkorsett sind beeindruckend: Rund 13 000 Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 80 Tonnen wurden verbaut. Gut sechs Wochen lang waren sechs Monteure damit beschäftigt, die Konstruktion sicher in die Höhe zu treiben – ein Projekt mit einem Materialwert von etwa 1,3 Millionen Euro.

Obwohl das Bernauer Gerüstbau-Unternehmen S. Schmidt & W. Schmidt GmbH auf eine langjährige Erfahrung zurückblickt, stellte das Einrüsten der 66 Meter hohen Kirche eine besondere Premiere dar. Die größte Herausforderung lag in der Statik: Um die gewaltigen Lasten sicher abzuleiten, mussten spezielle Stahlträger am Kirchenschiff verankert werden. Von dieser Basis aus führt das Gerüst noch einmal stolze 26 Meter hinauf bis zur Turmspitze.

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Wer heute den Blick nach oben richtet, erkennt am Außenrand des Gerüstes einen Aufzug. Dieser dient als Lebensader der Baustelle und befördert sowohl die Handwerker als auch das schwere Arbeitsmaterial sicher bis zum höchsten Punkt über den Dächern der Stadt. Mit diesem wurde unter anderem auch das neue Kreuz in die Höhe befördert.

 

Wer die Kirche finanziell unterstützen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto tun:

Spendenkonto: Pfarrei HI. Christophorus Barnim

Sparkasse Barnim

IBAN DE08 1705 2000 3120 1926 26

BIC WELADED1GZE

Verwendungszweck: Turm Herz-Jesu

Informationen zur Kirchengemeinde unter: https://www.christophorus-barnim.de/herz-jesu-bernau.

 

 

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